Tiergötter und Götterboten, Teil 1 Imaginäre Tiere

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Bernhard Scheid, „Tiergötter und Götterboten, Teil 1 Imaginäre Tiere.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 22.6.2017). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Mythen/Imaginaere_Tiere?oldid=67997

Tiere können sowohl im japani­schen Buddhismus bukkyō 仏教 Lehre des Buddha, Buddhismussiehe auch Buddhismus → Grundbegriffe/Weltbild→ Grundbegriffe→ Mythen/Jenseits→ Geschichte/Staatsshinto/Shinbutsu bunri als auch im Shintō Shintō 神道 Shintō; wtl. Weg der Götter, Weg der kamisiehe auch Shinto → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Grundbegriffe/Stereotype→ Grundbegriffe/Weltbild→ Grundbegriffe → mehr religiös ver­ehrt werden. Dabei tauchen in der reli­giösen Vor­stel­lungs­welt Japans neben den realen Tieren auch zahl­reiche mythische Fabelwesen auf. Es sind zumeist aus ver­schie­denen bekannten Tieren zusam­men­gesetzte „Übertiere“, sie werden aber aus religiöser Sicht ebenso als real emp­funden. Imaginäre Tiere, allen voran die Drachen, sind lediglich seltener als die anderen Arten. Diese Selten­heit korres­pondiert mit den besonderen Mächten und Fähigkeiten, die ihnen zuge­sprochen werden.

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Wolkendrache (unryū)

Wandschirmmalerei von Kaihō Yūshō (1533–1615), Detail; im Besitz des Zen-Tempels Kennin-ji, Kyōto
Bild © Kyōto National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Drache (ryū) mit geschlossenem Maul („UN-Form“; UN-gyō). Das Pendant dieses Drachens ist mit offenem Maul („A-Form“; A-gyō) dargestellt. A steht für den Anfang (des Alphabets), UN für das Ende. Dieses A-UN Schema wird auch bei Torwächtern (Niō), Löwenhunden und anderen paarweise auftretenden Figuren gerne angewendet.

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Wolkendrache (unryū)

Wandschirmmalerei von Kaihō Yūshō (1533–1615), Detail; im Besitz des Zen-Tempels Kennin-ji, Kyōto
Bild © Kyōto National Museum. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Drachenkopf mit offenem Maul („A-Form“; A-gyō). Das Pendant dieses Drachens (ryū) ist mit geschlossenem Maul („UN-Form“; UN-gyō) dargestellt. A steht für den Anfang (des Alphabets), UN für das Ende. Dieses A-UN Schema wird auch bei Torwächtern (Niō), Löwenhunden und anderen paarweise auftretenden Figuren gerne angewendet.

. 1 . 2 Wolkendrachen (unryū)

Die imagi­nären Tiere, die auf dieser Seite vorgestellt werden, beruhen zumeist auf chine­sischen Vorbildern. Sie galten in China und in allen chinesisch beein­flussten vormo­dernen Kulturen als die oberste Klasse des Tierreichs und waren den normalen Menschen überlegen. Sie wurden grund­sätzlich als positive Figuren angesehen und als Glücks­bringer verehrt.

Auch realen Tieren wurden im übrigen über­natürliche Eigen­schaften zuge­schrieben, sodass die Grenzen zwischen imagi­nären und realen Tieren im Grunde genommen fließend sind. So verfügen z.B. Füchse und tanuki über die Fähigkeit, vorüber­gehend eine menschliche Gestalt anzunehmen. Es gibt natürlich auch andere, eher bedrohliche imaginäre Wesen, die als Gespenster oder yōkai yōkai 妖怪 Fabelwesen, Geisterwesen, Gespenstersiehe auch Geister → Mythen/Tengu→ Geschichte/Zen/Bodhidharma→ Mythen/Symboltiere/Namazu-e→ Mythen/Oni und Kappa einzustufen sind. Diese werden aber nicht hier, sondern auf den Seiten tengu und oni genauer behandelt.

Drachen und Schlangen

Drachen (ryū ryū 竜/龍 Drache; schlangenähnliches imaginäres Tier mit großer Affinität zum Wassersiehe auch Drachenbilder → Mythen/Symboltiere/Namazu-e ) kombinieren äußerlich die anato­mischen Stärken aller möglichen Tiere: Die Schuppen von Fischen und Schlangen, die Klauen und Flügel von Vögeln, die Zähne und Pranken von Tigern, außerdem Hörner, Fühler, usw. Manche Drachen können auch mensch­liche Gestalt annehmen. Auf dem Meeres­boden steht der Palast (Ryūgū Ryūgū 龍宮 Drachenpalast; mythologischer Ort am Meeresgrund) des Drachen­königs. Ein Urenkel der Sonnen­gottheit suchte einst diesen Drachenpalast auf, verliebte sich in eine Tochter des Drachen­königs, heiratete sie und nahm sie mit auf die Erde. Als er sie aber während der Geburt des ge­mein­samen Kindes in Drachen­gestalt er­blickte, zog sich die Drachen­tochter beschämt und ent­rüstet wieder ins Meer zurück. Ihr Sohn aber blieb auf Erden. Einer seiner Enkel war Jinmu Tennō Jinmu Tennō 神武天皇 wtl. „göttlicher Krieger“; gemäß den japanischen Mythen der erste menschliche Herrscher (Tennō) Japanssiehe auch Goetter der Erde → Mythen/Goetter des Himmels→ Mythen/Goetter der Erde/Okuninushi→ Geschichte/Staatsshinto→ Geschichte/Neo-Konfuzianismus/Dainihonshi , der erste japa­ni­sche „Kaiser“. Die Tennō Tennō 天皇 jap. „Kaiser“-Titel, wtl. Herrscher des Himmelssiehe auch Goetter der Erde → Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Weltbild→ Alltag/Opfergaben→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Alltag/Yamabushi/En no Gyoja → mehr -Familie zählt somit nicht nur die Son­nen­gott­heit, son­dern auch den Dra­chen­gott zu ihren Ahnen (mehr dazu: Göt­ter­mythen, Teil 2).

Chinesische Drachen

Laotse als Drache

Der Drache wurde im alten China — und wohl auch in Japan — zwar als real exis­tieren­des Tier aufge­fasst, er unter­schied sich aber von „nor­malen“ Tieren. Dies wird z.B. durch eine alte Le­gen­de il­lus­triert, laut der Konfuzius, als er von seinem ersten und ein­zigen Tref­fen mit Laotse Laozi (chin.) 老子 trad. Schreibung: Laotse; Lao Tse, Lao-tzu; legendärer Philosoph und Begründer des Daoismussiehe auch Gluecksgoetter → Geschichte/Honji suijaku zu­rück­kehrte, seinen Ein­druck des mys­te­riö­sen Weisen fol­gen­der­maßen schil­derte:

Ich weiß, dass Vögel fliegen, dass Fische schwimmen und Wild laufen kann. Und was rennt, kann man zu­sam­men­trei­ben, was schwimmt, ist mit Netzen zu fan­gen und für das, was fliegt, kann man Pfeile be­nut­zen. Was aber den Drachen be­trifft, der auf Wind und Wolken reitet, so weiß ich nicht, wie ich ihn er­fas­sen soll. Ich habe heute Laotse ge­sehen — und wahr­lich: Er gleicht diesem Drachen!1

Die Bluts­verwandt­schaft von Kaiserhaus und Drachen ist kein Zufall. Chine­si­schen Mythen zufolge stellt der Drache seit dem legen­dären Gelben Kaiser, Huangdi Huangdi (chin.) 黃帝 „Gelber Kaiser“; legendäre Regierungsdaten 2698–2598; Kulturheroe und mytholog. Reichsgründer Chinas, das Sym­bol­tier der kaiser­lichen Herr­schaft dar (ähn­lich wie in Europa der Adler). Die Le­gende der drachen­artigen Vor­fahren des Tennō ent­stand also höchst­wahr­schein­lich aus dem Be­dürfnis, dieses be­deu­tungs­volle Sym­bol­tier auch für das japa­nische Herr­scher­haus zu in­stru­men­tali­sieren.

Der Drache ist außer­dem das be­vor­zugte Tier der Zwölf Tier­kreis­zeichen (jūni shi jūni shi 十二支 die Zwölf Erdzweige, auch: Tierkreiszeichensiehe auch Junishi → Texte/Yin und Yang→ Texte/Yin und Yang/Kalender→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Bishamonten ) des chine­si­schen Kalen­ders (der auch in Japan Geltung hat). Und auch die vier Himmels­rich­tun­gen werden nach einer chine­sischen Auf­fas­sung von Drachen be­herrscht (nach einer anderen Auf­fas­sung wird aller­dings nur der Osten von einem blauen Drachen re­prä­sen­tiert).

Drachen im Buddhismus

Auch im Buddhismus ist der Drache als gott­gleiches Wesen aner­kannt. Buddhis­tische Drachen lassen sich auf die indischen naga नाग nāga (skt., m.) „Schlange“, indische Schlangengottheit; jap. naka 那伽siehe auch→ Mythen/Tengu s zurück­führen, schlangen­artige Gottheiten, die neben den deva देव deva (skt., m.) „Gottheit“, oberste Klasse indischer Götter; jap. ten 天 oder tenbu 天部siehe auch →  Ikonographie → Grundbegriffe/Buddhismus→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Benzaiten → mehr -Gottheiten eine eigene Kategorie von himmli­schen Wesen dar­stellen. Der legendäre Begründer des Mahayana महायान Mahāyāna (skt., n.) „Großes Fahrzeug“, buddhistische Richtung; jap. Daijō 大乗siehe auch →  Buddhismus → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Ikonographie→ Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben→ Ikonographie/Myoo/Vajrapani → mehr Buddhismus, Nagarjuna नागार्जुन Nāgārjuna (skt., m.) legendärer Begründer des Mahāyāna-Buddhismus; jap. Ryūju 龍樹siehe auch →  En no Gyoja (2. Jh. u.Z.), soll seine neu­artigen Sutren सूत्र sūtra (skt., n.) „Faden“, Lehr­rede des Buddha, kanoni­sche Schrift; jap. kyō 経 oder kyōten 経典siehe auch →  Sutra → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Tempel→ Alltag/Gluecksbringer→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi → mehr von den nāga er­halten haben und trägt daher auch den Namen Nāga[a]rjuna, „Weißer nāga/Drache“ (jap. Ryūju Ryūju 龍樹 skt. Nagarjuna, buddh. Mönch, 2. Jh.; wtl. Bed. „Drachenbaum“). Auch in Indien sind die nāga eng mit dem Wasser ver­bunden. Im Unter­schied zu den chinesi­schen Drachen sind sie aber verhältnis­mäßig niedere, un­er­leuch­tete Kreaturen. In Japan lässt sich jedoch kaum ein Unter­schied zwischen buddhisti­schen nāga und chinesischen Drachen feststellen.

Die Verbunden­heit mit dem Wasser äußert sich bei manchen Drachen im Besitz eines Edelsteins, mit dem sie Ebbe und Flut be­herrschen. Dieser Edelstein hat eine enge Ver­wandt­schaft mit dem buddhistischen Wunsch­erfüllungs­juwel (nyoi no tama nyoi no tama 如意の玉 Wunschperle, Wunschjuwelsiehe auch→ Ikonographie/Jizo→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Bishamonten ), das auch von Bodhisattva बोधिसत्त्व Bodhisattva (skt., m.) „Erleuchtetes Wesen“; jap. bosatsu 菩薩siehe auch →  Buddhismus Lehre → Bauten/Tempel→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Ikonographie/Kannon→ Bauten/Bekannte Schreine → mehr s ge­tragen wird (Nyoirin Kannon Nyoirin Kannon 如意輪観音 Kannon mit Wunscherfüllungs-Perlesiehe auch Kannon ). Schließ­lich werden Drachen auch für den Regen (oder das Ausbleiben des Regens) ver­ant­wort­lich gemacht und stehen daher in vielen asiatischen Ländern im Zentrum von rituellen Bitten und Zeremonien, um Regen herbeizu­führen.

Wasser und Drachen bilden also eine assoziative Einheit, daher auch die häufigen Drachen­figuren bei Brunnen (temizuya temizuya 手水舎 Schrein- oder Tempelbrunnen zum Reinigen von Mund und Händensiehe auch Omairi → Alltag/Omairi/Omairi Knigge ) am Eingang von Tempeln oder Schreinen. Als Herrscher über das lebens­wichtige Element des Wassers können Drachen natürlich auch be­droh­lich sein bzw. die Gefahr von Natur­kata­strophen in sich bergen. Grund­sätz­lich besteht zu Drachen aber ein positives, von Respekt geprägtes Verhältnis.

Drachenartige Schlangen

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Drache und Schlange

Papier-Lampion (Papier, Tusche, Farbe) von Katsushika Hokusai. Spätere Edo-Zeit, 19. Jh; 50,8 x 30,5 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

Drache (ryū) und Schlange (hebi) auf einem Papierlampion, wahrscheinlich mit Bezug auf das Schlangenjahr der Tierkreiszeichen.

. 4 Drache und Schlange

Die Grenzen zwischen Schlangen (hebi hebi Schlange) und Drachen sind fließend, aus ikono­gra­phischer Sicht zählen sie zweifellos zur selben Familie. In den klas­sischen japa­nischen Mythen taucht z.B. die acht­köpfige Schlange Yamata no Orochi Yamata no Orochi 八岐大蛇 Mythologische Schlange (Drache) mit acht Köpfensiehe auch Goetter der Erde → Mythen/Goetter des Himmels/Uzume→ Mythen/Goetter des Himmels/Trickster→ Mythen/Imaginaere Tiere/Drachenbilder→ Mythen/Symboltiere/Namazu-e auf, ein Unge­heuer von riesigen Aus­maßen, das nur mit List vom Kultur­heroen Susanoo Susanoo 須佐之男 mytholog. Trickster-Gott; Sturmgott, Mondgottsiehe auch Goetter der Erde → Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Alltag/Matsuri→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr be­siegt werden kann. Auf bildlichen Dar­stel­lungen aus späterer Zeit wird diese Schlange stets als Drache abgebildet.

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Susanoo und die Schlange Yamata no Orochi

Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni (1769–1825). Spätere Edo-Zeit; 2 x 39.7 x 26.3 cm
Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

Susanoo rettet Prinzessin Kushinada vor der achtköpfigen Schlange (hebi). Im Vordergrund acht Töpfe mit Sake, Susanoos Trick, um das Monster betrunken zu machen. Wie für viele ukiyo-e der mittleren Periode typisch, ist der Held mit den Zügen eines Kabuki-Schauspielers ausgestattet.

. 5 Susanoo kämpft gegen die achtköpfige Schlange
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. 6 Schlangengott

Schlangengott des Großschreins [von Izumo]

Ofuda (Tusche und Farbe auf Papier (handkolorierter Druck)). 19. Jh.; Völkerkundemuseum Zürich (Inv.-Nr. 19423); 124 x 37 cm
Bild © Tomoe Steineck, Martina Wernsdörfer, Raji Steineck, WegZeichen: Japanische Kult- und Pilgerbilder. Die Sammlung Wilfried Spinner (1854–1918). Zürich: VMZ (Ausstellungskatalog), Abb. 66

Dieses Bild aus dem Großschrein von Izumo stellt dessen Gottheit als Schlangen- (oder Drachen-) Gottheit dar, die aber nicht als Bedrohung, sondern als Glücksbringer anzusehen ist. Die Bildinschrift erklärt:

Dass man den Zehnten Monat [hier] den „Monat der anwesenden Götter“ nennt, hat seinen Grund darin, dass sich die acht Millionen Götter jährlich im zehnten Monat in Ame no Hisumi no Miya (Izumo Schrein) versammeln. Zu dieser Zeit kommt [der Schlangengott von Izumo] als Bote des Drachengottes an den Strand von Inasa im Lande Izumo, behütet uns vor den Plagen von Wasser, Feuer und Wind und entscheidet über die Bande zwischen Männern und Frauen.

Obwohl dieser Mythos an das negative Bild euro­päischer Drachen­geschich­ten erinnert, werden Schlangen in Japan, ähnlich wie Drachen, zumeist mit positivem Respekt und Ehrer­bietung angesehen. Der Gott des uralten Miwa Schreins Ōmiwa Jinja 大神神社 Ōmiwa Schrein, auch Miwa Schrein, nahe Nara; einer der ältesten Schreine Japanssiehe auch Bekannte Schreine → Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Ikonographie/Shinto-Goetter→ Mythen/Goetter der Erde → mehr taucht in den Mythen mehrfach auf und erscheint einmal in mensch­licher, einmal in Schlangen­gestalt. Noch heute opfert man dieser Gottheit im Miwa Schrein rohe Eier, da diese für Schlangen eine beson­dere Delikatesse darstellen sollen. Die Miwa-Gottheit wird auch mit Ōkuninushi Ōkuninushi 大国主 mythol. Gottheit; wtl. Großer Meister des Landessiehe auch Okuninushi → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Ise Izumo→ Bauten/Ise Izumo/Izumo Schrein→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku → mehr , dem Gott von Izumo Izumo 出雲 alter Namen der Präfektur Shimane in West-Japan; auch kurz für Izumo Taishasiehe auch Izumo Schrein → Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Goetter der Erde/Okuninushi → mehr identifiziert. Auch in Izumo gibt es einen ähnlichen Schlangenkult.

Das Hitachi fudoki Hitachi fudoki 常陸風土記 „Aufzeichnungen von Luft und Erde aus Hitachi“; Chronik kultureller Bräuche der historischen Provinz Hitachi 常陸, heutige Präf. Ibaraki, eine alte Chronik der heutigen Präfektur Ibaraki, be­richtet, dass sich in alter Zeit — unweit der Stelle, wo in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts massive Proteste gegen die Errichtung des Flughafens Narita ausge­fochten wurden — gehörnte Schlangen gegen die Urbar­machung des Landes zur Wehr setzten und die Menschen attackierten. Nach einigem Hin und Her er­richtete man ihnen einen Schrein und brachte sie damit zur Ruhe. Man tauschte also Land­rechte gegen religiöse Verehrung (die Konflikte der 1970er Jahre wurden hingegen vor Gericht entschieden). Aus dieser Er­zählung wird ersichtlich, dass die Schlangen für Gott­heiten ge­halten wurden, denen das Land ursprünglich gehörte.

In vielen Mythen­kreisen der Welt steht die Schlange als Herrscherin des Wassers dem Vogel bzw. dem Adler als Be­herrscher des Himmels oder des Feuers gegen­über. In Indien ist dieser Gegensatz besonders stark aus­geprägt. Hier gibt es den Vogel­menschen Garuda गरुड Garuḍa (skt., m.) Vogelmensch; jap. Karura 迦楼羅siehe auch →  Tengu , der den erwähnten nāga — also den Schlangen­wesen — in ewiger Feind­schaft gegen­über­steht. In China und Japan ist dieser Gegen­satz nicht besonders präsent, vielleicht weil die Figur des Drachens zu über­mächtig ist und selbst viele Eigen­schaften von Vögeln besitzt. Der indische Vogel­mensch Garuda scheint jedoch in der Sagen­figur des japanischen tengu tengu 天狗 wtl. Himmelshund; vogelartiger oder geflügelter Kobold, meist in den Bergensiehe auch Tengu → Alltag/Matsuri/Phalluskulte→ Alltag/Yamabushi→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Geister → mehr einen Verwandten zu haben.

Schlangen als Sinnbild der Eifersucht

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Obsession (shūnen)

Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai (1790–1849). Edo-Zeit; aus der Serie Hyaku monogatari (Hundert Geschichten)]], 1831–1832; 25,9 x 18,4 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Moston. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)

Eine Schlange (hebi) windet sich um ein Totentäfelchen (ihai). Die Stoffmuster wiederholen die Muster der Schlangenhaut.

. 7 Hokusais Schlange

Andere Schlangen­legenden erzählen davon, dass sich Schlangen — ähnlich wie Füchse — in Menschen verwandeln können und oft unerkannt an der Seite eines menschlichen Ehe­partners leben. Solche Legenden offen­baren eine starke erotische Komponente im Bild der Schlange. In den aller ältesten Legenden sind es oft männliche Schlangengötter, die sich in Menschenform an menschliche Frauen heranmachen. In späteren Legenden führt ent­täuschte Liebe bzw. Eifersucht zur Wieder­geburt als Schlange. Von diesem Schicksal sind — buddhistischen Legenden zufolge — vor allem Frauen betroffen. Eine von ihnen, Kiyo-hime Kiyo-hime 清姫 Heldin einer berühmten Legende aus der Heian-Zeit (10. Jh.); Sinnbild rasender Eifersuchtsiehe auch Kaidan , die unglücklich in einen buddhis­tischen Mönch verliebt war, verwandelte sich aus Eifersucht in eine Schlange und verfolgte ihren Geliebten bis in einen Tempel, wo er sich unter einer Tempelglocke versteckte. Sie aber wand sich um die Glocke, brachte sie zum Glühen und tötete den Mönch auf diese Weise (siehe Horrorklassiker).

Schlangen gelten außerdem als die Tier­gefährten der Glücks­göttin Benzaiten Benzaiten 弁才天/ 弁財天 Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Bentensiehe auch Benzaiten → Ikonographie→ Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Alltag/Matsuri/Hadaka matsuri → mehr (s.a. Sidepage Benzaiten), die wiederum mit zahl­reichen Drachen­mythen in Ver­bindung steht. Benzaiten war ur­sprüng­lich eine indische Fluss- bzw. Wasser­göttin, daher ihre Assoziation mit Schlangen und Drachen. Auch Benzaiten wird im übrigen für sehr eifer­süchtig gehalten, sodass es Männern und Frauen geraten wird, ihre Schreine nicht gemeinsam aufzusuchen.

Löwen und Löwenhunde

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Löwentanz

Maske
Bild © Free Photo Wallpaper Japan & World, Jänner 2010. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Das Foto zeigt die Maske während einer Aufführung des Löwentanzes (shishimai) vor dem Tōkyō National Museum.

. 8 Löwenmaske
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Chinesischer Löwe (Karajishi)

Relief, shishi (Holz, Farbe). Um 1600; „Nationalschatz“; Kyōto, Nishi Honganji, Karamon
Bild © Bernhard Scheid, flickr, 2016. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

Löwe (shishi); Detail aus dem „Chinesischen Tor“ (karamon) des Nishi Hongan-ji im Stil der sog. Momoyama-Architektur.

. 9 Chinesischer Löwe

Die Rolle des Löwen (shishi shishi 獅子 Löwe, auch „Löwenhund“; Wächterfigur vor religiösen Gebäudensiehe auch Komainu ) als Wächter­figur hat sich wahr­schein­lich von Vorder­asien aus nach Indien und Ostasien einerseits und nach Europa andererseits ausgebreitet. Dabei erwies sich der Löwe als äußerst vielseitig, was seine Symbolik betrifft: Weltliche Paläste bedienten sich seiner genauso wie religiöse Kultstätten, seien es nun Kirchen (der Markusdom in Venedig), buddhistische Tempel oder Shintō-Schreine. Obwohl Löwen im Gegensatz zu Drachen eine real exis­tierende zoolo­gische Spezies darstellen, kann man sie aus Sicht der (traditionellen) religiösen Ikono­graphie Japans zu den imaginären Tieren zählen, weil sie nicht in Japan heimisch sind und daher von einer ähnlichen exotischen Aura umgeben waren wie die Drachen. Traditionelle ostasiatische „Löwen“ haben sich im übrigen vom Aussehen des realen Tiers einigermaßen weit entfernt und gewisse ikono­graphische Eigen­heiten angenommen, die mehr an einen Hund (vor allem an einen Pekinesen) als an ein katzenartiges Tier erinnern (s.u.).

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Löwentanz (Shishimai)

Buchillustration (Papier, Farbe) von Kitagawa Utamaro (1753?–1806); aus Waka Ebisu (Der junge Ebisu), 1789; 25,8 x 18,8 cm
Bild © Rijksmuseum, Amsterdam (RP-P-1960-11-3). (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Die Abbildung stammt aus einer Kollektion unterhaltsamer Gedichte, zu denen Utamaro eine Serie von fünf Illustrationen schuf. Das vorliegende Bild zeigt eine Straßenszene in Edo während der Neujahrsfeiern. Straßenkünstler führen einen Löwentanz (shishimai) vor, größere Kinder amüsieren sich, kleinere fürchten sich.

. 10 Löwentanz zu Neujahr (Kitagawa Utamaro, 1789)

Löwen kommen zwar kaum je in japanischen Geschichten oder Mythen vor, gelten aber offen­sichtlich als bewährte Geister­austreiber. In dieser Funktion findet man sie beispiels­weise, zusammen mit Drachen und Baku (s.u.), im Gebälk von Tempeln, Schreinen und histo­rischen Palästen, aber auch bei den Löwentänzen (shishimai shishimai 獅子舞 „Löwentanz“; ursprünglich trad. chin. Tanz zum Neujahrsfest), die unter anderem zu Neujahr aufgeführt werden. Die Tänzer schlüpfen dabei in komisch-groteske Masken, die mit dem Gebiss klappern können, und vollführen lebhafte Tänze. Ähnlich wie bei hiesigen „Krampus“-Auftritten reagieren kleine Kinder üblicherweise ängstlich auf die Löwentänzer, während sich Erwachsene amüsieren.

Komainu

Komainu

Statue, komainu (Stein) von Kobayashi Kazuhira, Detail. 1961; Shō Hachiman Jinja, Ishikawa-gun, Fukushima
Bild © komainu.net, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Skultpur eines komainu.

Am häufigsten begegnet man paarweise aufgestellten Löwenwächtern, die ent­weder als karajishi karajishi 唐獅子 wtl. „China-Löwe“, auch „Löwenhund“; Wächterfigur vor religiösen Gebäuden; Synonym für komainu; auch karashishisiehe auch Komainu , wtl. „chinesischer Löwe“, oder als komainu komainu 狛犬 wtl. „Korea-Hund“, auch „Löwenhund“; Wächterfigur vor religiösen Gebäudensiehe auch Komainu → Bauten/Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Ikonographie/Waechtergoetter/Nio→ Mythen/Verwandlungskuenstler → mehr , wtl. „Korea-Hund“, be­zeich­net werden. Letzte­res stellt heute die gän­gigere Be­zeich­nung dar. Wie diese Namen an­deuten, gibt es in China und Korea ähn­liche Statuen. Die beiden Bilder unten zeigen, dass es in manchen Fällen tat­säch­lich zu einer Dif­feren­zierung von Hund und Löwe kommt: Das linke Exemplar besitzt ein Horn und wird als „Korea-Hund“ an­ge­sehen. Das rechte, der „China-Löwe“, sieht eher wie ein Löwe aus. In der heute gängigen Ikono­graphie ver­mischen sich die beiden Typen jedoch zu einer ein­heit­lichen Spezies, die eben­sosehr einem Hund wie einem Löwen ähn­lich sieht und die man daher wohl am besten als „Löwen­hund“ be­zeichnet.

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Löwenhund (komainu)

Statue, komainu (Holz). Kamakura-Zeit; im Besitz des Staatlichen Museums Kyōto
Bild © Kyōto National Museum. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Mit geschlossenem Maul entspricht dieser Löwenhund der „UN-Form“ (UN-gyō). Während man dieses gehörnte Tier wtl. als „Korea-Hund“ (komainu) bezeichnet, wird sein hornloser Partner „Löwe“ (shishi) genannt. (Bei den meisten rezenten Beispielen gibt es diese Unterscheidung nicht.)

. 12 Komainu
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Löwe (shishi)

Statue, shishi (Holz). Kamakura-Zeit; im Besitz des Staatlichen Museums Kyōto
Bild © Kyōto National Museum. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Mit offenem Maul entspricht dieser Löwenhund der „A-Form“ (A-gyō). Seine Gestalt ist verhältnismäßig realistisch und evoziert den Eindruck eines starken, mächtigen Tieres. Während man seinen gehörnten Partner als „Korea-Hund“ (koma'inu) bezeichnet, wird dieses Exemplar „Löwe“ (shishi) genannt. (Bei den meisten rezenten Beispielen gibt es diese Unterscheidung nicht.)

. 13 Karajishi
Löwenhunde, Kamakura Zeit

Komainu sind zumeist in Eingangs­bereichen religiöser Kult­stätten aufgestellt, wo keine mensch­lichen Wächter­figuren (niō niō 仁王 Wächterfigur, Torwächtersiehe auch Nio → Bauten/Tempel→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Ikonographie/Waechtergoetter → mehr ) Dienst tun, oder in manchen Fällen auch an der Rück­seite von Toren, an deren Vorder­seite niō stehen. Man findet sie heute zumeist vor Shintō-Schreinen, sie hatten jedoch ur­sprüng­lich nichts mit shintō­isti­schen kami kami japanische Gottheitsiehe auch Shinto → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Weltbild→ Ikonographie→ Alltag/Omairi → mehr zu tun und sind auch kein ein­deu­tiges Er­ken­nungs­merk­mal von Schreinen. In manchen Schreinen und Tempeln werden sie auch durch andere Tiere ersetzt, v.a. in Inari Inari 稲荷 Reisgottheit, häufig von Fuchswächtern bewachtsiehe auch Fushimi → Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bauten/Bekannte Schreine→ Ikonographie/Shinto-Goetter→ Mythen/Verwandlungskuenstler → mehr Schreinen durch Füchse.

Während ältere komainu durchaus imposant aus­sehen, haben rezentere Bei­spiele oft komische Züge (s. Sidepage). Hierarchisch stehen sie in jedem Fall unter den niō-Torwächtern, doch teilen sie mit diesen die Be­sonder­heit, dass sie stets als Paar auftreten, dessen Partner sich vornehmlich in einem Punkt unterscheiden: immer hält einer von beiden den Mund offen (a-gyō A-gyō 阿形 Bez. für einen Typ von Wächtergottheit mit geöffnetem Mund; wtl. „A-Form“ (Figur, die ein „A“ ausspricht); Gegenstück von UN-gyōsiehe auch Nio → Ikonographie/Waechtergoetter ), der andere den Mund ge­schlos­sen (un-gyō UN-gyō 吽形 wtl. „HUM-Form“; Figur, die das Sanskritzeichen „HUM“, jap. un, ausspricht, und daher mit geschlossenem Mund dargestellt wird; Gegenstück von A-gyō (offener Mund)siehe auch Nio → Ikonographie/Waechtergoetter ). Die zugrunde liegende Symbolik hat buddhis­tische Wurzeln (s. dazu Wächtergötter) und mag ehemals auch in China bekannt gewesen sein, hat sich aber dort nicht bis heute erhalten.

Andere imaginäre Tiere

Außer dem Löwen kennt man in Japan noch eine Reihe weiterer imaginärer Kreaturen, in denen sich Reste tatsächlich existierender Wildtiere wieder­finden lassen, die aber mit sagen­haften Eigen­schaften und Kräften ausge­schmückt wurden. Diese exotischen Wesen stammen zumeist aus der chinesischen und/oder buddhistischen Folklore und haben überwiegend positive, glücks­bringende Eigen­schaften. Sie werden als Glücks­bringer auch häufig abgebildet, sind aber wahr­scheinlich weniger tief im kollektiven Bewusst­sein der japanischen Kultur verankert als die potentiell bedrohlichen yōkai yōkai 妖怪 Fabelwesen, Geisterwesen, Gespenstersiehe auch Geister → Mythen/Tengu→ Geschichte/Zen/Bodhidharma→ Mythen/Symboltiere/Namazu-e→ Mythen/Oni und Kappa , oni oni Dämon, „Teufel“; in sino-japanischer Aussprache (ki) ein allgemeiner Ausdruck für Geistersiehe auch Oni und Kappa → Alltag/Jahr→ Ikonographie/Waechtergoetter/Wind und Donner→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku→ Mythen/Geister → mehr oder tengu tengu 天狗 wtl. Himmelshund; vogelartiger oder geflügelter Kobold, meist in den Bergensiehe auch Tengu → Alltag/Matsuri/Phalluskulte→ Alltag/Yamabushi→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Geister → mehr , die auf anderen Seiten dieses Kapitels vorgestellt werden.

Elefanten und Baku

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Imaginäre Elefanten (Sōsō no zō)

Relief (Holz, bemalt) von Kanō Tan'yū (Werkstatt) (1602–1674), Detail. 1635; Kamijinko, Tōshō-gū, Nikkō
Bild © Ron Reznick, 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Zwei imaginäre Elefanten am Giebel des Kamijinkō 上神庫 (Göttlicher Speicher) im Tōshō-gū Schrein, Nikkō. Der Entwurf der Elefanten vom Hofmaler Kanō Tan'yū folgt weitgehend dem etablierten Bild des in Japan unbekannten Tieres. Der Unterschied zum Fabeltier Baku, das ebenfalls häufig im Tōshō-gū dargestellt ist, scheint ein fließender zu sein.

. 16 Zwei „Imaginäre Elefanten“ (Tōshō-gū Schrein, Nikkō)
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Gebälk mit Baku

Schnitzwerk, baku (Holz, bemalt), Detail. Frühe Edo-Zeit; Iwashimizu Hachiman-gū, Yawata-shi, Kyōto
Bild © Bernhard Scheid, 2013

Dachdekoration in Form eines baku

. 17 Baku, ein elefantenartiges Fabelwesen
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Baku und Shishi

Hängerollbild, kakemono, Detail. 11. Jh.; „Nationalschatz“; Kyōto National Museum; 160 x 229,5 cm
Bild © e-Museum. (Letzter Zugriff: 2016/8)

Aus einer Darstellung von Buddhas Ableben (nehanzu). In dieser Abbildung aus dem Altertum erscheinen baku und shishi in der gleichen ikonographischen Gestalt, in der sie heute noch im Schnitzwerk von Tempeln zu bewundern sind.

. 18 Elefant (baku?) und Löwe bei Buddhas Begräbnis

Als ein Tier, das im Leben des historischen Buddha eine gewisse Rolle spielte, ist der Elefant auch in Ostasien schon lange bekannt, ohne dass man seine genaue Gestalt je zu Gesicht bekam. Was man von ihm wusste, wurde wohl mit dem Tapir, einem anderen exotischen Tier, das u.a. in Südost­asien heimisch ist, vermischt und zu einem legendären Tier, dem baku baku Baku, elefantenartiges legendäres Tier, das Träume frisst; auch:Tapirsiehe auch→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko , neu zusammen­gesetzt. Bakus erfreuten sich in der Edo Edo 江戸 Sitz der Tokugawa Shōgune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tōkyōsiehe auch Geschichtsperioden → Grundbegriffe/Buddhismus→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit besonderer Beliebtheit und sind heute noch im Verein mit Drachen und Löwen an den Außen­fassaden von Tempeln und Schreinen aus dieser Zeit zu bewundern. Es wird ihnen nachgesagt, dass sie alles verschlucken können — auch und vor allem böse Träume! Das Schriftzeichen baku ziert daher auch manchmal das Schiff der Sieben Glücksgötter, die ja ebenfalls für Träume, vor allem für glücks­bringende Träume zu Jahres­beginn, zuständig sind.

Der Elefant selbst ist in der religiösen Kunst Japans etwas hinter dem baku zurück getreten, allerdings gibt es berühmte Darstellungen wie etwa die „Imaginären Elefanten“ in Nikkō Nikkō 日光 Tempel-Schreinanlage im Norden der Kantō-Ebene, Präf. Tochigi; beherbergt u.a. den Tōshō-gū Schreinsiehe auch Nikko → Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Bauten/Bekannte Schreine→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr . Da sowohl Elefant als auch baku vor allem durch Rüssel und Stoßzähne gekenn­zeichnet sind, ist der Unterschied zwischen ihnen oft kaum auszumachen. In der späteren Edo-Zeit bemühten sich natur­wissen­schaftlich interessierte Künstler wie Katsushika Hokusai Katsushika Hokusai 葛飾 北斎 1760–1849; Maler und Zeichner. Bekanntester Verteter des Ukiyoe-Farbholzschnittssiehe auch Kaidan → Alltag/Pilgerschaft→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Hotei→ Mythen/Hoellen/Hoellenbilder → mehr allerdings um eine Differen­zierung.

Kirin

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Kirin Bier Logo

Kirin

Brauerei-Logo

Das Logo der Brauerei ziert deren Namensgeber, ein kirin.

Kirin kirin 麒麟 „Drachenpferd“; mythologisches Tier; Giraffe ist im modernen Sprach­gebrauch das japanische Wort für Giraffe, doch bekam dieses afrikani­sche Tier in Ostasien einfach den Namen eines traditio­nellen Fabel­tiers verpasst. Kirin ist daher im vormoder­nen Kontext besser mit „Drachen­pferd“ zu übersetzen, vergleichbar mit dem hierzulande bekannten Einhorn. Das Fabelwesen dürfte seine Ursprünge in China haben, wo es als qilin qilin (chin.) 麒麟 Fabeltier, auch als chin. Einhorn bezeichnet; jap. kirin wesentlich häufiger anzutreffen ist als in Japan. In Japan sorgte vor allem die Biermarke Kirin für eine gewisse Bekanntheit des gleichnamigen Tiers. Doch schon in der Edo-Zeit wurde das kirin — zusammen mit anderen Fabeltieren chinesischer Provenienz — ein Glückssymbol, das die Außen­wände vieler Tempel und Schreine zieren durfte.

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Chinesisches Drachenpferd (qilin)

Halbrelief, kirin (Stein), Detail. China, Qing-Zeit, 17. Jh.; Grabmal des Generals Zu Dashou (–1656), Ming Gräber in Yongtai (bei Beijing); heute Royal Ontario Museum, Kanada
Bild © Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Reliefdarstellung eines kirin.

. 19 Chinesisches Qilin, Qing-Zeit
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Drachenpferd (kirin)

Schnitzwerk (Holz); Hōon-ji, Morioka, Iwate Chiba
Bild © Tanaka Jūyō, flickr, 2010. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Schnitzdarstellung eines kirin

. 20 Kirin, Holzrelief eines Tempels
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Kirin

Farbdruck. 1895; Beilage der ersten Nummer der Zeitung Jitsugyō Shinbun; 37 × 50cm

Drachenpferde (kirin).

. 21 Kirin, Meiji-Zeit

Das kirin hat ein ähnliches Gesicht wie ein Drachen, doch besitzt es oft ein stärker ausgeprägtes Geweih und den Körper eines Pferdes oder Hirschen. „Hirsch“ ist auch ein Element in den Schriftzeichen des kirin. Seine Haut ist mit Schuppen überzogen. Kirin gelten wie die meisten legendären Tiere als Glücksbringer und kündigen freudige Ereignisse an. Im Vergleich zu den Drachen sollen die chinesi­schen kirin fried­fertiger sein, doch lässt sich dieser Befund für Japan nicht erhärten, da es kaum Legenden über kirin gibt.

Phönix

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Phönix (hōō)

Skulptur, hōō (Bronze). 1053; Byōdō-in, Präfektur Kyōto
Bildquelle: John W. Bennett, Ohio State University. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Zwei dieser imaginären Vögel (hōō) zieren das Dach der Haupthalle des berühmten Amida-Tempels Byōdō-in im Süden Kyōtos. Schwarzweiß Photographie, publiziert 1966. Der Vogel ist auch auf dem derzeitigen 10.000-Yen-Schein Japans abgebildet.

. 22 Hōō, Byōdōin

Ostasien kennt einen imaginären Vogel, der analog zum griechischen Sagen­vogel gerne als „Phönix“ bezeichnet wird, auf Chinesisch allerdings fenghuang fenghuang (chin.) 鳳凰 mythologisches Vogelwesen aus China; im Westen auch als chin. Phönix bezeichnet heißt, was auf Japanisch hōō hōō 鳳凰 „Phönix“; imaginärer Vogel, chin. Fenghuang ausgesprochen wird. In Japan ist er zumeist auf den Dächern buddhis­tischer Tempel auszumachen, er entstammt aber ebenso wie das kirin dem chinesischen Sagen- und Legendengut und wird mit der Figur der Kaiserin assoziiert. Seine ikono­graphische Gestalt erinnert an eine Mischung aus Hahn und Pfau, doch besitzt er bei genauer Betrachtung eine ähnliche Schuppen­haut wie kirin oder Drache, ist also ebenfalls ein aus mehreren Tierarten zusammen­gesetztes „Übertier“.

Wani

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Die wahre Gestalt der Toyotama-hime (Toyotama-hime no hontai)

Buchillustration von Katsushika Hokusai (1760–1849). Edo-Zeit; aus Ehon sakigake (Bilderbuch der Vorreiter), 1836
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

Toyotama-hime, die Tochter des Drachenkönigs, gebiert in ihrer wahren Gestalt einen Sohn. Der Vater, Hikohohodemi wirft einen verbotenen Blick in die Gebärhütte. Dies wird die Drachenfrau veranlassen, ins Meer zurückzukehren. Der lebhafte Knabe, der den Bauch der Drachenmutter wie eine schwere Decke von sich stemmt, hat den komplizierten Namen Hiko-nagisa-takeugaya-fukiaezu. Er wird später seine Tante, ebenfalls eine Drachenfrau heiraten und mit ihr den ersten Tennō, Jinmu, zeugen.

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Ōkuninushi und der weiße Hase von Inaba

Farbholzschnitt (surimono), fukujin (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai (1760–1849); 20,7 x 18,5 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8)
William S. and John T. Spaulding Collection

Ōkuninushi heilt den Hasen von Inaba, dem Meeresungeheuer (wani) das Fell abgezogen haben. Hokusai interpretiert Ōkuninushi als Daikoku und die wani als Krokodile.

. 23 . 24 Verschiedene wani von Hokusai

Wani wani Meeresungeheuer; Krokodil; Haisiehe auch→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Goetter der Erde/Okuninushi ist ein Meeresun­geheuer, das in den alten Mythen Japans immer wieder auftaucht. Das Wort bezeichnet heute ein Krokodil. Obwohl Krokodile im alten Japan nicht völlig unbekannt waren, ist doch anzunehmen, dass man sich unterschied­liche Vorstellun­gen machte, wie ein wani aussehen könnte. In der Mythe des kaiser­lichen Prinzen Hiko Hohodemi Hiko Hohodemi 彦火火出見 auch Hoori; mythologischer Vorfahre der Tennō Dynastie und Held des Mythos von Bergglück und Meerglücksiehe auch Goetter der Erde , der die Tochter des Drachen­königs ehelichte (s.o.), ist z.B. davon die Rede, dass die Meeres­prinzessin die Gestalt eines wani annahm, als sie ihr Kind zu Welt brachte. Hokusai, der diese Geschichte illustrierte, stellte die Prinzessin in klassischer Drachen­gestalt dar. Andererseits illustrierte Hokusai auch das Märchen des weißen Hasen von Inaba, das ebenfalls in den Mythen des Kojiki Kojiki 古事記 „Aufzeichnung alter Begebenheiten“; älteste jap. Chronik (712)siehe auch Mythentexte → Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Ise Izumo→ Bauten/Ise Izumo/Izumo Schrein→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Ikonographie/Gluecksgoetter → mehr enthalten ist. Der Hase wird Opfer einer ganzen Sippe von wani, die er leichtsinnig verärgert hat. Hier wählte der Edo-zeitliche Künstler die Form eines Krokodils, um diese wani darzustellen. Andere alte Quellen deuten an, dass man sich wani möglicher­weise auch als Haie vorstellte.2

Shachi

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Shachi (Tigerfisch) von Nagoya

Farbholzschnitt (Papier) von Utagawa Hiroshige II (1826–1869). Edo-Zeit, 1859; aus der Serie Shokoku meisho hyakkei (Berühmte Ansichten der Provinzen); 33,5 x 21,9 cm
Bild © Freer Sackler Galleries. (Letzter Zugriff: 2016/7/29)

Das Bild stellt einen der beiden berühmten vergoldeten Tigerfische (shachi) auf dem Dach der Burg von Nagoya dar. Die shachi gelten als Wahrzeichen von Nagoya.

. 25 Shachi auf ukiyoe
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Tigerfisch (shachi)

Dachornament (Bronze); Tsurugajo, Aizu-Wakamatsu-shi, Fukushima; Höhe: 155cm
Bild © Aizu Wakamatsu Tourist Bureau. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Imaginärer Fisch (shachi) zur Abwehr von Bränden.

. 26 Tigerfisch (shachi) real

Shachi shachi imaginärer Fisch, Schutztier vor Feuersbrünsten; auch shachihoko oder auch shachihoko sind imaginäre Fische, die angeblich den Kopf eines Tigers besitzen. Auch das Schrift­zeichen für diese Tiere besteht aus einer Kombination von Fisch und Tiger. Außerdem wird der Namen auch auf Orca-Wale angewendet. Shachi-Fische findet man in Japan zumeist als Dachorna­ment auf den Burgen der Edo-Zeit, ein Brauch der von Oda Nobunaga Oda Nobunaga 織田信長 1534–1582, Kriegsfürst, Reichseinigersiehe auch Reichseinigung → Bauten/Bekannte Tempel→ Alltag/Moenche/Wuerdentraeger→ Geschichte/Amidismus→ Geschichte/Nichiren → mehr eingeführt worden sein soll. Sie gelten als Wächterfiguren gegen Feuersbrünste, von denen man sich erhofft, dass sie im Fall eines Brandes Wasser speien würden. Meist blicken sich zwei shachi von den beiden Enden des Dachfirsts aus an, wobei sie den First mit ihrem kräftigen Maul scheinbar verschlingen, während die Schwanz­flosse triumphal in den Himmel ragt. Sie sind häufig aus Keramik oder Bronze hergestellt, die mächtigsten Burgherren ließen sie sogar vergolden.

Japanische Tempel und Schreine bedienen sich dieser Tiere eher selten. Doch gab es sie in etwas abstrakterer Form offenbar schon in der Nara Nara 奈良 Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); ehemals: Heijō-kyōsiehe auch Nara → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Tempel→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Ise Izumo→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima → mehr -Zeit, wie u.a. das Dach des Tōdaiji Tōdaiji 東大寺 Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempelsiehe auch Bekannte Tempel → Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Alltag/Totenriten/Sogiya→ Ikonographie/Dainichi → mehr in Nara beweist. Hier scheint es, als sei nur die Schwanzflosse eines Tiers zu sehen.3

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Makara

Skulptur, makera (Stein). Kambodscha, 8. Jh.; Urspr. Teil eines Khmer Tempels, Musée Guimet, Paris
Bild © Wikimedia Commons-. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Der makara ist ein Fabelwesen der hinduistischen Mythologie, das mehrere Tiere, z.B. Fisch und Elefant oder Fisch und Krokodil, kombiniert. Aus seinem Maul können andere Wesen oder Nahrung entstehen. In der indischen Astrologie übernimmt er die Rolle des Steinbocks.

. 27 Makara, Kambodscha, 8. Jh.
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Flossenornament (shibi)

Dachornament (vergoldet), Detail. Nara-Zeit; Tōdaiji, Nara
Bild © Ikomaike Takaoka, 2011. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Dachornament des Tōdaiji in Gestalt eines Fisch- (oder Vogel-)Schwanzes. Rekonstruktion des Nara-zeitlichen Originals.

. 28 Shibi, Tōdaiji, Japan, 8. Jh.

Als Vorläufer beider Figuren kann möglicher­weise ein indisches Tier namens makara मकर makara (skt., m.) „Meeresungeheuer“, meist eine Kombination von Fisch und Landtier; entspricht in der Astrologie dem Zeichen des Steinbocks; jap. makera 摩竭羅 oder shachisiehe auch→ Texte/Himmelskunde/Astrologie , jap. makera, angesehen werden, das auf vielen Tempeln ganz ähnlich Form wie die japanischen shachi dargestellt wird. Dieses Misch­wesen aus Fisch und Landtier ist vor allem in Südasien und China beliebt und soll ebenfalls in erster Linie vor Feuer schützen.

Karpfen (koi)

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Karpfen des Knabenfestes

Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit; aus der Serie Meisho Edo hyakkei (Hundert berühmte Ansichten von Edo) #48 „Suidōbashi, Suruga-dai“, 1857; 36,2 x 23,5 cm
Bild © Brooklyn Museum. (Letzter Zugriff: 2016/3/30)
Gift of Anna Ferris, 30.1478.48

Karpfen-Banner zur Zeit des Knabenfestes (Kodomo no hi, 5. Tag des 5. Monats). Die Stadt Edo ist von Nordosten zu sehen, im Hintergrund der Fuji-san. Während in der Bildmitte die Viertel der Samurai aus Suruga (Suruga-dai) liegen (links erkennt man einen Zipfel der Burg von Edo), befindet sich der Karpfen (koi) im Vordergrund im Viertel der Handwerker und Kaufleute (chōnin) nördlich des Kanda Flusses. Man erkennt, dass die Karpfen-Banner – Symbole der jugendlichen Kraft – eigentlich den militärischen Wimpeln nachempfunden sind, welche die Samurai zum Knabenfest vor ihren Häusern aufstellten.

. 29 Karpfen von Hiroshige
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Koinobori

Koi (Kunstoff, bedruckt)
Bild © Christian Bergmeister, (flickr), 2008. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Wimpel in Form von Karpfen (koi), die zum Knabenfest, Kodomo no hi, am 5.5. vor vielen Häusern in Japan aufgestellt werden.

. 30 Knabenfest

Karpfen (koi koi Karpfen) sind zwar in Japan heimisch, können aber auch legendenhafte Züge annehmen. So erzählte man sich schon in China von einem besonders kräftigen Karpfen, dem es gelang, einen Wasserfall hinauf zu schwimmen, und der zum Lohn den Körper eines Drachen erhielt. Diese Legende begründet wiederum die japanische Symbolik des Karpfens als Inbegriff jugend­licher Kraft und Energie, die vor allem im Kontext des Knaben­festes (Kodomo no hi Kodomo no hi 子供の日 Kinder- bzw. Knabenfest am 5.5.siehe auch Jahr → Alltag/Familie/Shichigosan ) ihren Ausdruck findet. Möglicherweise wurde diese Symbolik auch durch den oben genannten makara-Fisch beeinflusst.

Japanische Karpfen sind wesentlich dünner und dynamischer als die in Europa gezüchteten Speisekarpfen. In vielen japanischen Teichen werden auch farbenfrohe Zier-Karpfen gehalten.

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Zierkarpfen

Bild © Bernard Spragg, Flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2016/3/30)

Japanische Zierkarpfen (nishikigoi) bei der Fütterung.

. 31 Zierkarpfen

Verweise

Fußnoten

  1. Matthias Claus (2006), nach Sima Qian Sima Qian (chin.) 司馬遷 145?–86? v.u.Z.; Han-zeitlicher Historiker, Begründer der chinesischen Historiographiesiehe auch Dainihonshi → Geschichte/Neo-Konfuzianismus , Shiji 史記 (um 100 v.u.Z.)
  2. Aoki Michiko übersetzt wani in einer Episode des Izumo fudoki (8. Jh.) als „Hai“ und weist auf eine Parallel­erzählung aus der malaiischen Mythologie hin, wo es sich bei dem Tier um einen Hai handelt (Aoki 1997, S. 83f.). Klaus Antoni plädiert hingegen für wani als Krokodil (Antoni 1982, S. 46 und 247).
  3. Das Tier wird in diesem Fall als shibi bezeichnet. S. JAANUS.

Bilderläuterungen

  1. Drache kenninji un.jpg

    Wolkendrache (unryū)

    Wandschirmmalerei von Kaihō Yūshō (1533–1615), Detail; im Besitz des Zen-Tempels Kennin-ji, Kyōto
    Bild © Kyōto National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Drache (ryū) mit geschlossenem Maul („UN-Form“; UN-gyō). Das Pendant dieses Drachens ist mit offenem Maul („A-Form“; A-gyō) dargestellt. A steht für den Anfang (des Alphabets), UN für das Ende. Dieses A-UN Schema wird auch bei Torwächtern (Niō), Löwenhunden und anderen paarweise auftretenden Figuren gerne angewendet.

  2. Drache kenninji.jpg

    Wolkendrache (unryū)

    Wandschirmmalerei von Kaihō Yūshō (1533–1615), Detail; im Besitz des Zen-Tempels Kennin-ji, Kyōto
    Bild © Kyōto National Museum. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Drachenkopf mit offenem Maul („A-Form“; A-gyō). Das Pendant dieses Drachens (ryū) ist mit geschlossenem Maul („UN-Form“; UN-gyō) dargestellt. A steht für den Anfang (des Alphabets), UN für das Ende. Dieses A-UN Schema wird auch bei Torwächtern (Niō), Löwenhunden und anderen paarweise auftretenden Figuren gerne angewendet.

  3. Drachen horyuji.jpg

    Absteigender Drache

    Schnitzwerk (Holz); Haupthalle, Hōryū-ji
    Bild © Ron Reznick, 2004

    Drache (ryū) als Dachdekoration des Hōryū-ji. Während viele Gebäude des Hōryū-ji zu den ältesten Gebäuden der Welt zählen und angeblich aus dem 6. Jahrhundert stammen, dürfte dieses Schnitzwerk aus späterer Zeit, wahrscheinlich aus der Edo-Zeit stammen.

  4. Drachen und schlange.jpg

    Drache und Schlange

    Papier-Lampion (Papier, Tusche, Farbe) von Katsushika Hokusai. Spätere Edo-Zeit, 19. Jh; 50,8 x 30,5 cm
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

    Drache (ryū) und Schlange (hebi) auf einem Papierlampion, wahrscheinlich mit Bezug auf das Schlangenjahr der Tierkreiszeichen.

  5. Susanoo toyokuni.jpg

    Susanoo und die Schlange Yamata no Orochi

    Farbholzschnitt, kami (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni (1769–1825). Spätere Edo-Zeit; 2 x 39.7 x 26.3 cm
    Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

    Susanoo rettet Prinzessin Kushinada vor der achtköpfigen Schlange (hebi). Im Vordergrund acht Töpfe mit Sake, Susanoos Trick, um das Monster betrunken zu machen. Wie für viele ukiyo-e der mittleren Periode typisch, ist der Held mit den Zügen eines Kabuki-Schauspielers ausgestattet.

  6. Schlange izumo.jpg

    Schlangengott des Großschreins [von Izumo]

    Ofuda (Tusche und Farbe auf Papier (handkolorierter Druck)). 19. Jh.; Völkerkundemuseum Zürich (Inv.-Nr. 19423); 124 x 37 cm
    Bild © Tomoe Steineck, Martina Wernsdörfer, Raji Steineck, WegZeichen: Japanische Kult- und Pilgerbilder. Die Sammlung Wilfried Spinner (1854–1918). Zürich: VMZ (Ausstellungskatalog), Abb. 66

    Dieses Bild aus dem Großschrein von Izumo stellt dessen Gottheit als Schlangen- (oder Drachen-) Gottheit dar, die aber nicht als Bedrohung, sondern als Glücksbringer anzusehen ist. Die Bildinschrift erklärt:

    Dass man den Zehnten Monat [hier] den „Monat der anwesenden Götter“ nennt, hat seinen Grund darin, dass sich die acht Millionen Götter jährlich im zehnten Monat in Ame no Hisumi no Miya (Izumo Schrein) versammeln. Zu dieser Zeit kommt [der Schlangengott von Izumo] als Bote des Drachengottes an den Strand von Inasa im Lande Izumo, behütet uns vor den Plagen von Wasser, Feuer und Wind und entscheidet über die Bande zwischen Männern und Frauen.

  7. Schlange hokusai.jpg

    Obsession (shūnen)

    Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai (1790–1849). Edo-Zeit; aus der Serie Hyaku monogatari (Hundert Geschichten)]], 1831–1832; 25,9 x 18,4 cm
    Bild © Museum of Fine Arts, Moston. (Letzter Zugriff: 2016/9/6)

    Eine Schlange (hebi) windet sich um ein Totentäfelchen (ihai). Die Stoffmuster wiederholen die Muster der Schlangenhaut.

  8. Shishimai.jpg

    Löwentanz

    Maske
    Bild © Free Photo Wallpaper Japan & World, Jänner 2010. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Das Foto zeigt die Maske während einer Aufführung des Löwentanzes (shishimai) vor dem Tōkyō National Museum.

  9. Shishi nishihonganji.jpg

    Chinesischer Löwe (Karajishi)

    Relief, shishi (Holz, Farbe). Um 1600; „Nationalschatz“; Kyōto, Nishi Honganji, Karamon
    Bild © Bernhard Scheid, flickr, 2016. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

    Löwe (shishi); Detail aus dem „Chinesischen Tor“ (karamon) des Nishi Hongan-ji im Stil der sog. Momoyama-Architektur.

  10. Shishimai utamaro.jpg

    Löwentanz (Shishimai)

    Buchillustration (Papier, Farbe) von Kitagawa Utamaro (1753?–1806); aus Waka Ebisu (Der junge Ebisu), 1789; 25,8 x 18,8 cm
    Bild © Rijksmuseum, Amsterdam (RP-P-1960-11-3). (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Die Abbildung stammt aus einer Kollektion unterhaltsamer Gedichte, zu denen Utamaro eine Serie von fünf Illustrationen schuf. Das vorliegende Bild zeigt eine Straßenszene in Edo während der Neujahrsfeiern. Straßenkünstler führen einen Löwentanz (shishimai) vor, größere Kinder amüsieren sich, kleinere fürchten sich.

  11. Komainu4.jpg

    Komainu

    Statue, komainu (Stein) von Kobayashi Kazuhira, Detail. 1961; Shō Hachiman Jinja, Ishikawa-gun, Fukushima
    Bild © komainu.net, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Skultpur eines komainu.

  12. Koma kamakura1.jpg

    Löwenhund (komainu)

    Statue, komainu (Holz). Kamakura-Zeit; im Besitz des Staatlichen Museums Kyōto
    Bild © Kyōto National Museum. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Mit geschlossenem Maul entspricht dieser Löwenhund der „UN-Form“ (UN-gyō). Während man dieses gehörnte Tier wtl. als „Korea-Hund“ (komainu) bezeichnet, wird sein hornloser Partner „Löwe“ (shishi) genannt. (Bei den meisten rezenten Beispielen gibt es diese Unterscheidung nicht.)

  13. Koma kamakura2.jpg

    Löwe (shishi)

    Statue, shishi (Holz). Kamakura-Zeit; im Besitz des Staatlichen Museums Kyōto
    Bild © Kyōto National Museum. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Mit offenem Maul entspricht dieser Löwenhund der „A-Form“ (A-gyō). Seine Gestalt ist verhältnismäßig realistisch und evoziert den Eindruck eines starken, mächtigen Tieres. Während man seinen gehörnten Partner als „Korea-Hund“ (koma'inu) bezeichnet, wird dieses Exemplar „Löwe“ (shishi) genannt. (Bei den meisten rezenten Beispielen gibt es diese Unterscheidung nicht.)

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    Der Elefant und die Blinden

    Buchillustration von Katsushika Hokusai. Edo-Zeit, 1819; aus Hokusai manga, Bd. 8
    Bildquelle: The British Museum, (bearbeitet). (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Hokusais Illustration der buddhistischen Parabel von den Blinden, die einen Elefanten beschreiben sollen. Jeder beschreibt ihn anders, keiner lügt, aber die Wahrheit geht über all diese Einzelbeschreibungen hinaus. Hokusais Elefant ist vergleichsweise realistisch, hat aber doch einige Ähnlichkeiten mit dem legendären Baku.

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    Baku

    Buchillustration, baku von Katsushika Hokusai
    Bildquelle: Mark Schumacher. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)
    Photo courtesy Evgeny Steiner (SOAS)

    Hokusais Illustration des legendären baku.

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    Imaginäre Elefanten (Sōsō no zō)

    Relief (Holz, bemalt) von Kanō Tan'yū (Werkstatt) (1602–1674), Detail. 1635; Kamijinko, Tōshō-gū, Nikkō
    Bild © Ron Reznick, 2004. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Zwei imaginäre Elefanten am Giebel des Kamijinkō 上神庫 (Göttlicher Speicher) im Tōshō-gū Schrein, Nikkō. Der Entwurf der Elefanten vom Hofmaler Kanō Tan'yū folgt weitgehend dem etablierten Bild des in Japan unbekannten Tieres. Der Unterschied zum Fabeltier Baku, das ebenfalls häufig im Tōshō-gū dargestellt ist, scheint ein fließender zu sein.

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    Gebälk mit Baku

    Schnitzwerk, baku (Holz, bemalt), Detail. Frühe Edo-Zeit; Iwashimizu Hachiman-gū, Yawata-shi, Kyōto
    Bild © Bernhard Scheid, 2013

    Dachdekoration in Form eines baku

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    Baku und Shishi

    Hängerollbild, kakemono, Detail. 11. Jh.; „Nationalschatz“; Kyōto National Museum; 160 x 229,5 cm
    Bild © e-Museum. (Letzter Zugriff: 2016/8)

    Aus einer Darstellung von Buddhas Ableben (nehanzu). In dieser Abbildung aus dem Altertum erscheinen baku und shishi in der gleichen ikonographischen Gestalt, in der sie heute noch im Schnitzwerk von Tempeln zu bewundern sind.

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    Chinesisches Drachenpferd (qilin)

    Halbrelief, kirin (Stein), Detail. China, Qing-Zeit, 17. Jh.; Grabmal des Generals Zu Dashou (–1656), Ming Gräber in Yongtai (bei Beijing); heute Royal Ontario Museum, Kanada
    Bild © Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Reliefdarstellung eines kirin.

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    Drachenpferd (kirin)

    Schnitzwerk (Holz); Hōon-ji, Morioka, Iwate Chiba
    Bild © Tanaka Jūyō, flickr, 2010. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Schnitzdarstellung eines kirin

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    Kirin

    Farbdruck. 1895; Beilage der ersten Nummer der Zeitung Jitsugyō Shinbun; 37 × 50cm

    Drachenpferde (kirin).

  22. Hoo byodoin.jpg

    Phönix (hōō)

    Skulptur, hōō (Bronze). 1053; Byōdō-in, Präfektur Kyōto
    Bildquelle: John W. Bennett, Ohio State University. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Zwei dieser imaginären Vögel (hōō) zieren das Dach der Haupthalle des berühmten Amida-Tempels Byōdō-in im Süden Kyōtos. Schwarzweiß Photographie, publiziert 1966. Der Vogel ist auch auf dem derzeitigen 10.000-Yen-Schein Japans abgebildet.

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    Die wahre Gestalt der Toyotama-hime (Toyotama-hime no hontai)

    Buchillustration von Katsushika Hokusai (1760–1849). Edo-Zeit; aus Ehon sakigake (Bilderbuch der Vorreiter), 1836
    Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2016/9/19)

    Toyotama-hime, die Tochter des Drachenkönigs, gebiert in ihrer wahren Gestalt einen Sohn. Der Vater, Hikohohodemi wirft einen verbotenen Blick in die Gebärhütte. Dies wird die Drachenfrau veranlassen, ins Meer zurückzukehren. Der lebhafte Knabe, der den Bauch der Drachenmutter wie eine schwere Decke von sich stemmt, hat den komplizierten Namen Hiko-nagisa-takeugaya-fukiaezu. Er wird später seine Tante, ebenfalls eine Drachenfrau heiraten und mit ihr den ersten Tennō, Jinmu, zeugen.

  24. Okuninushi hokusai.jpg

    Ōkuninushi und der weiße Hase von Inaba

    Farbholzschnitt (surimono), fukujin (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai (1760–1849); 20,7 x 18,5 cm
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2016/8)
    William S. and John T. Spaulding Collection

    Ōkuninushi heilt den Hasen von Inaba, dem Meeresungeheuer (wani) das Fell abgezogen haben. Hokusai interpretiert Ōkuninushi als Daikoku und die wani als Krokodile.

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    Shachi (Tigerfisch) von Nagoya

    Farbholzschnitt (Papier) von Utagawa Hiroshige II (1826–1869). Edo-Zeit, 1859; aus der Serie Shokoku meisho hyakkei (Berühmte Ansichten der Provinzen); 33,5 x 21,9 cm
    Bild © Freer Sackler Galleries. (Letzter Zugriff: 2016/7/29)

    Das Bild stellt einen der beiden berühmten vergoldeten Tigerfische (shachi) auf dem Dach der Burg von Nagoya dar. Die shachi gelten als Wahrzeichen von Nagoya.

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    Tigerfisch (shachi)

    Dachornament (Bronze); Tsurugajo, Aizu-Wakamatsu-shi, Fukushima; Höhe: 155cm
    Bild © Aizu Wakamatsu Tourist Bureau. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Imaginärer Fisch (shachi) zur Abwehr von Bränden.

  27. Makara.jpg

    Makara

    Skulptur, makera (Stein). Kambodscha, 8. Jh.; Urspr. Teil eines Khmer Tempels, Musée Guimet, Paris
    Bild © Wikimedia Commons-. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Der makara ist ein Fabelwesen der hinduistischen Mythologie, das mehrere Tiere, z.B. Fisch und Elefant oder Fisch und Krokodil, kombiniert. Aus seinem Maul können andere Wesen oder Nahrung entstehen. In der indischen Astrologie übernimmt er die Rolle des Steinbocks.

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    Flossenornament (shibi)

    Dachornament (vergoldet), Detail. Nara-Zeit; Tōdaiji, Nara
    Bild © Ikomaike Takaoka, 2011. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Dachornament des Tōdaiji in Gestalt eines Fisch- (oder Vogel-)Schwanzes. Rekonstruktion des Nara-zeitlichen Originals.

  29. Koi hiroshige.jpg

    Karpfen des Knabenfestes

    Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit; aus der Serie Meisho Edo hyakkei (Hundert berühmte Ansichten von Edo) #48 „Suidōbashi, Suruga-dai“, 1857; 36,2 x 23,5 cm
    Bild © Brooklyn Museum. (Letzter Zugriff: 2016/3/30)
    Gift of Anna Ferris, 30.1478.48

    Karpfen-Banner zur Zeit des Knabenfestes (Kodomo no hi, 5. Tag des 5. Monats). Die Stadt Edo ist von Nordosten zu sehen, im Hintergrund der Fuji-san. Während in der Bildmitte die Viertel der Samurai aus Suruga (Suruga-dai) liegen (links erkennt man einen Zipfel der Burg von Edo), befindet sich der Karpfen (koi) im Vordergrund im Viertel der Handwerker und Kaufleute (chōnin) nördlich des Kanda Flusses. Man erkennt, dass die Karpfen-Banner – Symbole der jugendlichen Kraft – eigentlich den militärischen Wimpeln nachempfunden sind, welche die Samurai zum Knabenfest vor ihren Häusern aufstellten.

  30. Koinobori.jpg

    Koinobori

    Koi (Kunstoff, bedruckt)
    Bild © Christian Bergmeister, (flickr), 2008. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Wimpel in Form von Karpfen (koi), die zum Knabenfest, Kodomo no hi, am 5.5. vor vielen Häusern in Japan aufgestellt werden.

  31. Nishiki koi.jpg

    Zierkarpfen

    Bild © Bernard Spragg, Flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2016/3/30)

    Japanische Zierkarpfen (nishikigoi) bei der Fütterung.

Links und Literatur

Klaus Antoni 1982
Der weiße Hase von Inaba: Vom Mythos zum Märchen. Analyse eines japanischen "Mythos der ewigen Wiederkehr" vor dem Hintergrund altchinesischen und zirkumpazifischen Denkens. Wiesbaden: Steiner 1982.
Michiko Aoki (Ü.) 1997
Records of wind and earth: a translation of Fudoki with introduction and commentaries. Ann Arbor, Mich.: Association for Asian Studies 1997.
Marius de Visser 1913
The Dragon in China and Japan. Amsterdam: Johannes Müller Verlag 1913.
[Alt, aber gut.]
Letzte Überprüfung der Linkadressen: Sept. 2016
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