650 Jahre Sprach- und Textkulturen

Neuere deutsche Literatur

Ältere deutsche Sprache und Literatur

Fachdidaktik Deutsch

Projektteam: Annegret Pelz Franz M. Eybl Stephan Müller

Projektlaufzeit: 2012-2015

Das materielle und immaterielle Kulturerbe der Universität Wien

Projekt unter der Schirmherrschaft der Österreichischen UNESCO-Kommission am Institut für Germanistik der Universität Wien

Im Jahr 2015 feiert die Universität Wien, die älteste im deutschen Sprach- und Kul­turraum, ihr 650-jähriges Bestehen. Das Institut für Germanistik erinnert aus diesem Anlass daran, dass die Beschäftigung mit allen Aspekten des text- und sprachkultu­rellen Erbes im Kernbereich wissenschaftlichen Arbeitens liegt.

Projektskizze

Seit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde am 12. März 1365 durch Herzog Rudolf IV. von Habsburg bilden Textpraktiken, die in fortwährender Neugestaltung über die Jahrhunderte von einer Wissenschaftlergeneration auf die nächste weiterge­geben werden, das materielle und immaterielle Kulturerbe der Universität Wien. Sprach- und Textkulturen sind dabei nicht nur historische Objekte der wissenschaft­lichen Praxis. Das Sprechen und Reflektieren über Sprache und Schrift erzeugt im laufenden Forschungs- und Lehrbetrieb selbst beständig neue Verschiebungen.

Die jahrhundertealten Praktiken und Formen der Erzeugung, Nutzung und Organisa­tion von Wissen unterliegen heute einem sich immer stärker radikalisierenden Wan­del. Unter dem Einfluss von Digitalisierung, Immaterialisierung und Mobilisierung gerät das Studium in den Bibliotheken, Archiven und Universitäten in die Defensive, beschleunigte und entinstitutionalisierte Sprach- und Textkulturen formieren sich zunehmend in einem globalisierten Wissensraum jenseits der Universitäten („uni goes facebook“).

Angesichts des umfassenden Umbruchs steht an der ältesten Universität im deut­schen Sprach- und Kulturraum insbesondere die Germanistik vor der Aufgabe, ihre Instrumente und Objekte zu überprüfen, die Dynamiken, Vieldeutigkeiten und Ver­änderbarkeiten innerhalb der Sprach- und Textkulturen in den Blick zu nehmen. Es gilt Angebote für den zukünftigen Umgang sowohl mit einzelnen schützenswerten Basisdokumenten als auch mit der Faszination des Gesprochenen und Geschriebenen in vielfältigen kulturellen und wissenschaftlichen Gebrauchsformen zu machen und die eigene wissenschaftliche Praxis mit einem bereits umfassend in die Digitalisie­rung transferierten Kulturgut zu reflektieren.

Ziele im Rahmen des UNESCO-Wissenschaftsprogramms

Das Projekt unter der Schirmherrschaft der Österreichischen UNESCO-Kommission wird mit Unterstützung der Philologisch-Kulturwissen­schaftlichen Fakultät am Institut für Germanistik (dem größten österreichischen Forschungs- und Ausbildungszentrum für alle Fragen der deutschen Sprache und der deutschsprachigen Literaturen) durchgeführt.

Das UNESCO-Wissenschaftsprogramm fördert internationale Kooperationen, den Aufbau von Forschungsnetzwerken, die Stärkung menschlicher und institutioneller Kapazitäten und die Anpassung der Wissenschaftspolitik an die Bedürfnisse der Gesellschaft. Die UNESCO fördert interdisziplinäre Arbeitsansätze und die Ver­mittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an eine möglichst breite Bevölkerungs­schicht sowie die Beobachtung wissenschaftlicher Trends. Das erklärte programm­übergreifende Ziel des Kommunikations- und Informationsprogramms der UNESCO ist die „Förderung des internationalen Diskurses über ethische, rechtliche und gesell­schaftliche Aspekte des Informationszeitalters“. Darüber hinaus unterstützt die UNESCO weltweit den Erhalt und die Sicherung des schützenswerten beweglichen und unbeweglichen dokumentarischen Erbes der Menschheit (Bücher, Manuskripte, audiovisuelle Medien) und fördert auf allen Ebenen die kulturelle Vielfalt und den Pluralismus in den Medien.

Ziel des UNESCO-Projektes 650 Jahre Sprach- und Textkulturen ist es, mit einem attraktiven Forschungs-, Vortrags- und Studienangebot auf die gegenwärtigen Her­ausforderungen der wissenschaftlichen (und alltäglichen) Praxis im Forschungs- und Bildungsbereich zu reagieren und einer inner- und außeruniversitären Öffentlichkeit ein Forum für die qualifizierte Orientierung und Auseinandersetzung zu bieten. Die Umsetzung der UNESCO-Zielsetzungen erfolgt in Themenschwerpunkten mit inner- und außeruniversitären Kooperationen, u.a. mit den Sonderforschungsbereichen Materielle Textkulturen (Univ. Heidelberg); Ethik der Textkulturen (Univ. Erlangen-Nürnberg); Mobile Textkulturen (Univ. Potsdam), Max-Planck-Institut für Wissen­schaftsgeschichte (Berlin).

 

 

Dokumentation

Dokumentiert wird das UNESCO-Projekt 650 Jahre Sprach- und Textkulturen. Das materielle und immaterielle Kulturerbe der Universität Wien abschließend in der Reihe „Wiener Germanistische Studien“ (Vienna University Press).