Der Itsukushima Schrein und sein Torii
Das berühmte torii von Miyajima bei Flut
- torii; Miyajima, Präfektur Hiroshima
... und Ebbe
- torii; Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bild © Breizhoo, 2004. (Letzter Zugriff: 2006/2)
Itsukushima Torii
- Schreintor (Holz); Insel Miyajima, Präfektur Hiroshima
Berühmtes torii des Itsukushima Schreins, das im Meer errichtet wurde.
torii auf Miyajima
- torii (Holz); Präfektur Hiroshima
Bild © UNIDAM, Japanologie Wien. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Auf diesem handkolorierten Bild aus der Meiji-Zeit sieht man das torii in unbemaltem Zustand. Dabei erkennt man deutlicher, dass die Hauptpfeiler aus unbehandelten Baumstämmen bestehen.
- torii (Holz); Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bild © Chiba Akio, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Der dazu gehörige Itsukushima Schrein...
- Schrein (Holz); Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bild © Bohuslav Kotal, flickr 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7)
torii vom Schrein aus
- torii (Holz); Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bild © Nihon-Zen. (Letzter Zugriff: 2010/8)
Die zahlreichen Gänge des Schreins...
- Photographie von Miyoshi Kazuyoshi; „Nationalschatz“; Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bildquelle: Japan Foundation. (Letzter Zugriff: 2012/1)
... die ebenfalls auf Pfählen im Wasser stehen.
- Miyajima, Präfektur Hiroshima
Die dazu gehörigen Touristen bei Sonne...
- Miyajima, Präfektur Hiroshima
...und Regen.
- Miyajima, Präfektur Hiroshima
Ein fotogener Hirsch.
- Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bild © Chiba Akio, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Der Itsukushima (Itsukushima 厳島 — auch Miyajima, Schrein bei Hiroshima ) Schrein auf der heiligen Insel Miyajima (Miyajima 宮島 — Schreininsel nahe Hiroshima; s.a. Itsukushima Schrein ) gilt als eine der drei bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Japans und wurde als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet. Sein vom Meer umspültes torii (torii 鳥居 — Torii, Schreintor …⇒) darf in keinem Japan-Prospekt fehlen und zählt zusammen mit dem Berg Fuji und dem Shinkansen zu den bekanntesten Emblemen Japans.
Die Schreininsel Miyajima befindet sich in der Bucht von Hiroshima. Der eigentliche Name des Schreins, Itsukushima, bedeutet wörtlich „Tabu-Insel“, ein Hinweis auf die besondere Heiligkeit dieses Ortes. So ist z.B. das Töten von Tieren, aber auch die Bestattung von Menschen hier streng verboten. Wie die Anlage des Kasuga Schreins (Kasuga Taisha 春日大社 — Kasuga Schrein, Nara; ehemals Ahnenschrein der → Fujiwara …⇒) in Nara ist die ganze Insel von zahmen Hirschen und zahllosen Affen bevölkert. In alter Zeit soll hier außerdem ein „Bau-Tabu“ bestanden haben, d.h. es durften keine Bauwerke auf der Insel errichtet werden. Daher konnte die Schreinanlage auch nicht auf der Insel selbst stehen, sondern wurde auf Pfählen im Wasser errichtet. Anscheinend gab es jedoch schon in der Edo (Edo 江戸 — Sitz der Tokugawa Shogune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tokyo …⇒)-Zeit eine stattliche Anzahl von Gebäuden auf der Insel selbst (s. Bild unten).
Schreinanlage von Miyajima
- Querbildrolle, Detail. Edo-Zeit, 1720
Bild © S_Minaga. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Panorama Bild der Schreininsel Miyajima und der Stadt Hiroshima (rechts oben). Ansicht von Süden.
- Querbildrolle. 1926
Bild © Tokushima Bunri University. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Ausschnitt eines Panaromabilds der Regionen Shikoku und Chūgoku von Yoshida Hatsusaburō.
Luftbild des Itsukushima Schreins
- Photographie von Watanabe Manabu. 2006
Bild © Discovering Japan, Nipponia 37. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Schreingottheiten
torii von Miyajima
- Holzschnitt (Papier, Farbe) von Ando Hiroshige; aus der Serie Rokujūyoshu meisho zue (Sehenswürdigkeiten aus den mehr als 60 Provinzen), 1853-56
Bild © hiroshige.org.uk. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Der Schrein wurde laut Gründungslegende im Jahr 593 unter Kaiserin Suiko gegründet und wäre demzufolge einer der ältesten Schreine Japans. Die ganze Anlage besteht aus einer Vielzahl von Einzelschreinen für die unterschiedlichsten Gottheiten, die Haupthalle beherbergt aber drei weibliche Gottheiten, die namentlich kaum bekannt sind und stets als Trio auftreten (s.u.). In den Nebenschreinen werden aber auch bekannte mythologische Gottheiten wie Amaterasu (Amaterasu 天照 — Sonnengottheit, Ahnherrin des Tennō …⇒) oder Susanoo (Susanoo 須佐之男 — mytholog. Trickster-Gott; Sturmgott, Mondgott …⇒) verehrt. In der Edo-Zeit war Itsukushima außerdem als Heiligtum der Glücksgöttin Benzaiten (Benzaiten 弁才天/ 弁財天 — Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Benten …⇒) bekannt. In einem Seitentempel(!) befindet sich noch immer eine Statue dieser eigentlich buddhistischen Gottheit, die als eine der „Drei Großen Benten“ gilt, allerdings nur einmal im Jahr zu sehen ist.
Welche Kami (kami 神 — japanische Gottheit …⇒) aber auch immer hier verehrt werden, sie sind zum überwiegenden Teil weiblich und haben großen Einfluss auf das Meer und die Schifffahrt. Diesem Einfluss verdankt der Schrein wohl auch seine Bedeutung. Ende der Heian-Zeit wurde er vom damals einflussreichen Kriegeradelshaus der Taira zum Familienschutzschrein erhoben. Selbst nach deren Untergang erfreute er sich ebenso großer Verehrung seitens ihrer einstigen Gegner. Die heutige Anlage wurde 1168 unter Taira no Kiyomori errichtet, brannte jedoch wie viele andere religiöse Gebäude in dieser unruhigen Zeit bald wieder ab. 1241 wurde sie restauriert und hatte in dieser Form offenbar bis heute Bestand.
Mythologische Ursprünge, Munakata Schrein
Schreininsel Oki
- Bild © Fukuoka Prefecture. (Letzter Zugriff: 2010/1)
Sie ist seit 2009 UNESCO Weltkulturerbe.
Die Hauptgöttinnen von Itsukushima heißen Ichikishima-hime (von ihr dürfte „Itsukushima“ abgeleitet sein), Tagori-hime und Tagitsu-hime. Es handelt sich um drei Göttinnen der Schifffahrt und/oder des Meeres, die ihren Hauptschrein ursprünglich in Kyushu, im Großschrein von Munakata (Munakata Taisha 宗像大社 — Großschrein von Munakata, Kyushu …⇒) nahe der Stadt Fukuoka hatten. Munakata umfasst genau genommen drei Schreine: Hetsu-miya an der Küste Kyushus, Nakatsu-miya auf einer vorgelagerten Insel und Okitsu-miya auf der 60 km entfernten Insel Oki. Diese Inseln waren ehemals wichtige Stützpunkte bei der Überfahrt nach Korea. Insbesondere die kleine Insel Oki scheint als eine Art Schatzhaus fungiert zu haben, wie Ausgrabungen in jüngster Zeit belegen. Obwohl die ganze Insel einer weiblichen Gottheit geweiht ist, besteht noch heute ein altes Tabu, demzufolge Frauen die Insel nicht betreten dürfen. Es leben also nur männliche Schreinpriester auf Oki.
Schon in den ältesten Chroniken Japans, Kojiki (Kojiki 古事記 — Älteste jap. Chronik (712) …⇒) und Nihon shoki (Nihon shoki 日本書紀 — Zweitältestes Schriftwerk und erste offizielle Reichschronik Japans (720) …⇒), sind die drei Göttinnen erwähnt. Sie entstanden aus einem Schwert des Susanoo, das seine Schwester, Amaterasu, in Stücke schlug und zerkaute (s. Amaterasus „jungfräuliche Empfängnis“). Die so entstandenen Göttinnen wurden später von Amaterasu nach Kyushu entsendet, um die Herabkunft ihres Enkels Ninigi (Ninigi 瓊瓊杵 — mytholog. Gottheit, Enkel Amaterasus …⇒) vorzubereiten. Es gibt aber Widersprüche innerhalb der Quellen hinsichtlich der Frage, welche Gottheit für welchen Schrein zuständig ist. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Verbindung zu den Töchtern Amaterasus eine nachträgliche Konstruktion darstellt, um den Schreinkomplex von Munakata in die offiziellen Mythen der Yamato-Dynastie zu integrieren.
Politisch war die Integration Munakatas jedenfalls erfolgreich. Neben dem Schrein Itsukushima gibt es ein über ganz Japan ausgedehntes Netzwerk von Zweigschreinen, die meist entweder Munakata oder Itsukishima heißen und den Munakata Schrein als ihren Stammschrein ansehen.
Links
- Itsukushima Jinja und Munakata Taisha, Genshōshi (jap.)
Einträge der privaten Schreinenzyklopädie Genbu.net. - Itsukushima Belief, Kokugakuin Daigaku (en.)
Eintrag in der Encyclopedia of Shinto.Letzte Überprüfung der Linkadressen: Aug. 2010
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