Der Klosterberg Kōya

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Bernhard Scheid, „Der Klosterberg Kōya.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 20.1.2012). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Bekannte_Tempel/Berg_Koya?oldid=30705X

Der Klosterberg Kōya Kōya-san 高野山 Klosterberg südl. von Nara; sprituelles Zentrum des Shingon Buddhismussiehe auch→ Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Alltag/Friedhof → mehr ist das geistliche Zentrum des Shingon Buddhismus Shingon-shū 真言宗 Shingon Schule, wtl. Schule des Wahren Wortessiehe auch Kukai → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Bekannte Tempel→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Tempel/Pagoden → mehr , der zusam­men mit der Tendai Schule Tendai-shū 天台宗 Tendai Schule, chin. Tiantaisiehe auch Dainichi → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Bekannte Schreine/Tenjin→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Alltag/Yamabushi → mehr zu den bedeu­tendsten buddhis­tischen Strö­mungen des Alter­tums zählt. Der weit­läufige Gebäude­komplex befindet sich in einer abge­le­genen Berg­region südlich von Nara. Wie alle große Tempel­an­lagen besteht auch Berg Kōya aus vielen Ein­zel­tempeln, von denen einige wertvolle Kunst­schätze bergen. V.a. aber beein­druckt der Tempel­berg durch einen riesigen Fried­hof in dessen hinters­tem Teil, dem Oku-no-in Oku-no-in 奥の院 wtl. Innerste [Tempel-] Halle; oft auch Mausoleumsiehe auch→ Bauten/Bekannte Tempel , sich das Mauso­leum des Tempel­gründers Kūkai Kūkai 空海 774–835, Gründer des Shingon Buddhismussiehe auch Kukai → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi→ Ikonographie/Mandala→ Alltag/Matsuri/Feuergang → mehr (Kōbō Daishi Kōbō Daishi 弘法大師 Ehrentitel von Kūkaisiehe auch Kukai → Ikonographie/Myoo/Fudo→ Geschichte/Fruehzeit/Shotoku Taishi→ Ikonographie/Heilige→ Alltag/Pilgerschaft/Shikoku ) befindet.

Oku-no-in

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Friedhof Oku-no-in

Friedhofsweg; Tempelberg Kōya
Bild © Simon le nippon, flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Der Friedhof Oku-no-in auf Berg Kōya, einer der ältesten und größten Friedhöfe Japans, befindet sich inmitten eines alten Zedernwaldes.

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Gorintō

Grabmonumente (Stein)

Typische Grabsteine (gorintō) aus vormoderner Zeit, entlang der Route zum Mausoleum Kūkais auf Berg Kōya.

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Oku-no-in

Friedhof; Berg Kōya
Bild © Molly Des Jardin, 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Der Friedhof mit gorintō auf dem Tempelberg Kōya im Morgenlicht.

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Gorintō

Grabmonumente (Stein); Berg Kōya
Bild © MOQOO, flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Typische Grabsteine (gorintō) aus vormoderner Zeit, entlang der Route zum Mausoleum Kukais auf Berg Kōya.

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Grab der Matsudaira aus Shimabara/Kyūshū

Grabmonumente (Stein); Berg Kōya
Bild © Amy Nakazawa, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Grab (gorintō) der Matsudaira auf Berg Kōya.

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Oku-no-in, alte und neue Gräber

Grabmonumente (Stein); Berg Kōya
Bild © Amy Nakazawa, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Alte und neue Gräber (gorintō) auf dem Oku-no-in Friedhof auf Berg Kōya.

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Daimyō Familiengrab

Grabmonumente, torii (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Amy Nakazawa, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Alte Grabanlagen (haka mit gorintō) bedeutender Familien sind oft umzäunt und durch ein Schreintor (torii) zu betreten, wie hier auf Berg Kōya.

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Grabanlage

Grabmonumente, torii (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Chantal Dupasquier, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Grabanlage (haka mit gorintō) der Daimyō-Familie Shimazu aus Satsuma/Kyūshū auf Berg Kōya.

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Familiengrab der Date

Grabmonument, torii (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Chantal Dupasquier, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Familiengrab mit gorintō der Date. Die Date waren seit dem berühmten Kriegsherren Date Masamune (1567–1636) die mächtigsten Daimyō in Nordjapan mit Hauptsitz in Sendai.

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Grabanlage

Grabmonument, torii (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Chantal Dupasquier, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Grabanlage mit gorintō der Daimyō-Familie Matsumoto

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Grabanlage von Yūki Hideyasu

Grab, torii (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Lonely Trip, 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Grab (haka) von Yūki Hideyasu (1574–1607) , welcher der 2. Sohn von Tokugawa Ieyasu war.

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Kōbō Daishi Kūkai

Statue (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Turner, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Die Statue befindet sich vor dem Mausoleum Oku-no-in, in dem Kūkai beigesetzt wurde.

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Kannon Bosatsu

Statue, bosatsu (Stein), Detail; Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Mike Murrill, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Statue des Kannon bosatsu.

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Jizō umringt von Grabsteinen

Grabmonumente, bosatsu (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya

Auch Jizō bosatsu darf auf Berg Kōya natürlich nicht fehlen. Auch die kleinen Figuren im Vordergrund repräsentieren diesen wichtigsten Erretter der buddhistischen Totenwelt.

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Mausoleumsbrücke (Gobyō no hashi)

Bogenbrücke (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Amy Nakazawa, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Mönche beim Transport eines rituellen Gegenstandes über die Brücke, die zum Mausoleum Kūkais führt.

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Friedhof im Schnee

Grabmonumente (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Edward Faulkner, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Auf der linken Seite ist noch einmal das Grab (haka) von Yūki Hideyasu zu sehen.

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Grab für die Namenlosen (muen-botoke)

Grabpyramide (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Molly Des Jardin, flickr 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Muen-botoke bedeutet wtl. „Buddhas (= Verstorbene) ohne Bindung (= Angehörige)“. Meist bezieht sich der Begriff auf abgetriebene Kinder. Jeder Verstorbene ist durch eine kleine gorintō-Stele repräsentiert, manche davon sind mit Lätzchen versehen. Auch einige Jizō-Statuen sind darunter.

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Grabpyramide

Stein, Detail; Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Molly Des Jardin, flickr 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Grabpyramide aus gorintō für (Kinder-)Seelen ohne Angehörige (muen botoke).

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Moderne Gräber

Grabmonument; Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Trane DeVore, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Auch einige moderne Gräber (haka) mit erstaunlichen Grabmonumenten sind auf Berg Kōya zu finden.

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Familientempel der Tokugawa

Tempelhalle; Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Lonely Trip, 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Die wichtigsten Familien der Edo-Zeit errichteten eigene Familientempel innerhalb der Friedhofsanlage des Kōya-san, allen voran die Tokugawa. Interessanterweise findet sich vor diesem buddhistischen Bauwerk ein torii.

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Oku-no-in bedeutet wtl. der „Innerste Tempel“ und kann u.a. den hintersten (innersten) Bereich einer religiösen Anlage be­zeich­nen. Es handelt sich dabei nicht um das nach außen hin re­prä­sen­ta­tivste Bau­werk, doch verbindet man mit Oku-no-in einen beson­ders heiligen und daher ge­schütz­ten, ab­ge­schirm­ten Raum. Im Fall von Berg Kōya soll der viel­leicht be­deu­tendste Mönch des japa­nischen Bud­dhis­mus, Kūkai, nach wie vor in ewiger Meditation ver­har­rend im Oku-no-in physisch anwesend sein. Ähnlich wie etwa auch in Nikkō Nikkō 日光 Tempel-Schreinanlage im Norden der Kantō-Ebene, Präf. Tochigi; beherbergt u.a. den Tōshō-gū Schreinsiehe auch Nikko → Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Bauten/Bekannte Schreine→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr bezeichnet Oku-no-in hier also die Grab­stätte oder genauer das Mausoleum einer „heiligen“ Figur.

Eine Besonderheit des Oku-no-in von Berg Kōya ist die Tatsache, das sich entlang des Zu­gangs­wegs zu Kūkais Mauso­leum noch andere Gräber scharen, die im Schatten der großen Zedern eine beson­ders weihe­volle Aura um sich verbreiten. Viele Einzel­tempel auf Berg Kōya sind mit der Pflege dieser Gräber beschäf­tigt, es gibt aber auch ein Museum und eine wich­tige buddhis­tische Univer­sität inner­halb der Kloster­anlage.

Prominentengräber

Um dem heiligen Mann Kūkai möglichst nahe zu sein, wurde es bereits in der Kamakura Kamakura 鎌倉 Stadt im Süden der Kantō Ebene, Sitz des Minamoto Shōgunats 1185–1333 (= Kamakura-Zeit)siehe auch Kamakura → Ikonographie→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Ikonographie/Jizo→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr -Zeit unter den Familien des Krieger­adels Brauch, ein Grab auf Berg Kōya zu unter­halten. Oft handelt es sich dabei nicht um wirkliche Gräber sondern um Grab­denk­mäler, d.h. die sterblichen Über­reste sind woanders bei­gesetzt. Diese Praxis wurde bis in die Edo Edo 江戸 Sitz der Tokugawa Shōgune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tōkyōsiehe auch Geschichtsperioden → Grundbegriffe/Buddhismus→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen → mehr -Zeit fortgeführt, aus der die meisten Grab­steine auf den obigen Bildern stammen. Kenner der japa­nischen Geschichte finden praktisch auf jedem Grab einen berühmten Namen, wie auch beim Anklicken der obigen Bilder zu erkennen ist.

Die meisten Grabsteine sind im gorintō gorintō 五輪塔 Grabsteinform; „Stupa der Fünf Elemente“siehe auch Friedhof → Alltag/Friedhof/Gorinto -Stil gestaltet. Besonders auf­fal­lend ist, dass diverse Grab­stätten durch ein torii torii 鳥居 Torii, Schreintorsiehe auch Torii → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Schreine/Schreinbilder → mehr gekenn­zeichnet sind, wie es heute nur noch vor Shinto Schreinen zu finden ist. Die torii dienen hier als Ein­gänge eines speziellen, meist umzäunten Areals, das den Gräbern einer Familie vor­be­halten ist. In der Regel handelt es sich um bekannte Samurai-Geschlechter aus der Edo-Zeit.

Darüber hinaus gibt auf dem Kōya-san auch ein Areal, in dem sich Industrielle und andere An­ge­hörige des modernen „Geldadels“ bestatten ließen. Auch dessen Be­sich­tigung lohnt sich, denn man findet hier die er­staun­lichsten Grab­denk­mäler, unter anderem eines in Form einer Rakete...

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Gesamtansicht des Kōya-san (Kōya-san zenzu)

Panoramabild von Hirata Eikichi, Detail. Meiji-Zeit, 1896; 19 x 120 cm
Bild © Japanese Historical Maps, David Rumsey, Berekley. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Oben auf Berg Kōya das Mausoleum Kūkais, im Vordergrund Gräber der Tokugawa und anderer Prominenter aus der Edo-Zeit. Neben den Gräbern sind die Namen der berühmten Verstorbenen eingezeichnet.

Schematische Darstellung der Anlage von Hirata Eikichi, 1896


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Ikonographie