Bekannte Tempel

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Bekannte Tempel
Goldener Pavillion (Kinkaku-ji).
Tempel (Holz, vergoldet). Muromachi-Zeit, errichtet 1398, 1950 zerstört, 1955 wieder errichtet; „UNESCO Kulturerbe“; im Besitz des Zen-Klosters Shōkoku-ji
Bild © Ron Reznick, 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Der Kinkaku-ji ist wahrscheinlich das meist photographierte Bauwerk Kyōtos. Ursprünglich als Teehaus für den Shōgun Ashikaga Yoshimitsu konzipiert, ging er später in den Besitz des Zen-Klosters Shōkoku-ji über. Das Gebäude fiel 1950 einem Brandanschlag zum Opfer und wurde danach originalgetreu wiedererrichtet. Dennoch vermisst man ein wenig die historische Patina.

Silberner Pavillion.
Tempelhalle (Holz). Muromachi-Zeit, 1484–1490; „UNESCO Kulturerbe“, „Nationalschatz“.

Der berühmte Silberne Pavillion (Ginkaku-ji), dekorativ beschneit. Ebenso wie der Goldene Pavillion (Kinkaku-ji) war er ehemals ein Teehaus, das Ashikaga Yoshimitsu als Alterssitz errichten ließ. Die Anlage ist auch für die abstrakte Kegelform im Garten des Tempels berühmt, die den Berg Fuji darstellt.

Miniatur des Steingartens des Ryōanji-Tempels.
Steingarten.

Der berühmte Steingarten des Tempels Ryōan-ji wirkt auf Fotos meistens enttäuschend. Daher hier eine Miniatur-Replik, die einmal bei www.presentpicker.com als Geschenkartikel angeboten wurde.

Kinkaku-ji, (li.), Ginkaku-ji (m.), Ryōan-ji (re.)

Wer Tempeltera buddhistischer Tempel; das Wort leitet sich von einem koreanischen Begriff her, der ehemals in etwa tyər ausgesprochen wurde sehen will, muss nach Kyōto. Kyōto war bis 1868 nominell die Haupt­stadt Japans und stellte von der späten HeianHeian 平安 alter Name Kyōtos, eig. Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit) Hadaka matsuriPilgerschaftBautenItsukushimaKasuga... mehr-Zeit bis ins siebzehnte Jahr­hundert, also während der Blütezeit des japanischen Bud­dhis­mus, das politische und kulturelle Zentrum des Landes dar. Alle bud­dhis­tischen Richtungen errichteten hier ein­drucks­volle religiöse Anlagen. Bauwerke wie der Goldene Pavillion (Kinkaku-jiKinkaku-ji 金閣寺 Goldener Pavillion; Teil der Anlage des Zen-Tempels Shōkoku-ji in Kyōto, ursp. ein weltliches Teehaus ), der Silberne Pavillion (Ginkaku-jiGinkaku-ji 銀閣寺 Silberner Pavillion; Teil der Anlage des Zen-Tempels Shōkoku-ji in Kyōto ) oder der Steingarten des Ryōan-jiRyōan-ji 龍安寺 wtl. Tempel des friedlichen Drachens; Zen-Tempel (Teil des Myōshin-ji) mit bekanntem Steingarten in Kyōto zählen heute zu den bekanntesten Sehens­würdig­keiten Japans.

Macht man sich aber auf die geschichtlichen Spuren des japanischen Bud­dhis­mus, so finden sich auch viele interessante Tempel außerhalb der ehemaligen Haupt­stadt, z.B. in NaraNara 奈良 Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); ehemals: Heijō-kyō EmaYamabushiBautenHachimanItsukushima... mehr, das im achten Jahr­hundert das Zentrum des Landes darstellte. Im folgenden eine kurze Auswahl von Tempeln, die sowohl baulich als auch historisch von be­son­derem Interesse sind.

Tempel und Klöster

Berg Hiei

Mandala des Sannō Schreins (Sannō-miya mandara).
Hängerollbild, mandara (Farbe und Tusche auf Seide). Muromachi-Zeit, datiert 1447; im Besitz des Nara National Museum; 120,7 x 68,1 cm
Bild © E-Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).
Das Motiv dieses Bildes ist der Berg Hachiōji, ein Teil des Hiei-Massivs. Hiei ist der zentrale Klosterberg des Tendai Buddhismus. Es ist vielleicht kein Zufall, dass der dargestellte Berg einem Affen ähnelt, denn auch die Schutzgottheit des Berges, Sannō, wird gelegentlich als Affe dargestellt. Diese Schutzgottheit besitzt einen Schrein am Fuße des Berges, der hier detailreich dargestellt ist. Seine Einzelgottheiten (die kollektiv die Gottheit Sannō bilden) sind in der oberen Bildleiste abgebildet (s. Detailabbildung). Die Schreinanlage ist als shintoistischer Wächter des buddhistischen Klosters konzipiert.
. 1 Berg Hiei mit Hie Schrein

Berg HieiHiei-zan 比叡山 Klosterberg Hiei bei Kyōto, traditionelles Zentrum des Tendai Buddhismus HachimanNikkoBishamon-tenKukai... mehr ist ein Kloster­berg im Nordosten Kyōtos mit dem Haupt­kloster Enryaku-jiEnryaku-ji 延暦寺 Haupttempel des Hiei Klosterbergs OkuninushiHonji suijakuKamakuraVerwuenschungen... mehr. Er ist das Zentrum des TendaiTendai-shū 天台宗 Tendai-Schule, chin. Tiantai YamabushiNikkoBerg KoyaBishamon-ten... mehr Buddhismus und war jahr­hunderte­lang das mächtigste Kloster Japans, das eine gefürchtete Armee von Krieger­mönchen unterhielt und sich als (geistliche und militärische) Schutz­macht der Haupt­stadt ansah. 1571 wurde Berg Hiei allerdings durch den Feld­herrn Oda NobunagaOda Nobunaga 織田信長 1534–1582, Kriegsfürst, Reichseiniger WuerdentraegerAmidismusChristentumNichiren... mehr zerstört und danach nie mehr gänzlich wieder her­gestellt. Die ur­sprüng­liche Struktur der Anlage mit drei großen Tempel­bezirken und un­zäh­ligen Zweig­tempeln, die über das ganze Berg­massiv verstreut sind, besteht jedoch noch heute. Am östlichen Fuß des Berges liegt ein berühmter Schrein (also eine shintōistische Anlage), der Hie SchreinHie Taisha 日吉大社 Schutzschrein von Berg Hiei bei Kyōto; moderne Aussprache Hiyoshi Taisha; auch: Sannō Schrein OkuninushiHonji suijakuSymboltiere, der die Schutz­götter des Tempel­bergs beherbergt. (S.a. Kap. Geschichte, Saichō und Frühe Neuzeit.)

Berg Kōya

Mönche auf Berg Kōya.
Zeremonie. 2008; Berg Kōya, Wakayama-ken
Bild © Rafał Zgódka, flickr, 2008. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Mönche des Tempelberges Kōya in traditioneller Tracht des Shingon Buddhismus rezitieren Gebete vor dem shintōistischen Schutzschrein der Anlage, der sich in der Näher des Haupttempels befindet.

. 2 Mönche auf Berg Kōya
Gorintō.
Grabmonumente (Stein).

Typische Grabsteine (gorintō) aus vormoderner Zeit, entlang der Route zum Mausoleum Kūkais auf Berg Kōya.

Berg Kōya

Der Klosterberg KōyaKōya-san 高野山 Klosterberg südl. von Nara; sprituelles Zentrum des Shingon Buddhismus FriedhofPilgerschaftNikkoBerg Koya... mehr ist das geistliche Zentrum des Shingon BuddhismusShingon-shū 真言宗 Shingon-Schule, wtl. Schule des Wahren Wortes; wichtigste Vertreterin des esoterischen Buddhismus (mikkyō) in Japan AhnenkultMoencheYamabushiBerg Koya... mehr, der zusammen mit der Tendai Schule zu den be­deu­tend­sten bud­dhis­tischen Strömungen des Altertums zählt. Der weit­läufige Gebäude­komplex befindet sich in einer ab­ge­leg­enen Berg­region südlich von Nara. Wie alle große Tempel­anlagen besteht auch Berg Kōya aus vielen Einzel­tempeln, von denen einige wertvolle Kunst­schätze bergen. V.a. aber be­ein­druckt der Tempel­berg durch einen riesigen Friedhof in dessen hinterstem Teil, dem Oku-no-inOku-no-in 奥の院 wtl. Innerste [Tempel-] Halle; oft auch Mausoleum Berg Koya, sich das Mau­so­leum des Tempel­gründers KūkaiKūkai 空海 774–835, Gründer des Shingon Buddhismus; Eigennamen Saeki Mao, Ehrennamen Kōbō Daishi FeuergangShikokuBekannte SchreineFushimi... mehr befindet ... (Mehr)

Tōdaiji

Tōdaiji, Daibutsu-den.
Tempelhalle. 745 errichtet, heutige Form seit 1709
Bild © Taelos Katran, 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7).

Halle des Großen Buddas (Daibutsu) des Tōdaiji in Nara.

. 3 Tōdaiji

Der TōdaijiTōdaiji 東大寺 Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel SogiyaBekannte SchreineHachimanKasuga... mehr (der Große Ost-Tempel) war ursprünglich der mächtigste Tempel der alten Haupt­stadt Nara. Er wurde 745 als Zentrum eines landes­weiten Netzes von Provinz­tempeln (kokubunjikokubunji 国分寺 Provinztempel, Provinzialhaupttempel; in der Nara-Zeit Teil eines landesweiten Tempel-Netzwerks Bishamon-tenNara) gegründet. Sichtbares Zeichen seines Ranges war der Große Buddha (DaibutsuDaibutsu 大仏 Großer Buddha; monumentale Buddha Statue HachimanPagodenBishamon-tenDaibutsu Statuen... mehr), der 752 vollendet wurde. Er ist noch heute die größte Bronze­statue der Welt. Die Haupt­halle des Tōdaiji, in der der BuddhaBuddha बुद्ध „Der Erleuchtete“, jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀 AlltagAhnenkultFriedhofGorintoShikoku... mehr ausgestellt ist, gilt als welt­größtes Holz­gebäude. Der Tempel ist eine der Haupt­sehens­würdig­keiten von Nara und zählt zum UNESCO Welt­kultur­erbe.

Kōfuku-ji

Pagode des Kōfuku-ji.
Pagode (Holz). 8. Jh.; Kōfuku-ji, Nara
Bild © Wada Yoshio. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Die alte Pagode () ist das bedeutendste Gebäude des Kōfuku-ji.

. 4 Kōfuku-ji

Der Kōfuku-jiKōfuku-ji 興福寺 Tempel des Hossō-Buddhismus; einer der Sieben Großen Tempel von Nara Bekannte SchreineKasugaKamakuraNara... mehr ist ein weiterer wichtiger Tempel in Nara. Er diente der mächtigen Adels­familie der FujiwaraFujiwara 藤原 mächtigste Adelsfamilie im jap. Altertum Bekannte SchreineKasugaTenjinOkuninushi... mehr als Familien­tempel und liegt in unmittelbarer Nähe des KasugaKasuga Taisha 春日大社 Kasuga Schrein, Nara; ehemals Ahnenschrein der Fujiwara Bekannte SchreineItsukushimaKasugaOkuninushi... mehr Schreins, der ebenfalls von dieser Familie gegründet wurde. Dank der immensen Be­deu­tung dieser Familie während der Heian-Zeit, überflügelte der Kōfukuji den Tōdaiji, fand jedoch in Gestalt des Klosters auf Berg Hiei (s.o.) einen er­bit­ter­ten Kon­kur­ren­ten. Auch der Kōfuku-ji unterhielt eine gefürchtete Armee von Krieger­mönchen (sōheisōhei 僧兵 Kriegermönch, Mönchssoldat Kamakura) und war der größte Land­besitzer im Raum Nara. Zwischen Kōfuku-ji, Kasuga Schrein und dem Tōdaiji (dem Tempel des Großen Buddha) befindet sich heute ein großer Park, der von zahmen Hirschen bevölkert ist.

Hongan-ji

Goei-dō.
Tempel (Holz). Errichtet 1602, nach Feuerschaden 1895 wiederrichtet, 2008 rennoviert; „Nationalschatz“; Higashi Hongan-ji, Kyōto
Bild © Bernhard Scheid, flickr, 2016. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

Haupthalle des Higashi Hongan-ji, Goei-dō, wtl. Halle des Erhabenen Bildes. Gemeint ist die Hauptstatue, die Ordensgründer Shinran darstellt. Mit einem Grundriss von 76 x 58 m gilt diese Halle als ausladenstes Holzgebäude der Welt. An Höhe wird sie allerdings von der Haupthalle des Tōdaiji übertroffen.

. 5 Higashi Hongan-ji

Der zweigeteilte Hongan-jiHongan-ji 本願寺 Tempel in Kyōto; Haupttempel der Jōdo Shinshū; seit der Aufspaltung dieser Richtung im 17. Jh. gibt es eigentlich zwei, einen östlichen (Higashi Hongan-ji, Ōtani-ha) und einen westlichen (Nishi Hongan-ji, Honganji-ha) Amidismus ist das spi­ri­tu­elle Zentrum des Shin Bud­dhis­mus vom Reinen Land (Jōdo ShinshūJōdo Shinshū 浄土真宗 Shin-Buddhismus, bzw. Jōdo Shin-Buddhismus; wtl. „Wahre Schule des Reinen Landes“ AhnenkultAmidismusKamakuraReichseinigung... mehr), der zahlen­mäßig stärksten Richtung des japanischen Buddhismus. Sein Name leitet sich vom wichtigsten Gelübde (honganhongan 本願 „Ureid“; zumeist Gelübde des Buddha Amida, alle Lebewesen zu retten AmidismusJinno shotoki) des Amida Buddha ab. Hongan-ji gibt es eigentlich zwei, den Westlichen (Nishi Hongan-jiNishi Hongan-ji 西本願寺 Westlicher Hongan-Tempel in Kyōto; Haupttempel der Honganji-Linie des Jōdo-Shin Buddhismus; s.a. Östlicher Hongan-Tempel (Higashi Hongan-ji) Amidismus) und den Östlichen (Higashi Hongan-jiHigashi Hongan-ji 東本願寺 Östlicher Hongan-Tempel in Kyōto; Haupttempel der Ōtani-Linie des Jōdo-Shin Buddhismus; s.a. Westlicher Hongan-Tempel (Nishi Hongan-ji) Amidismus). Beide stehen jeweils an der Spitze riva­lisie­render Fraktionen der Jōdo Shinshū. Für viele Japan­besucher ist der Higashi Hongan-ji (auch O-higashi-san) der erste große Tempel, den sie besichtigen, denn er liegt in un­mittel­barer Nähe des Haupt­bahnhofs von Kyōto. Der etwa gleich große Nishi Hongan-ji (O-nishi-san) liegt nur wenige hundert Meter westlich. Beide besitzen eine mächtige Halle für den Ordensgründer ShinranShinran 親鸞 1173–1262; Gründer der Jōdo Shin-Schule AmidismusKamakuraNichiren und eine etwas kleinere Halle für Amida. Dies rührt daher, dass der Name Hongan-ji ursprünglich für ein bescheidenes Mausoleum des Ordensgründers vorgesehen war. In Folge der starken Verfolgungen, denen Shinrans Anhänger ausgesetzt waren, entstanden mehrere Hongan-ji in verschiedenen Landesteilen, u.a. auch in Ōsaka. Die heutigen Haupttempel der Schule entstanden erst zur Zeit der Reichs­einigung um das Jahr 1600. Zunächst bedachte Toyotomi HideyoshiToyotomi Hideyoshi 豊臣秀吉 1537–1598, Feldherr, Diktator; bekannt als der zweite von drei Reichseinigern am Ende der „Zeit der kämpfenden Länder“ (Sengoku Jidai) HachimanTenjinDaibutsu StatuenYasukuni... mehr die Erben Shinrans mit dem Grundstück des heutigen Nishi Hongan-ji, während Tokugawa IeyasuTokugawa Ieyasu 徳川家康 1543–1616; 1. Tokugawa Shōgun; Reichseiniger Bekannte SchreineHachimanNikkoAsakusa... mehr im Jahr 1602 einer rivalisierenden Gruppe (der sog. Ōtani-ha) das Grundstück des Higashi Hongan-ji schenkte. Dies geschah mit dem Hinter­gedanken, allfällige Sympathien für Hideyoshi innerhalb der damals auch militärisch starken Glaubens­gemein­schaft durch Teilung der Gemeinde zu schwächen (s.a. Amidismus).

Asakusa Tempel

Nakamise-dōri.
Einkaufsstraße; Asakusa-dera, Asakusa, Tōkyō
Bild © Wada Yoshio, 2006. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

Zugangsweg zum Asakusa Tempel und älteste Shoppingmall Japans aus der Edo-Zeit.

. 6 Asakusa Tempel, Nakamise-dōri
Donnertor (kaminari-mon).
Tempeltor; Asakusa-dera, Tōkyō
Bild © Tokyo Views, flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Eingang zum Tempelzugangsweg durch das Kaminari-mon des Asakusa Tempels, bewacht von Windgott und Donnergott.

Asakusa

Wenn man in Tōkyō einen tra­di­tio­nellen Tempel besuchen will, so ist AsakusaAsakusa-dera 浅草寺 Tempel in Tōkyō; offizielle (sino-jap.) Lesung: Sensō-ji BodhidharmaKannon die erste Adresse. Natürlich gibt es noch zahlreiche andere bud­dhis­tische Tempel, aber nur wenige, bei denen das gesamte archi­tek­tonische Ensemble (inklusive Eingang, Pagode und Seiten­gebäude) nach wie vor so gut zur Geltung kommt. Dabei ist auch Asakusa nicht von den Kriegs­schäden des Zweiten Welt­krieges verschont geblieben. Die meisten Gebäude brannten dabei ab und wurden in der Nach­kriegs­zeit wieder aufgebaut. Doch tat dies der Be­liebt­heit des Tempels, der seit alters her für seine vielen bunten Souvenir­läden und für seine mit riesigen Lampions ge­schmückten Tempeltore (toriitorii 鳥居 Torii, Schreintor; wtl. „Vogelsitz“ PhalluskulteOpfergabenBautenBekannte SchreineFushimi... mehr) berühmt ist, keinen Abbruch. Bereits in der EdoEdo 江戸 Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit); ShichigosanMatsuriPhalluskulteMoencheWuerdentraeger... mehr-Zeit war Asakusa ein populäres Zentrum des Kannon-Glaubens. Das Haupt­heiligtum ist eine winzige Kannon­statue, die der Sage nach von drei Fischern in ihren Netzen gefunden wurde. ... (Mehr)

Kiyomizu Tempel

Kiyomizu-dera.
Tempelhalle (Holz). Gegr. 778, heutige Form seit 1633; „Nationalschatz“; Kyōto
Bild © Ron Reznick, 2004. (Letzter Zugriff: 2016/8).

Der Kiyomizu Tempel im Frühling. Besonders eindrucksvoll ist das terassenartige Podest aus Holz, das gänzlich ohne Nägel errichtet wurde.

. 7 Kiyomizu-dera

Der Kiyomizu-deraKiyomizu-dera 清水寺 Tempel in Kyōto DaikokuKannonKomainu (eig. Otowayama Kannon-ji) ist ein weiterer KannonKannon 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt PhalluskulteFushimiKasugaNikko... mehr Tempel und zugleich eine der Top-Sehens­würdig­keiten von Kyōto. Besonders berühmt ist die ter­ras­sen­artige Haupt­halle, aber auch das Eingangstor und die Pagode sind sehr ein­drucks­voll. Außerdem gibt es einen wunder­wirkenden Wasser­fall (Otowa-no-taki), von dem sich der Tempel­name (kiyomizu = „Reines Wasser“) herleitet. Unmittelbar hinter dem Tempel befindet sich der Jishu JinjaJishu Jinja 地主神社 Schrein des Ōkuninushi beim Kiyomizu Tempel in Kyōto; Ōkuninushi wird hier als enmusubi no kami, als Gottheit für Liebende oder Liebesuchende, verehrt , ein Schrein der Gott­heit ŌkuninushiŌkuninushi 大国主 mythol. Gottheit; wtl. Großer Meister des Landes Ise IzumoIzumo SchreinOkuninushiGluecksgoetter... mehr, der Verliebten Glück bringen soll. Der Kiyomizu-dera wurde bereits in der Heian-Zeit ge­grün­det, seine heutige Form stammt aus dem sech­zehnten und sieb­zehnten Jahr­hundert.

Verweise

Bilderläuterungen

  1. Hie mandara.jpg
    Mandala des Sannō Schreins (Sannō-miya mandara).
    Hängerollbild, mandara (Farbe und Tusche auf Seide). Muromachi-Zeit, datiert 1447; im Besitz des Nara National Museum; 120,7 x 68,1 cm
    Bild © E-Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/5).

    Das Motiv dieses Bildes ist der Berg Hachiōji, ein Teil des Hiei-Massivs. Hiei ist der zentrale Klosterberg des Tendai Buddhismus. Es ist vielleicht kein Zufall, dass der dargestellte Berg einem Affen ähnelt, denn auch die Schutzgottheit des Berges, Sannō, wird gelegentlich als Affe dargestellt. Diese Schutzgottheit besitzt einen Schrein am Fuße des Berges, der hier detailreich dargestellt ist. Seine Einzelgottheiten (die kollektiv die Gottheit Sannō bilden) sind in der oberen Bildleiste abgebildet (s. Detailabbildung). Die Schreinanlage ist als shintoistischer Wächter des buddhistischen Klosters konzipiert.

  2. Koya monks.jpg
    Mönche auf Berg Kōya.
    Zeremonie. 2008; Berg Kōya, Wakayama-ken
    Bild © Rafał Zgódka, flickr, 2008. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

    Mönche des Tempelberges Kōya in traditioneller Tracht des Shingon Buddhismus rezitieren Gebete vor dem shintōistischen Schutzschrein der Anlage, der sich in der Näher des Haupttempels befindet.

  3. Todaiji.jpg
    Tōdaiji, Daibutsu-den.
    Tempelhalle. 745 errichtet, heutige Form seit 1709
    Bild © Taelos Katran, 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7).

    Halle des Großen Buddas (Daibutsu) des Tōdaiji in Nara.

  4. Kofukuji.jpg
    Pagode des Kōfuku-ji.
    Pagode (Holz). 8. Jh.; Kōfuku-ji, Nara
    Bild © Wada Yoshio. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

    Die alte Pagode () ist das bedeutendste Gebäude des Kōfuku-ji.

  5. Goeido higashi honganji.jpg
    Goei-dō.
    Tempel (Holz). Errichtet 1602, nach Feuerschaden 1895 wiederrichtet, 2008 rennoviert; „Nationalschatz“; Higashi Hongan-ji, Kyōto
    Bild © Bernhard Scheid, flickr, 2016. (Letzter Zugriff: 2016/9/6).

    Haupthalle des Higashi Hongan-ji, Goei-dō, wtl. Halle des Erhabenen Bildes. Gemeint ist die Hauptstatue, die Ordensgründer Shinran darstellt. Mit einem Grundriss von 76 x 58 m gilt diese Halle als ausladenstes Holzgebäude der Welt. An Höhe wird sie allerdings von der Haupthalle des Tōdaiji übertroffen.

  6. Asakusa nakamise.jpg
    Nakamise-dōri.
    Einkaufsstraße; Asakusa-dera, Asakusa, Tōkyō
    Bild © Wada Yoshio, 2006. (Letzter Zugriff: 2016/9/18).

    Zugangsweg zum Asakusa Tempel und älteste Shoppingmall Japans aus der Edo-Zeit.

  7. Kiyomizu1.jpg
    Kiyomizu-dera.
    Tempelhalle (Holz). Gegr. 778, heutige Form seit 1633; „Nationalschatz“; Kyōto
    Bild © Ron Reznick, 2004. (Letzter Zugriff: 2016/8).

    Der Kiyomizu Tempel im Frühling. Besonders eindrucksvoll ist das terassenartige Podest aus Holz, das gänzlich ohne Nägel errichtet wurde.

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„Bekannte Tempel.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 18.9.2018). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Bekannte_Tempel?oldid=71007