Religion in Japan > Bauten > Schreine

Torii: Markenzeichen der kami

Wechseln zu: Navigation, Suche
Torii Markenzeichen der kami

Toriitorii 鳥居 Torii, Schreintor; wtl. „Vogelsitz“; siehe auch Schreine, Yasukuni, Jenseits, Bekannte Tempel, Stupa sind das markanteste Kennzeichen eines Shintō-Schreins. Trifft man in Japan auf ein Gebäude mit der schlichten sym­bo­lischen Balken­kon­struk­tion davor, so handelt es sich fast immer um ein shin­tō­is­tisches Heilig­tum. Dank ihrer simplen, einprägsamen Form sind torii nicht nur zu einem Emblem des ShintōShintō 神道 Shintō; wtl. Weg der Götter, Weg der kami; siehe auch Texte, Buddhismus Lehre, Stereotype, Yuiitsu shinto myobo yoshu, Weltbild, sondern sogar zu einem Er­kennungs­zeichen der tra­di­tio­nellen japa­nischen Kultur schlecht­hin geworden.

Torii meiji.jpg
Torii im klassischen myōjin-Stil (Bild: Wikimedia Commons, 2002). Mit einer Höhe von zwölf Metern ist dieses torii das größte hölzerne myōjin torii Japans. Zur Zeit der Errichtung des Meiji Schreins (um 1920) wurde dieses Torii aus einer 1200 Jahre alten taiwanesischen Zypresse (hinoki) hergestellt. Taiwan war damals bekanntlich japanische Kolonie. 1966 wurde das Torii jedoch durch einen Blitzeinschlag beschädigt. Daraufhin suchte man in Japan vergeblich nach entsprechenden Baumriesen. Erst 1975 gelang es, wiederum mit einer Zypresse aus Taiwan, ein neues, ähnlich großes Torii zu errichten. (S. Meiji jingū)
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Torii in Ise (Bild: Courtney Milne, 1989). Torii im shinmei-Stil. Die dahinter sichtbare Brücke gehört zur Anlage des Naikū, also des Inneren Ise Schreins. Ein Priester schützt sich mit einem photogenen Schirm vor dem leichten Sommerregen.
Torii kusakabe.jpg
Kusakabe Kinbei, Torii am Haruna See (Bild: Okinawa soba, flickr 2008). Auf dieser Aufnahme ist gut zu erkennen, dass manche torii mit einem schmalen Dach bedeckt sind. Das hier ist allerdings schon zur Hälfte heruntergebrochen.
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Torii-Tunnel (Bild: Kevin Hulsey, 2009). Torii-Tunnel des Fushimi Inari Taisha.
Beispiele berühmter torii

Trotz ihrer em­ble­matischen Gestalt liegen die ursprüngliche Funktion und Be­deutung der torii im Dunklen. Zu ihrem rätselhaften Charakter trägt auch die Be­zeichnung „torii“ selbst bei. Das Wort wird mit den Schrift­zeichen für „Vogel“ (tori 鳥) und „sich befinden“ (i[ru] 居) geschrieben und würde demnach soviel wie „Vogel­sitz“ bedeuten. Von Vögeln ist aber auf keinem bekannten torii auch nur die geringste Spur zu erkennen.

Grundform und Stilvarianten

Die Grundform der torii besteht aus zwei Pfosten und zwei waagrechten Balken. Trotz dieser Einfachkeit kennt die japanische Archi­tektur­geschichte eine stattliche Anzahl von Stil­formen, je nach dem, ob die Pfosten lotrecht stehen oder leicht geneigt sind, ob der Ober­balken gerade oder ge­schwungen ist, und ob der Unter­balken über die Pfosten hin­aus­ragt oder nicht. Dazu kommen noch einige Spezial­konstruk­tionen oder Hybrid­formen. Diese werden zumeist nach den re­prä­sen­ta­tivsten Schreinen benannt, in denen sie zu finden sind.

Myōjin torii

Myojintorii.gif

Der bei weitem häufigste Stiltyp ist das sogenannte myōjin toriimyōjin torii 明神鳥居 Stilvariante der torii (Schreintore) : geschwungene Balken, schräge Pfosten; . Es besitzt zwei leicht nach innen geneigte Pfosten, einen sanft ge­schwungenen Ober­balken (kasagikasagi 笠木 Oberer Querbalken eines torii (Schreintors); , wtl. „Schirmholz“), der aus mehreren Kanthölzern zusammen­gesetzt ist, und einen Unter­balken (nukinuki Unterer Querbalken eines torii (Schreintors); , wtl. „Durch­stecher“), der an beiden Enden über die ihn tragen­den Pfosten hinausragt. Bei myōjin torii aus Holz ist der Oberbalken zumeist mit einem kleinen Dach ausgestattet. Zwischen Ober- und Unter­balken befindet sich ein vertikales Brett (gakuzukagakuzuka 額束 Schrifttafel eines torii (Schreintors); ), an dem Tafeln mit Inschriften ange­bracht werden können.

Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Torii in Nikkō (Bild: , 1998). Torii in der Schreinanlage von Nikkō.
5 Myōjin torii aus Stein, Nikkō
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Usa torii (Bild: Soramimi, Wikimedia Commons). Das sog. usa torii entspricht weitgehend der konventionellen Form, besitzt allerdings keine Mittelverstrebung (gakuzuka) zwischen den beiden Querbalken, dafür aber einen besonders lebhaft hochgezogenen Querbalken. Der berühmte Usa Hachiman-gū dürfte diese Variante geprägt haben.
6 Usa torii, Usa Schrein, Kyushu
Myōjin torii Varianten mit und ohne gakuza

Shinmei torii

Shinmeitorii.gif

Die simpelste Form ist das shinmei-shinmei torii 神明鳥居 Stilvariante des torii (Schreintors) im sogenanten shinmei-Stil: gerade Balken, lotrechte Pfosten; oder ise torii, bestehend aus lotrechten, runden Pfosten (hashirahashira Pfeiler, Pfosten; auch: Zählwort für Gottheiten (kami); ) und geraden Quer­balken ohne gakuzuka. Der Quer­balken ragt nicht über die tragenden Pfosten hinaus. Dieser Typus entspricht dem Schreinstil von Ise (shinmei-zukurishinmei-zukuri 神明造 Baustil der Schreine von Ise bzw. Stil der torii von Ise; auch shinmei torii; siehe auch Schreinanlage Ise, Ise Izumo) und wurde wohl auch in der antiken Schrein­anlage von IseIse 伊勢 vormoderne Provinz (heute Präfektur Mie); Kurzbezeichnung für die Schreinanlage von Ise (Ise Jingū); siehe auch Daikoku, Kamidana, Kami Kulte, Pilgerschaft, Staatsshinto entwickelt. Zur Zeit des Staatsshintō im 19. und 20. Jahrhundert wurde diese ver­meint­lich archaische Form besonders gerne verwendet (etwa im Yasukuni SchreinYasukuni Jinja Yasukuni Schrein, Tōkyō; siehe auch Yasukuni, Itako, Staatsshinto, Kyoiku chokugo, Schreinanlage Ise).

Torii geku.jpg
Shinmei torii (Bild: SBA73, flickr 2008). Ein Beispiel für ein torii im einfachen, rustikalen shinmei-Stil.
7 Torii des Äußeren Schreins von Ise
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Torii an der Uji Brücke in Ise . Dieses torii im shinmei-Stil befindet sich vor der Uji-Brücke in Ise, die wiederum den einzigen offiziellen Zugang zum Naikū, dem Inneren Ise Schrein darstellt.
8 Ise, Uji Brücke
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Yasukuni torii (Bild: Bernhard Scheid, März 2012). Monumentales torii im shinmei-Stil am Eingang der Schreinanlage des Yasukuni Jinja. Zur Zeit seiner Errichtung (1921) das größte torii Japans; 1943 zur Kriegsmaterialgewinnung eingeschmolzen; 1974 neu errichtet. Mit 25m Höhe nach wie vor das größte torii Japans.
9 Yasukuni torii

Sonderformen

Miyajima torii2.jpg
Torii von Miyajima (Bild: Melissa Rose Chasse, flickr 2002). Das berühmte torii von Miyajima steht im seichten Meerwasser und ist gegen die Wellen mit einer speziellen Konstruktion verstärkt. Man nennt diese Bauart ryōbu torii.
10 Ryōbu torii

Die „hybriden“ torii zeichnen sich dadurch aus, dass sie die simple Grundform durch zusätzliche Elemente ergänzen. Unter diesen Formen ist das sogenannte ryōbu toriiryōbu torii 両部鳥居 Stilvariante der torii (Schreintore): besitzt zur Unterstützung der zwei Hauptpfosten vier kleine Zusatzpfosten; das bekannteste. Es ent­spricht im wesent­lichen dem myōjin-Typ, besitzt aber zur Unter­stützung der beiden Haupt­pfosten vier kleinere Zusatz­pfosten. Das berühmte, vom Meer umspülte torii von MiyajimaMiyajima 宮島 Schreininsel nahe Hiroshima; s.a. Itsukushima Schrein; siehe auch Shinto-Goetter, Itsukushima, Bekannte Schreine ist so konstruiert.

Ein weiterer Hybrid­typ ist das sannō toriisannō torii 山王鳥居 Stilvariante der torii (Schreintore): myōjin torii mit einem zusätzlichen Giebel; mit einem Drei­eck auf dem „Kopf“. Schließlich gibt es auch in ein paar wenigen Schreinen ein dreidimensionales torii, das seine Funktion als Tor ad absurdum führt, indem drei torii zu einer auf sich selbst verweisende Struktur verschmolzen sind.

Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Torii vor dem Hie (Hiyoshi)-Schrein . Eingang zum Hiyoshi Schrein am Fuß des (buddhistischen!) Klosterbergs Hiei. Die Hauptgottheit dieses Schreins ist Sannō, wtl. der „Bergkönig“. Das Dreieck am Oberbalken dieses torii stellt eine Anspielung auf diesen Namen dar.
Hiyoshi, Shiga-ken
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Altes Stein-torii (Bild: cherry snow, Blog, 2009/4). Rustikales Stein-torii, das angeblich älteste seiner Art in Japan. Es stammt aus einer Zeit, als in dieser Gegend noch Kriege gegen die Ureinwohner des Nordens, die Emishi geführt wurden.
Stein-torii
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Dreibeiniges torii (Bild: Ukinedori, Blog, 2010). Eigentümliches dreiteiliges torii. Es befindet sich in einem alten Schrein in Kyōto, wo unter anderem der wilde Geist (aramitama) der Amaterasu verehrt wird.
Dreiteiliges torii
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Seltenes Beispiel eines dreiteiligen torii (Bild: Miwa no Hihara). Dieses torii besteht aus drei zusammengefügten Toren und ist außerdem mit verschließbaren Türen versehen. Es hütet den Zugang zum dahinter liegenden Berg Miwa, der als Ganzes das shintai (Hauptheiligtum) des Hibara Schreins darstellt.
Der Hibara Schrein ist ein Seitenschrein des (Ō)miwa Schreins, der sich ebenfalls am Fuß des gleichnamigen Berges befindet und diesen als shintai ansieht. Auch im Miwa Schrein gibt es ein dreiteiliges verschließbares torii, das allerdings weniger photogen ist.
Im übrigen soll Amaterasu, bevor sie in Ise verehrt wurde, hier im Hibara Schrein verehrt worden sein, weshalb der Schrein auch den Beinamen Moto-Ise (Ur-Ise) trägt.
Hibara Jinja, Nara
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Dreiteiliges torii (Bild: Bernhard Scheid, 2007). Auch dieses torii ist dem Prototyp aus Miwa (miwa torii) nachempfunden. Miwa bedeutet „Drei Ringe“, Mitsumine „Drei Gipfel“. Möglicherweise ist die Zahl Drei in beiden Schreinnamen ausschlaggebend für die dreiteilige Form.
Mitsumine Jinja
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Miniatur-torii (shobenyoke torii) (Bild: Wikimedia Commons (jap.), 2004). Dieses Miniatur-torii soll als dezente Aufforderung verstanden werden, hier nicht gegen den Zaun eines privaten Grundstücks zu pinkeln. (In Japan funktioniert das!)
shōben-yoke

Der Miwa SchreinŌmiwa Jinja 大神神社 Ōmiwa Schrein, auch Miwa Schrein, nahe Nara; einer der ältesten Schreine Japans; siehe auch Shinto-Goetter, Imaginaere Tiere, Schreinanlage Ise, Goetter der Erde, Okuninushi besitzt gleich mehrere Besonderheiten. Zum einen gibt es hier das miwa toriimiwa torii 三輪鳥居 Stilvariante der torii (Schreintore): besteht aus drei myōjin torii, ohne Neigung der Pfosten; , das links und rechts von kleineren Seiten-torii flankiert wird. Eine weitere torii-Sonder­form ist das soge­nannten shime-shimetorii 注連鳥居 Torii (Schreintor) bestehend aus zwei Pfosten und einem Seil; auch chūren torii gelesen; siehe auch Bekannte Schreine oder chūren torii. In diesem Fall sind die zwei tragenden Pfosten lediglich durch ein mächtiges Seil (shimenawashimenawa 注連縄 shintōistisches „Götter-Seil“; geschlagene Taue aus Reisstroh.; siehe auch Stereotype, Kamidana, Phalluskulte, Ise Izumo, Shimenawa) verbunden. Ob man diese Form, die es nur in ein paar wenigen alten Schreinen gibt, überhaupt als torii bezeichnen soll oder nicht, ist unklar. Es könnte sich um eine Früh­form der torii handeln, einen sicheren Beweis dafür gibt es jedoch nicht.

Omiwa.jpg
Shime-torii vor der Zeremonienhalle (Bild: Horohoro, 2004). Shime-torii vor der Zeremonienhalle des Miwa Jinja.
17 Shime-torii, Ōmiwa Schrein (Präfektur Nara)

Funktion

Torii dienen im Allgemeinen dazu, eine sym­bo­lische Grenze zwischen Heiligem und Profanem zu markieren. Die pro­minentesten torii befinden sich daher zumeist am Zugangs­weg zu einem Schrein, doch auch innerhalb eines Schrein­areals können torii auf­gestellt sein, z.B. um die wichtigsten Schrein­gebäude zu kennzeichnen. Auch werden torii häufig hinter einander auf­gestellt und können sogar zu tunnel­artigen Gebilden zusammen­wachsen. Das extremste Beispiel ist der Fushimi Inari SchreinFushimi Inari Taisha 伏見稲荷大社 Großschrein der Gottheit Inari in Fushimi, im Süden Kyōtos; siehe auch Opfergaben, Bekannte Schreine, Inari, Verwandlungskuenstler in Kyōto, wo ein ganzer Berg von torii-Tunneln überzogen ist.

Torii scheinen bereits im japanischen Altertum als Er­kennungs­zeichen von Kult­stätten der ein­heim­ischen kami fungiert zu haben. Man könnte sie daher auch als ein Zeichen einer bewussten Unter­scheidung von Shintō und Bud­dhis­mus interpretieren. Allerdings gibt es einige Aus­nahmen, in denen torii auch vom Buddhismus in den Dienst genommen werden.

Torii außerhalb des Shintō

Torii shitennoji.jpg
Torii des Tempels Shitennō-ji (Bild: KENPEI's photo, Wikimedia Commons (jap.),2004). Der Shitennō-ji ist wahrscheinlich das älteste staatlich errichtete bud­dhis­tische Kloster Japans. Es soll im Jahr 593 von Prinzregent Shōtoku Taishi gegründet worden sein. Wann das torii gebaut wurde, ist nicht bekannt, es soll jedoch ursprünglich aus Holz gewesen sein und wurde nach einem Brand im Jahr 1294 durch ein steinernes ersetzt.
18 Shitennō-ji, Ōsaka

Vor dem bud­dhis­tischen Tempel Shitennō-jiShitennō-ji 四天王寺 buddh. Tempel im heutigen Ōsaka; zählt zusammen mit dem Asuka-dera zu den beiden ältesten Tempeln Japans (Gründung 593); siehe auch Bishamon-ten, Shotoku Taishi, Drei Affen, Waechtergoetter, Shinto in Ōsaka gibt es ein torii aus Stein, das den Haupt­zugang zur Tempel­anlage markiert. Der Shitennō-ji ist nicht etwa irgendein Tempel, sondern das älteste staatlich errichtete bud­dhis­tische Kloster Japans. Es wurde im Jahr 593 von Prinz­regent Shōtoku TaishiShōtoku Taishi 聖徳太子 574–622; Prinz Shōtoku; kaiserlicher Regent; siehe auch Bishamon-ten, Shotoku Taishi, Honji suijaku, Fruehzeit, Tempel gegründet. Wann das torii gebaut wurde, ist nicht bekannt, es soll jedoch ur­sprüng­lich aus Holz gewesen sein und wurde nach einem Brand im Jahr 1294 durch ein steinernes torii ersetzt.

Koya5.jpg
Grabanlage (Bild: Chantal Dupasquier, flickr 2005). Grabanlage (haka mit gorintō) der Daimyō-Familie Shimazu aus Satsuma/Kyūshū auf Berg Kōya.
19 Gräber auf Berg Kōya

Obwohl der Totenkult in Japan tradi­tio­neller­weise fest in buddhistischer Hand ist, findet man auf alten Fried­höfen torii vor den Grab­anlagen bedeutender Familien aus der EdoEdo 江戸 Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);; siehe auch Okuninushi, Itako, Tengu Motive, Waechtergoetter, Tenjin-Zeit. (s. dazu auch Friedhof auf Berg Kōya.)

Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Achtarmige (Happi) Benzaiten (Bild: Wada Yoshio, 2003). Statue des Benzaiten-Heiligtums mit torii als Kopfputz auf der Schreininsel Chikubushima im Biwa See, eine der „Drei Großen Benten“ Kultstätten Japans.
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Kumano Mandala (Kumano kanshin jikkai mandara) . Der Ausschnitt dieses Mandalas zeigt die japanische Unterwelt (jigoku) nach geläufigen buddhistischen Vorstellungen der Edo-Zeit. Torii dienen zur Abgrenzung der einzelnen Bereiche der Wiedergeburt.
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Kakumei Gyōja, Ontake-san (Bild: [1], Wikimedia Commons, 2014). Statue der Kakumei-dō, der Gedächtnisstätte des Shugendō-Asketen Kakumei Gyōja (1718–1786). Kakumei ist eindeutig als buddhistischer Pilger (henro) mit Pilgerstab und vajra-Glocke dargestellt, doch ist die ihm geweihte Anlage mit einem torii markiert. Sie gehört heute zum Ontake Schrein, einem Zentrum der Bergasketen (yamabushi); Kakumei trug in der Edo-Zeit stark zur Popularität von Ontake als Pilgerzentrum bei und wurde sowohl als Bodhisattva als auch als kami (reishin) verehrt (Encyclopedia of Shinto; Shinden daikan).
Benzaiten; Kumano mandara; torii vor einer Buddha Statue

Die indische Gottheit SarasvatiSarasvatī (skt.) सरस्वती indischer Fluss; Flussgöttin der Beredsamkeit, der Musik und der Gelehrsamkeit, jap. Benzaiten 弁才天; siehe auch Bishamon-ten, Goldglanz Sutra, Benzaiten, Gluecksgoetter kam als Beschützerin des Bud­dhis­mus mit diesem nach Japan und wird hier als BenzaitenBenzaiten 弁才天/弁財天 Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Benten; siehe auch Heilige, Imaginaere Tiere, Itsukushima, Ebisu, Goldglanz Sutra verehrt. Auf vielen Dar­stellungen trägt Benzaiten auf dem Haupt ein torii, hinter dem eine Schlange mit mensch­lichem Kopf zu erkennen ist.

Bud­dhis­tische Höllendarstellungen aus der Edo-Zeit bedienen sich der torii, um ver­schiedene Bereiche der Hölle von einander ab­zu­gren­zen.

Die synkretistischen Bergasketen (yamabushiyamabushi 山伏 Bergasket, wtl. der in den Bergen schläft; Praktikant des Shugendō; siehe auch Myoo, Shinbutsu bunri, Feuergang, Bishamon-ten, Itako) bedienen sich zur Kenn­zeichnung ihrer Heilig­tümer sowohl des torii als auch bud­dhis­tischer Embleme.

Kumano nachi mandara.jpg
Kumano Nachi Mandala (Bild: Kokugakuin University Library). Unter einem großen torii vollziehen buddhistische Mönche einen Ritus. Davor sieht man ein Schiff, das ebenfalls mit torii bestückt ist, doch auf dem Segel steht „Ehre dem Buddha Amida“ namu amida butsu. Die Szene ist ein Ausschnitts eines Schrein-Mandalas, auf dem die Umgebung des Nachi Schreins in Kumano dargestellt ist. Der Ort war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit auch dafür berühmt, dass sich Amida-Gläubige in Boote aussetzen ließen, um von hier Fudaraku, das Reine Land von Amidas Begleiter Kannon Bosatsu, zu erreichen, das man südlich der Halbinsel von Kumano wähnte. Das Boot mit den torii ist für diese Fahrt ins Ungewisse gedacht. Die Praktikanten ließen sich in einer Art Hütte an Bord einsperren und hofften, dass ihnen die Wiedergeburt in Kannons Paradies sicher wäre, wenn sie auf diese Weise den Tod finden würden. (S.a. Religiöse Selbstmorde.)
23 Auftakt zu einem buddhistischen Selbstopfer, mit torii

Schließlich markierten torii auch die Boote, auf denen buddhistische Weltflüchtige sich aussetzen ließen, um das Reine Land des KannonKannon 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt; siehe auch Kannon, Waechtergoetter, Inari, Amida, Opfer, FudarakuFudaraku 補陀落 paradisische Insel des Kannon (Avalokiteshvara), abgeleitet von skt. Potalaka; siehe auch Opfer, Kannon, Nikko zu erreichen. Diese besondere Art des religiösen Selbstmords wurde eng mit dem gemischt-religiösen Zentrum von KumanoKumano 熊野 Region im Süden der Halbinsel Kii (Wakayama-ken), bekannt für ihre alten Pilgerzentren (s. Kumano Sanzan); siehe auch Yamabushi, Pilgerschaft im Süden der Halbinsel Kii assoziiert und findet sich daher auch in vielen Mandalas, die diese Gegend darstellen, auch wenn die Praxis selbst nur sehr selten vollzogen wurde. Bemerkenswert ist auch in diesem Fall die enge Verbindung von torii und Totenkult.

Verwandte der torii außerhalb Japans

Die frühesten Erwähnungen von torii stammen aus japa­nischen Quellen des zehnten Jahr­hunderts. Ob kami-Schreine davor schon durch „Vogel­sitze“ ge­kenn­zeichnet waren und wie diese aus­gesehen haben könnten, ist un­bekannt. Es wird daher immer wieder die Frage gestellt, ob nicht selbst die torii, diese zutiefst shintō­istischen Identitäts­merkmale, ein Produkt des Bud­dhis­mus sind, oder zumindest einen nicht-japanischen Ursprung besitzen. Für derartige An­nahmen gibt es verschiedene An­halts­punkte, da torii-ähnliche Kon­struk­tionen in vielen asiatischen Kulturen zu finden sind. Im folgenden werden die wichtigsten „Ver­wandten“ der torii, die immer wieder als Pro­to­typen in Betracht gezogen werden, kurz vor­ge­stellt.

Indien

Torii sanchi.jpg
Torana (Bild: Scott Weatherson, flickr 2009). An den vier Seiten des ältesten buddhistischen Grabstupas (gorintō) in Sanchi befinden sich markante Eingänge, die wie ein reich verziertes torii mit einem dritten Querbalken aussehen. Man nennt diese Tore auf Sanskrit torana. Aufgrund ihrer Ähnlichkeiten in Form und Namen wurden sie von frühen Japanologen als Vorläufer der torii angesehen.
24 Torana in Sanchi

An den vier Seiten des ältesten buddhistischen Grabstupas in SanchiSāñcī (skt.) सांची Ortschaft im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh, bekannt für ihre buddhistischen Grabmonumente (stupa); siehe auch Stupa, Indien, befinden sich markante Ein­gänge, die wie ein reich verziertes torii mit einem dritten Quer­balken aus­sehen. Man nennt diese Tore auf San­skrit toranatoraṇa (skt.) तोरण „Bogen“, Torbogen, Tor; . Die Ähn­lich­keiten in Wort­klang und Aus­sehen bewo­gen frühe Japano­logen (u.a. AstonWilliam George Aston (west.) 1841–1911; brit. Diplomat und Pionier der Japanologie; Übersetzer des Nihon shoki; siehe auch Phalluskulte, Mythentexte und ChamberlainBasil Hall Chamberlain (west.) 1850–1935, brit. Pionier der Japanforschung; siehe auch Mythentexte) zu der Annahme, torii stamm­ten von torana ab. In­zwi­schen sind so­wohl von linguis­tischer als auch von kunst­historischer Seite schwer­wiegende Ein­wände gegen diese Theorie geäußert worden.

Thailand

Bangkok swing.jpg
Sao Ching Cha, die Große Schaukel (Bild: Mattana, Wikimedia Commons, 2007). Sao Ching Cha, die Große Schaukel in Bangkok, welche erstaunliche Ähnlichkeit mit einem torii aufweist.
25 Große Schaukel (30m)
Sao Ching Cha vor dem Tempel Wat Suthat in Bangkok

In Bangkok gibt es die sogenannte Große Schaukel (Sao Ching Cha), ein rituelles Gerät, das auf den ersten Blick (wenn man die Verzierungen einmal beiseite lässt) verblüffende Ähn­lich­keiten mit einem shinmei-torii aufweist. Funktionell ist es jedoch grund­verschieden, denn es handelt sich nicht um einen Durch­gang, sondern wurde ehemals tatsächlich für eine brahmanische Schaukel­zeremonie eingesetzt. Obwohl von frühen Japanologen als Prototyp eines torii in Erwägung gezogen, kommt die Große Schaukel dafür kaum in Betracht, denn zum voll­ständigen Gerät gehört eben auch ein Schaukel­brett (auch wenn es in Bangkok heute fehlt). Das Beispiel zeigt jedoch, dass sich Ähn­lich­keiten auch aus rein kon­struktions­tech­nischen Gründen ergeben können, ohne dass daraus gleich auf eine verwandt­schaft­liche Bezie­hung geschlossen werden muss.

China

Himmelstempel.jpg
Eingang zum Tempel des Himmels (Bild: Bernhard Scheid, 2008). Eingang zur Stätte durch ein Palasttor (paifang), wo ehemals die chinesischen Kaiser jährliche Opferzeremonien vollzogen.
26 Tempel des Himmels, Beijing
Eingang zum Tempel, wo ehemals die chinesischen Kaiser jährliche Opferzeremonien vollzogen

In China begegnet man häufig einem Palast­tor namens paifangpaifang (chin.) 牌坊 Chinesisches Zeremonialtor, Zeremonialbogen; auch pailou; jap. haibō; oder pailoupailou (chin.) 牌楼 Chinesisches Zeremonialtor, Zeremonialbogen; auch paifang; jap. hairō; , das — ähnlich wie ein torii — meist keine Türen hat und daher eine rein sym­bo­lische Funk­tion besitzt. An­derer­seits sind pailuo archi­tek­to­nisch sehr auf­wen­dig und vari­an­ten­reich aus­ge­staltet. Häufig findet man drei­tei­lige Kon­struk­tionen, die äußerst bom­bastisch deko­riert sind. Einige Bei­spiele erin­nern aller­dings tat­sächlich an torii, etwa die Tore im Tempel des Him­mels (TiantanTiantan (chin.) 天壇 Tempel des Himmels oder wtl. Altar des Himmels in Beijing; Anlage für kaiserliche Riten der Ming- und Qing-Zeit; Unesco Weltkulturerbe; ) in Beijing (Abb. links), doch stam­men diese archi­tek­to­nischen Varian­ten aus relativ später Zeit.

Es gibt in China außerdem zere­monielle Stelen mit der Be­zeich­nung huabiaohuabiao (chin.) 華表 Chinesische Zeremonialstele; jap. kahyō; , die ähnlich wie torii zur Kenn­zeich­nung des Zu­gangs­wegs zu einem zere­moniel­len Gebäude (Palast oder Grabmal) dienen. Sie sind zumeist reich dekoriert und tragen an ihrer Spitze ein drachen­artiges mytho­lo­gisches Tier. Äußer­lich haben sie also kaum etwas mit den torii gemein, doch werden sie in einem der ältes­ten Lexika Japans, dem Wamyō ruijushōWamyō ruijushō 和名類聚抄 Heian-zeitliches Lexikon; zwischen 931 und 938 kompliert von Minamoto no Shitagō; aus dem frühen zehnten Jahr­hundert, mit torii gleich­gesetzt. Dies mag ein Miss­ver­ständ­nis der dama­ligen Autoren gewesen sein, hat jedoch schon unter vor­moder­nen japa­nischen Gelehr­ten zu zahl­reichen Speku­lationen über eine chine­sische Herkunft der torii geführt.1

In Taiwan kam es schließlich in der Zeit der japanischen Besatzung (1895–1945) zu Misch­formen, in denen torii und paifang-Elemente kombi­niert wurden. Das unten stehende Beispiel zeigt den Kenkō SchreinJiangong Shenshe (chin.) 建功神社 jap. Kenkō Jinja; Schrein zur Verehrung von jap. Kriegshelden in Taipei, welcher 1928, in der Zeit der japanischen Besatzung (1895–1945) errichtet wurde; das Gebäude wurde nach dem Krieg in die staatl. Zentralbibliothek Taiwan umgewandelt; , ein japa­nisches Kriegs­helden­monu­ment in Taipei aus jener Zeit.

Kenko jinja.jpg
Kenkō Jinja, Taipei (Bild: East Asia Image Collection, Digital Image Collections at Lafayette). Die Errichtung des Kenkō Jinja in Taipei wurde 1925, zur Feier der 30jährigen japanischen Herrschaft über die Insel Taiwan, begonnen und 1928 vollendet. Er diente, ähnlich wie der Yasukuni Schrein in Tōkyō, der Kriegshelden-Verehrung. Nach dem Krieg wurde das Gebäude in eine Bibliothek umgewandelt. Die Inschrift auf der Postkarte besagt: „Die Heldenseelen der Opfer, die für die Herrschaft über Taiwan gekämpft haben, werden hier verehrt. Über zehntausend Heldenseelen wachen hier in Ewigkeit über diese Insel.“ Die torii im Eingangsbereich kombinieren die Struktur eines dreiteiligen miwa torii mit Elementen des chinesischen paifang-Palasttors.
27 Kenkō Jinja, ein Beispiel der japanischen Kolonialarchitektur

Korea

Die wahrscheinlich nächsten Verwandten der torii findet man auf der koreanischen Halbinsel. Hier gibt es genau genommen zwei unter­schiedliche Arte­fakte, die gewisse Ge­mein­sam­keiten mit den torii aufweisen, nämlich das soge­nannte Rote Pfeiltor (kor. hongsalmun) und das sotdae, ein hölzerner Mast, der häufig mit einer einfachen Vogel­skulptur versehen ist.

Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Rotes Pfeiltor (hongsalmun) (Bild: Kernbeisser, flickr 2008). Rotes Pfeiltor (hongsalmun) bei den Altären der Erde und Ernte in Seoul
28 Rotes Pfeiltor, Seoul
Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Rotes Pfeiltor . Koreanisches Rotes Pfeiltor (hongsalmun) vor einem Königsgrab der Joseon Dynastie
29 Pfeiltor vor einem Königsgrab
Rote Pfeiltore (hongsalmun)

Das Pfeiltor hongsalmunhongsalmun (kor.) 紅箭門/홍전문 Koreanisches Zeremonialtor, wtl. „Rotes Pfeiltor“; jap. kōzenmon; besitzt bau­tech­nisch große Ähnlich­keiten mit einem torii. Es besteht ebenso aus zwei einfachen Pfosten und zwei Quer­balken. Der vielleicht markanteste strukturelle Unter­schied liegt darin, dass der obere Quer­balken eines Pfeil­tores von den tragenden Pfosten überragt wird, während er im Fall des torii auf den Pfosten lagert. Außer­dem sind die Quer­balken der Pfeil­tore mit zahl­reichen vertikalen Ver­stre­bun­gen oder „Pfeilen“ versehen, die ver­ant­wort­lich für den Namen dieses Tores sind. Die berühmtesten Pfeil­tore finden sich vor den Königs­gräbern der Joseon DynastieJoseon Wangjo (kor.) 조선왕조 koreanisches Herrschergeschlecht; herrschte über das Kaiserreich Korea von 1392–1910; (1392–1910) rund um die koreanische Haupt­stadt Seoul. Ähnlich wie die torii stehen die Pfeil­tore hier frei am Rande einer sakralen baulichen Anlage. Dem entsprechend fungieren sie als symbolischer Durch­gang zwischen Profanem und Sakralem, nicht als ver­schließ­bares Tor. Allerdings gibt es in Korea auch Pfeiltore, die in Zäune oder Mauern integriert sind, was bei torii nur in wenigen Aus­nahmen der Fall ist. Eine gewisse Ver­wandt­schaft ist dennoch nicht un­wahr­schein­lich, doch ist unklar, ob es sich um „Cousins“ handelt, oder ob eines der beiden Tore tatsächlich zur Her­aus­bildung des anderen beigetragen hat.

Sotdae.jpg
Koreanischer „Vogelsitz“ . Koreanischer „Vogelsitz“ (sotdae) mit stilisierten Enten
30 Sotdae in Entenform
Sotdae3.jpg
Sotdae (Bild: hkyoo226). Koreanische sotdae
Sotdae jangseung.jpg
Sotdae und jangseung . Sotdae und jangseung, „Totempfähle“ mit menschlichen Gesichtern
Sotdae gokseong-gun jeonnam.jpg
Sotdae . Koreanische sotdae am Rand eines Feldes
Sotdae2.jpg
Sotdae-Wald . Koreanischer sotdae-Wald
Koreanische sotdae mit Vögeln

Die sotdaesotdae (kor.) 솟대 Zeremonielle Stäbe der koreanischen Volksreligion, meist mit Vogelskulptur; wiederum sind Glücksbringer oder schützende Talismane. Tradi­tioneller­weise finden sie sich am Eingang von Dörfern, wo sie in großen Gruppen zusammen mit einer Art Totem­pfahl, dem jangseung, spirituellen Schutz oder reiche Ernte gewähren sollen, ähnlich wie in Japan die Wege­götter (dōsojindōsojin 道祖神 Wegegott, auch sae no kami; volksrel. Figuren, manchmal in phallischer Form; siehe auch Tengu, Phalluskulte, Drei Affen). Sotdae können auch eigen­händig angefertigt und temporär (z.B. zu Neujahr) aufgestellt werden. Typischer­weise handelt es sich um lange Stäbe, an deren oberem Ende ein oder mehrere Vogel­figuren angebracht sind. Es können aber auch andere Tiere oder Seile daran befestigt sein.

Sotdae sehen also ganz anders aus als torii und besitzen andere Funktionen, aber sie enthalten einen Hinweis, dass Vögel auf Stäben in Korea eine magisch-religiöse Bedeutung besitzen und bieten damit einen Schlüssel zur rätsel­haften Wort­bedeutung von toriitorii 鳥居 Torii, Schreintor; wtl. „Vogelsitz“; siehe auch Bekannte Schreine, Schreinanlage Ise, Benzaiten, Jenseits, Inari („Vogelsitz“). Das Wort „sotdae“ selbst enthält jedoch keinen Hinweis auf einen Vogel.

Ähnliche „Vogelsitze“ gibt es im übrigen auch in shamanistischen Stammes­kulturen Chinas, der Mongolei und in Sibirien.

Theorien zum Ursprung der torii

Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Albrecht Dürer, Monogramm Albrecht Dürers (Bild: Wilkimedia Commons). Das berühmte Monogramm Albrecht Dürers, dessen A einem torii ähnelt. Hier auf dem Titelblatt eines Lehrbuchs zu den menschlichen Proportionen. Der volle Titel des Buches lautet: „Hierin sind begriffen vier bücher von menschlicher Proportion, durch Albrechten Dürer von Nürnberg erfunden und beschriben zu nutz allen denen, so zu diser kunst lieb tragen.“ Natürlich ist ein direkter Zusammenhang zwischen Dürers A und dem torii auszuschließen.
35 Dürers „Torii

Eine ein­deutige Lehr­meinung, ob torii eine rein japa­nische Erfindung sind oder unter dem Einfluss von anderen Kulturen ent­standen, hat sich derzeit weder in Japan noch außer­halb etabliert. Während man das Thema vor dem Zweiten Welt­krieg lebhaft diskutierte, wurde es danach kaum mehr erörtert und ist erst in jüngster Zeit durch die Archäologie wieder aufgegriffen worden. Einer der umfang­reichsten westlich­sprachigen Aufsätze, „Der Ursprung des Torii“ des Linguisten Otto Karow und des Kunst­historikers Dietrich Seckel aus dem Jahr 1942, enthält zu dieser Frage eine gewagte These: Karow und Seckel zufolge leitet sich der Begriff torii nicht von „Vogel“, sondern von einem Balken ab. Davon aus­gehend folgern die Autoren, dass man im torii das abstrakte Skelett eines Wohn­hauses erblicken muss. Das wichtigste Element des torii sei der Ober­balken, der den First­balken des Hauses symbolisiere. Aus diesem Befund folgern die Autoren weiter, dass torii letztlich aus ver­las­senen Häusern ent­stan­den, die zu den Grab­stätten der darin Ver­storbenen wurden. Obwohl diese Theorie sehr weitläufig und gelehrt begründet wird, scheint sie mir doch etwas zu weit hergeholt zu sein. Doch machen die Autoren auf zahlreiche Verbindungen zwischen torii und Totenkult aufmerksam, die man im Gedächtnis behalten sollte.

Karow und Seckel erinnern z.B. im Zusammenhang mit der wtl. Bedeutung „Vogelsitz“ daran, dass sich in den frühesten schriftlichen Quellen Japans zahlreiche Hinweise auf Vögel im Zu­sammen­hang mit Be­stattungs­riten finden. U.a. erzählen sowohl das KojikiKojiki 古事記 „Aufzeichnung alter Begebenheiten“; älteste jap. Chronik (712); siehe auch Ebisu, Okuninushi, Imaginaere Tiere, Daikoku, Kami Kulte als auch das Nihon shokiNihon shoki 日本書紀 Zweitältestes Schriftwerk und erste offizielle Reichschronik Japans (720); siehe auch Goldglanz Sutra, Gluecksgoetter, Fruehzeit, Staatsshinto, Mythentexte, dass sich der er­oberungs­lustige Prinz Yamato TakeruYamato Takeru 倭建/日本武 Mythologischer Prinz, Sohn des Keikō Tennō; wtl. der Held/der Tapfere von Yamato; siehe auch Trickster, Schreinanlage Ise, Opfer nach seinem Tod in einen weißen Vogel verwandelte und in dieser Gestalt den Platz für sein Grab­monument auswählte. Dieses erhielt aus diesem Grunde auch den Namen „Weiß­vogel-Grab“ (Shiratori MisasagiShiratori Misasagi 白鳥陵 Hügelgrab des mythol. Helden Yamato Takeru; ). Dem Kojiki zufolge wurden Lieder, die auf diese Episode Bezug nehmen, auch bei späteren kaiserlichen Be­gräb­nissen gesungen.2 Zahl­reiche weitere Textstellen der klas­sischen Literatur unter­mauern die auch vom japanischen Volks­kundler Origuchi ShinobuOriguchi Shinobu 折口信夫 (1887–1953), jap. Volkskundler und Religionswissenschaftler; siehe auch Ebisu postulierte enge Beziehung zwischen weißen Vögeln und Totenseelen.3

Japan steht jedoch in dieser Hinsicht nicht isoliert da. Der Zusammen­hang zwischen Vogel und Toten­seele ist, wie schon erwähnt, für zahl­reiche, ins­besondere shamanistisch geprägte Kulturen belegt. Die im Zu­sammen­hang mit dem frühen Japan vielleicht über­zeugendste Parallele findet sich in der Kultur der alt­koreanischen Proto-Drei-Reiche Zeit, die ja mit dem damaligen Japan (bzw. mit der Kultur der Wa) in enger Beziehung stand. Das WeizhiWeizhi (chin.) 魏志 Chin. Chronik der Wei Dynastie aus dem 3. Jh. u.Z.; enthält die frühesten Berichte über Japan (Wa); siehe auch Praehistorie, Himiko, Opfer, jene chinesische Quelle aus dem dritten Jahr­hun­dert, die die frühesten sys­te­ma­tischen An­ga­ben zur Geschichte Japans und Koreas enthält, berichtet über die Be­stattungs­ritten der Pyeon Jin im Süden der koreanischen Halb­insel: „Sie geben ihren Toten Federn von großen Vögeln mit. Sie wünschen, dass diese von den Toten zum Fliegen benutzt werden.“ 4 Für den gleichen Raum enthält das Weizhi im übrigen auch Hinweise auf Vor­läufer der oben genannten sotdae. Schließlich hat auch die Archäologie in diesem Raum zahlreiche Grab­beigaben mit Vogel­motiven zutage gebracht.5

Aus Japan sind archäologische Funde von Vogelmotiven aus der YayoiYayoi 弥生 Yayoi-Zeit (ca. 300 v.u.Z. – 300 u.Z.), jap. Frühgeschichte; Zeit der Entwicklung des Reisanbaus; siehe auch Shinto-Goetter, Schreinanlage Ise- und Kofunkofun 古墳 Hügelgrab der japanischen Frühzeit (ca. 300–700), wtl. „altes Grab“; siehe auch Fruehzeit, Shinto-Goetter, Praehistorie-Zeit ebenso bekannt. Andere Funde deuten wiederum darauf hin, dass es hier am Über­gang von der Yayoi- zur Kofun-Zeit (3. Jh. u.Z.) Grab­stätten von hoch­gestellten Per­sönlich­keiten gab, an deren Eingang zwei Pfosten standen.6 Ob diese Pfosten aber durch Balken verbunden waren, ob Vögel auf ihnen angebracht waren oder ob sie sonst in irgend einer Hinsicht als Vor­läufer der heutigen torii anzusehen sind, konnte bislang nicht geklärt werden. Dennoch ver­dichtet sich aus diesen Indizien ein möglicher Zu­sammen­hang zwischen Toten­kult und Vögeln, der am Beginn der Ent­wicklung von torii gestanden haben mag. Damit wäre auch eine implizite Er­klärung vorhanden, warum an den heutigen torii über­haupt keine Spuren von Vögeln zu finden sind: als Zeichen des Todes könnten sie dem Tabu zum Opfer gefallen sein, das in historischer Zeit die Kulte für die kamikami Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō; siehe auch Yamabushi, Kamidana, Gluecksgoetter, Ahnenkult, Regenmachen strikt von jeder Assoziation mit dem Tod fern hielt (s. dazu Kap. Shintō.)

Verweise

Fußnoten

  1. 華表 (kahyō), Wikipedia(ja) [15.1.2012].
  2. Chamberlain 1981, S. 268–69
  3. Karow und Seckel 1942, S. 35–42
  4. Seyock 2004, S. 49; Karow und Seckel 1942, S. 42.
  5. Seyock 2004, S. 96–97.
  6. Seyock 2003.

Bilder

  1. ^ 
    Torii meiji.jpg
    Torii im klassischen myōjin-Stil (Bild: Wikimedia Commons, 2002). Mit einer Höhe von zwölf Metern ist dieses torii das größte hölzerne myōjin torii Japans. Zur Zeit der Errichtung des Meiji Schreins (um 1920) wurde dieses Torii aus einer 1200 Jahre alten taiwanesischen Zypresse (hinoki) hergestellt. Taiwan war damals bekanntlich japanische Kolonie. 1966 wurde das Torii jedoch durch einen Blitzeinschlag beschädigt. Daraufhin suchte man in Japan vergeblich nach entsprechenden Baumriesen. Erst 1975 gelang es, wiederum mit einer Zypresse aus Taiwan, ein neues, ähnlich großes Torii zu errichten. (S. Meiji jingū)
  2. ^ 
    Torii uji bridge ise.jpg
    Torii in Ise (Bild: Courtney Milne, 1989). Torii im shinmei-Stil. Die dahinter sichtbare Brücke gehört zur Anlage des Naikū, also des Inneren Ise Schreins. Ein Priester schützt sich mit einem photogenen Schirm vor dem leichten Sommerregen.
  3. ^ 
    Torii kusakabe.jpg
    Kusakabe Kinbei, Torii am Haruna See (Bild: Okinawa soba, flickr 2008). Auf dieser Aufnahme ist gut zu erkennen, dass manche torii mit einem schmalen Dach bedeckt sind. Das hier ist allerdings schon zur Hälfte heruntergebrochen.
  4. ^ 
    Torii Fushimi.jpg
    Torii-Tunnel (Bild: Kevin Hulsey, 2009). Torii-Tunnel des Fushimi Inari Taisha.
  5. ^ 
    Torii nikko.jpg
    Torii in Nikkō (Bild: , 1998). Torii in der Schreinanlage von Nikkō.
  6. ^ 
    Usa torii wm.jpg
    Usa torii (Bild: Soramimi, Wikimedia Commons). Das sog. usa torii entspricht weitgehend der konventionellen Form, besitzt allerdings keine Mittelverstrebung (gakuzuka) zwischen den beiden Querbalken, dafür aber einen besonders lebhaft hochgezogenen Querbalken. Der berühmte Usa Hachiman-gū dürfte diese Variante geprägt haben.
  7. ^ 
    Torii geku.jpg
    Shinmei torii (Bild: SBA73, flickr 2008). Ein Beispiel für ein torii im einfachen, rustikalen shinmei-Stil.
  8. ^ 
    Uji bridge.jpg
    Torii an der Uji Brücke in Ise . Dieses torii im shinmei-Stil befindet sich vor der Uji-Brücke in Ise, die wiederum den einzigen offiziellen Zugang zum Naikū, dem Inneren Ise Schrein darstellt.
  9. ^ 
    Yasukuni torii.jpg
    Yasukuni torii (Bild: Bernhard Scheid, März 2012). Monumentales torii im shinmei-Stil am Eingang der Schreinanlage des Yasukuni Jinja. Zur Zeit seiner Errichtung (1921) das größte torii Japans; 1943 zur Kriegsmaterialgewinnung eingeschmolzen; 1974 neu errichtet. Mit 25m Höhe nach wie vor das größte torii Japans.
  10. ^ 
    Miyajima torii2.jpg
    Torii von Miyajima (Bild: Melissa Rose Chasse, flickr 2002). Das berühmte torii von Miyajima steht im seichten Meerwasser und ist gegen die Wellen mit einer speziellen Konstruktion verstärkt. Man nennt diese Bauart ryōbu torii.
  11. ^ 
    Sannotorii.jpg
    Torii vor dem Hie (Hiyoshi)-Schrein . Eingang zum Hiyoshi Schrein am Fuß des (buddhistischen!) Klosterbergs Hiei. Die Hauptgottheit dieses Schreins ist Sannō, wtl. der „Bergkönig“. Das Dreieck am Oberbalken dieses torii stellt eine Anspielung auf diesen Namen dar.
  12. ^ 
    Hachiman ishi torii.jpg
    Altes Stein-torii (Bild: cherry snow, Blog, 2009/4). Rustikales Stein-torii, das angeblich älteste seiner Art in Japan. Es stammt aus einer Zeit, als in dieser Gegend noch Kriege gegen die Ureinwohner des Nordens, die Emishi geführt wurden.
  13. ^ 
    Sankei torii.jpg
    Dreibeiniges torii (Bild: Ukinedori, Blog, 2010). Eigentümliches dreiteiliges torii. Es befindet sich in einem alten Schrein in Kyōto, wo unter anderem der wilde Geist (aramitama) der Amaterasu verehrt wird.
  14. ^ 
    Hibara mitsutorii.jpg
    Seltenes Beispiel eines dreiteiligen torii (Bild: Miwa no Hihara). Dieses torii besteht aus drei zusammengefügten Toren und ist außerdem mit verschließbaren Türen versehen. Es hütet den Zugang zum dahinter liegenden Berg Miwa, der als Ganzes das shintai (Hauptheiligtum) des Hibara Schreins darstellt.
    Der Hibara Schrein ist ein Seitenschrein des (Ō)miwa Schreins, der sich ebenfalls am Fuß des gleichnamigen Berges befindet und diesen als shintai ansieht. Auch im Miwa Schrein gibt es ein dreiteiliges verschließbares torii, das allerdings weniger photogen ist.
    Im übrigen soll Amaterasu, bevor sie in Ise verehrt wurde, hier im Hibara Schrein verehrt worden sein, weshalb der Schrein auch den Beinamen Moto-Ise (Ur-Ise) trägt.
  15. ^ 
    Mitsutorii.jpg
    Dreiteiliges torii (Bild: Bernhard Scheid, 2007). Auch dieses torii ist dem Prototyp aus Miwa (miwa torii) nachempfunden. Miwa bedeutet „Drei Ringe“, Mitsumine „Drei Gipfel“. Möglicherweise ist die Zahl Drei in beiden Schreinnamen ausschlaggebend für die dreiteilige Form.
  16. ^ 
    Shobenyoke torii.jpg
    Miniatur-torii (shobenyoke torii) (Bild: Wikimedia Commons (jap.), 2004). Dieses Miniatur-torii soll als dezente Aufforderung verstanden werden, hier nicht gegen den Zaun eines privaten Grundstücks zu pinkeln. (In Japan funktioniert das!)
  17. ^ 
    Omiwa.jpg
    Shime-torii vor der Zeremonienhalle (Bild: Horohoro, 2004). Shime-torii vor der Zeremonienhalle des Miwa Jinja.
  18. ^ 
    Torii shitennoji.jpg
    Torii des Tempels Shitennō-ji (Bild: KENPEI's photo, Wikimedia Commons (jap.),2004). Der Shitennō-ji ist wahrscheinlich das älteste staatlich errichtete buddhistische Kloster Japans. Es soll im Jahr 593 von Prinzregent Shōtoku Taishi gegründet worden sein. Wann das torii gebaut wurde, ist nicht bekannt, es soll jedoch ursprünglich aus Holz gewesen sein und wurde nach einem Brand im Jahr 1294 durch ein steinernes ersetzt.
  1. ^ 
    Koya5.jpg
    Grabanlage (Bild: Chantal Dupasquier, flickr 2005). Grabanlage (haka mit gorintō) der Daimyō-Familie Shimazu aus Satsuma/Kyūshū auf Berg Kōya.
  2. ^ 
    Benten chikubushima1.jpg
    Achtarmige (Happi) Benzaiten (Bild: Wada Yoshio, 2003). Statue des Benzaiten-Heiligtums mit torii als Kopfputz auf der Schreininsel Chikubushima im Biwa See, eine der „Drei Großen Benten“ Kultstätten Japans.
  3. ^ 
    Kumano mandara.jpg
    Kumano Mandala (Kumano kanshin jikkai mandara) . Der Ausschnitt dieses Mandalas zeigt die japanische Unterwelt (jigoku) nach geläufigen buddhistischen Vorstellungen der Edo-Zeit. Torii dienen zur Abgrenzung der einzelnen Bereiche der Wiedergeburt.
  4. ^ 
    Kakumei gyoja ontake.jpg
    Kakumei Gyōja, Ontake-san (Bild: [1], Wikimedia Commons, 2014). Statue der Kakumei-dō, der Gedächtnisstätte des Shugendō-Asketen Kakumei Gyōja (1718–1786). Kakumei ist eindeutig als buddhistischer Pilger (henro) mit Pilgerstab und vajra-Glocke dargestellt, doch ist die ihm geweihte Anlage mit einem torii markiert. Sie gehört heute zum Ontake Schrein, einem Zentrum der Bergasketen (yamabushi); Kakumei trug in der Edo-Zeit stark zur Popularität von Ontake als Pilgerzentrum bei und wurde sowohl als Bodhisattva als auch als kami (reishin) verehrt (Encyclopedia of Shinto; Shinden daikan).
  5. ^ 
    Kumano nachi mandara.jpg
    Kumano Nachi Mandala (Bild: Kokugakuin University Library). Unter einem großen torii vollziehen buddhistische Mönche einen Ritus. Davor sieht man ein Schiff, das ebenfalls mit torii bestückt ist, doch auf dem Segel steht „Ehre dem Buddha Amida“ namu amida butsu. Die Szene ist ein Ausschnitts eines Schrein-Mandalas, auf dem die Umgebung des Nachi Schreins in Kumano dargestellt ist. Der Ort war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit auch dafür berühmt, dass sich Amida-Gläubige in Boote aussetzen ließen, um von hier Fudaraku, das Reine Land von Amidas Begleiter Kannon Bosatsu, zu erreichen, das man südlich der Halbinsel von Kumano wähnte. Das Boot mit den torii ist für diese Fahrt ins Ungewisse gedacht. Die Praktikanten ließen sich in einer Art Hütte an Bord einsperren und hofften, dass ihnen die Wiedergeburt in Kannons Paradies sicher wäre, wenn sie auf diese Weise den Tod finden würden. (S.a. Religiöse Selbstmorde.)
  6. ^ 
    Torii sanchi.jpg
    Torana (Bild: Scott Weatherson, flickr 2009). An den vier Seiten des ältesten buddhistischen Grabstupas (gorintō) in Sanchi befinden sich markante Eingänge, die wie ein reich verziertes torii mit einem dritten Querbalken aussehen. Man nennt diese Tore auf Sanskrit torana. Aufgrund ihrer Ähnlichkeiten in Form und Namen wurden sie von frühen Japanologen als Vorläufer der torii angesehen.
  7. ^ 
    Bangkok swing.jpg
    Sao Ching Cha, die Große Schaukel (Bild: Mattana, Wikimedia Commons, 2007). Sao Ching Cha, die Große Schaukel in Bangkok, welche erstaunliche Ähnlichkeit mit einem torii aufweist.
  8. ^ 
    Himmelstempel.jpg
    Eingang zum Tempel des Himmels (Bild: Bernhard Scheid, 2008). Eingang zur Stätte durch ein Palasttor (paifang), wo ehemals die chinesischen Kaiser jährliche Opferzeremonien vollzogen.
  9. ^ 
    Kenko jinja.jpg
    Kenkō Jinja, Taipei (Bild: East Asia Image Collection, Digital Image Collections at Lafayette). Die Errichtung des Kenkō Jinja in Taipei wurde 1925, zur Feier der 30jährigen japanischen Herrschaft über die Insel Taiwan, begonnen und 1928 vollendet. Er diente, ähnlich wie der Yasukuni Schrein in Tōkyō, der Kriegshelden-Verehrung. Nach dem Krieg wurde das Gebäude in eine Bibliothek umgewandelt.

    Die Inschrift auf der Postkarte besagt: „Die Heldenseelen der Opfer, die für die Herrschaft über Taiwan gekämpft haben, werden hier verehrt. Über zehntausend Heldenseelen wachen hier in Ewigkeit über diese Insel.“

    Die torii im Eingangsbereich kombinieren die Struktur eines dreiteiligen miwa torii mit Elementen des chinesischen paifang-Palasttors.

  10. ^ 
    Red arrow gate seoul.jpg
    Rotes Pfeiltor (hongsalmun) (Bild: Kernbeisser, flickr 2008). Rotes Pfeiltor (hongsalmun) bei den Altären der Erde und Ernte in Seoul
  11. ^ 
    Hongsalmun.jpg
    Rotes Pfeiltor . Koreanisches Rotes Pfeiltor (hongsalmun) vor einem Königsgrab der Joseon Dynastie
  12. ^ 
    Sotdae.jpg
    Koreanischer „Vogelsitz“ . Koreanischer „Vogelsitz“ (sotdae) mit stilisierten Enten
  13. ^ 
    Sotdae3.jpg
    Sotdae (Bild: hkyoo226). Koreanische sotdae
  14. ^ 
    Sotdae jangseung.jpg
    Sotdae und jangseung . Sotdae und jangseung, „Totempfähle“ mit menschlichen Gesichtern
  15. ^ 
    Sotdae gokseong-gun jeonnam.jpg
    Sotdae . Koreanische sotdae am Rand eines Feldes
  16. ^ 
    Sotdae2.jpg
    Sotdae-Wald . Koreanischer sotdae-Wald
  17. ^ 
    Ad duerer.jpg
    Albrecht Dürer, Monogramm Albrecht Dürers (Bild: Wilkimedia Commons). Das berühmte Monogramm Albrecht Dürers, dessen A einem torii ähnelt. Hier auf dem Titelblatt eines Lehrbuchs zu den menschlichen Proportionen.

    Der volle Titel des Buches lautet: „Hierin sind begriffen vier bücher von menschlicher Proportion, durch Albrechten Dürer von Nürnberg erfunden und beschriben zu nutz allen denen, so zu diser kunst lieb tragen.“ Natürlich ist ein direkter Zusammenhang zwischen Dürers A und dem torii auszuschließen.


Internetquellen

  • Torii (jap.)
    Wikipedia-Artikel
  • Sotdae (en.)
    Wikipedia-Artikel
  • The Making of sotdae, Geumo Folk Museum (en.)
    Informationen und eine kurze Anleitung zum Sotdae - Selberbauen.
Letzte Überprüfung der Linkadressen: Sept. 2016

Literatur

Basil Hall Chamberlain (Ü.) 1981
Kojiki: Records of Ancient Matters. Tokyo: Tuttle 1981. [Erste Auflage 1919, basierend auf einer ersten Übersetzung aus dem Jahr 1882.]
Otto Karow und Dietrich Seckel 1942
Der Ursprung des Torii. Tokyo: OAG 1942. [Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Natur und Völkerkunde Ostasiens, Band 33/B.]
Barbara Seyock 2003
„The Hirabaru Site and Wajinden Research: Notes on the Archeology of the Kings of Ito.“ Nachrichten der Gesellschaft für Natur und Völkerkunde Ostasiens (NOAG) 73/1–2 (2003), S. 207–225.
Barbara Seyock 2004
Auf den Spuren der Ostbarbaren: Zur Archäologie protohistorischer Kulturen in Südkorea und Westjapan. Münster: Lit Verlag 2004.
Logo ebisu 150.png
Religion in JapanInhaltsübersicht

Diese Seite:

Torii: Markenzeichen der kami.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Schreine/Torii