KoVo Wintersemester 2009/2010

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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis (KOVO)
Wintersemester 2009/10

Stand: 9. Oktober 2009

CS I Grundwissen
CS II Methoden und Techniken
CS III Anwendungen

Gelb markierte Stellen verweisen auf Daten, die noch fehlen oder sich unter Umständen noch ändern können. Roter Text verweist auf Daten, die sich im Vergleich zur ersten Veröffentlichung des Vorlesungsverzeichnisses geändert haben.

Bei folgenden Lehrveranstaltungen wurden Änderungen/Aktualisierungen vorgenommen:

KU Von der Akteurin zu den Praktiken?
VO Einführung in die Kulturwissenschaften / Cultural Studies (CS I A)
VO Die Wiederentdeckung der Stadt in der österr. Literatur vor und nach 1989 (NEU)
VO Grenzen, Räume, Zeiten - Die spatiale Wende ... (abgesagt!)
RVO Sport Studies
VO Geschichte des Konsumierens in Österreich im (späten) 19. und im 20. Jahrhundert
VO Visuelle Politik Visualität und Wissen - Zum Verhältnis von Politik und Populärkultur
SE Geheimdienste: Der Kalte Krieg in "Action und Fiction"
SE Ausgewählte Themenfelder der Kulturwissenschaften / Cultural Studies
UK Vertrauen, Betrug und wissenschaftliche Integrität: Wissenschaftliches Arbeiten unter veränderten Rahmenbedingungen
UK Technologie als Praxis und Kultur: Sozialwissenschaftliche Reflexionen zum Verhältnis von techno-wissenschaftlichen Entwicklungen und sozialer Ordnung
SE (Über)Morgen. Zur Ko-Konstruktion von technowissenschaftlichen Zukünften und Gesellschaft
SE Critical Whiteness Studies: Schlüsseltexte
VO „Das, was wir Moderne nennen“
PS Filmanalyse I
LK Kulturtheorien
VO Die Kritik der Kultur. Einführung in Kultursoziologie, Cultural Studies und Estudios Culturales
SE Kollektivität und Postmoderne
SE Kunst und Politik
VO Gender in der Populärkultur (Gender und Cultural Studies) (NEU)
VO Avantgarde und Politik (Cultural Studies) (NEU)
KU Transnationale Medien-Ereignisse im 20. und 21. Jahrhundert
VO Moral und Religion im modernen Verfassungsstaat (NEU)
SE Einführung in die Kulturwissenschaften I

 

 

Hinweise:

Der transdisziplinäre Studienschwerpunkt Kulturwissenschaften / Cultural Studies ist im Rahmen der Freien Wahlfächer anrechenbar. Es können wahlweise 24, 36 oder 48 Semesterwochenstunden (Sst) absolviert werden.
Detaillierte Informationen zum Aufbau des Studienschwerpunktes finden Sie hier

BA-Studierende beachten bitte das eigene KoVo für das Erweiterungscurriculum Kulturwissenschaften / Cultural Studies!

Es werden nur jene Lehrveranstaltungen angerechnet, die in diesem KOVO ausgewiesen sind. Andere LVs können im Rahmen des Schwerpunkts nicht angerechnet werden.

Studieren an anderen Unis:
Für Studierende der Universität Wien gilt: für das Belegen von Lehrveranstaltungen an anderen Universitäten ist eine Anmeldung als MitbelegerIn in den Prüfungsabteilungen der jeweiligen Universität innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist notwendig (Studienausweis mitnehmen!). Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die LV-LeiterIn.

Anmeldung bei beschränkten TeilnehmerInnenzahlen:
Da die Aufnahme in Lehrveranstaltungen nur nach Maßgabe der vorhandenen Plätze erfolgen kann, ist es ratsam, sich möglichst zeitig anzumelden. Falls Sie dennoch (z.B. aufgrund von automatisch reihenden online-Anmeldesystemen) keinen Platz in den von Ihnen gewünschten Lehrveranstaltungen erhalten sollten, empfiehlt es sich, die/den LehrveranstaltungsleiterIn persönlich zu kontaktieren und ihm/ihr Ihre Lage zu schildern.

Anmeldung zu den Lehrveranstaltungen:
Es kann sein, dass für bestimmte Lehrveranstaltungen besondere Aufnahmebedingungen bestehen bzw. Vorkenntnisse verlangt werden. Diese sind gegebenenfalls bei der jeweiligen LV aufgeführt.



CS I – GRUNDWISSEN

110272 VO Einführung in die Kulturwissenschaften / Cultural Studies (CS I A)
2 Stunde(n), 6,0 ECTS credits
Wolfgang Müller-Funk, Ingo Lauggas
DI wtl von 13.10.2009 bis 26.01.2010 18.00-20.00
Hörsaal 23 Hauptgebäude 1.Stock

Keine Anmeldung!

Die Vorlesung ist für die Absolvierung des Studienschwerpunkts Kulturwissenschaften / Cultural Studies verpflichtend.

Diese LV ist auch für das Erweiterungscurriculum Kulturwissenschaften / Cultural Studies anrechenbar. BA-Studierende informieren sich bitte hier über die gesonderten Anforderungen.

Programm, Ablauf und Handouts

 


CS II – METHODEN UND TECHNIKEN

190.183 SE Michel Foucault: Die Anormalen (Zur Genealogie der Humanwissenschaften)
CS II - 2 Std.
Markus Arnold
Ort: SR 6, IFF – Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, Uni Klagenfurt, Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien

Termine: jeweils Dienstag, 14:00-18:00h: 13. Okt.; 27. Okt.; 10. Nov.; 24. Nov.; 15. Dez.; 12. Jän.; 26. Jän.

Anmeldung bei: silvia.edtinger@uni-klu.ac.at od. Tel.: 01/ 5224000-122 begrenzte Teilnehmerzahl!

Inhalt:
Was ist Normal und was Pathologisch? Und wieso gibt es eine Obsession der Medien bis heute, von menschlichen Monstern, unkontrollierbaren Triebtätern und Perversionen zu erzählen? Foucault versucht diese Fragen in seinen 1974/75 am Collège de France gehaltenen Vorlesungen zu beantworten. Er untersucht die Genealogie der Normalitätsdiskurse, indem er die psychiatrische Gutachten in Strafprozessen untersucht. Er zeigt das Auftauchen einer Normalisierungsmacht, die unsere Diskurse und zahlreiche institutionelle Praktiken durchdringt. Es geht ihm dabei – wie sonst auch –, nicht um die Freude am Absonderlichen, sondern wie medizinische Macht und gerichtliche Macht gemeinsam sich den "gefährlichen Individuen" widmen, um auch für die "Normalen" Maßstäbe zu gewinnen, nach welcher Norm man leben soll. Es geht unter anderem um Menschenfresser, Sittenmonster, Inzest, Triebtäter und grundlose Verbrechen; aber auch um christliche Beichtgespräche, die Kontrolle der Sexualität und um das Auftauchen der "Kindheit" als einem zentralen Gegenstand der Humanwissenschaften.
Ziel: Neben dem thematischen Fokus ist es das Ziel des Seminars auch exemplarisch zu zeigen, wie die Humanwissenschaften Teil von Regierungstechniken werden. Wie sich in wissenschaftlichen Expertisen Wahrheit und Macht miteinander verbinden.
Zeugniserwerb: Anwesenheit, aktive Mitarbeit und Referat zusammen mit einer mündlichen Prüfung oder einer schriftlichen Arbeit.

Literatur:
Michel Foucault (2003): Die Anormalen. Vorlesungen am Collège de France, Frankfurt/M
Weiterführende Literatur:
Michel Foucault (1977): Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses, Frankfurt/M.
Jürgen Link (1998): Versuch über den Normalismus. Wie Normalität produziert wird, 2. erw. Auflage, Opladen / Wiesbaden
Regula Ludi (1999): Die Fabrikation des Verbrechens. Zur Geschichte der modernen Kriminalpolitik 1750-1850, Tübingen
Hubert L. Dreyfus / Paul Rabinow (1994²): Michel Foucault. Jenseits Strukturalismus und Hermeneutik, Weinheim
Ulrich Johannes Schneider (2004): Michel Foucault, Darmstadt


070040
KU Transnationale Medien-Ereignisse im 20. und 21. Jahrhundert
CS II 2 Std.
Monika Bernold
Mittwoch 16-20: 14.10. / 11.11./ 25.11 / 9.12./ 13.1.
Ort: Institut für Zeitgeschichte / Seminarraum 1 (Aufzug vorhanden)

Online-Anmeldung von 21. September 2009 bis 1. Oktober 2009

Inhalt:
Ziel der geplanten Lehrveranstaltung ist es, am Beispiel ausgewählter transnationaler Medienereignisse in eine medien- und kulturgeschichtlich orientierte Perspektive auf die Geschichte des 20. /21. Jahrhunderts einzuführen.
Ereignisse im 20. Jahrhundert wurden, darauf hat unter anderen Hayden White hingewiesen, wesentlich durch moderne Repräsentationstechnologien strukturiert, die diesen Ereignissen eine, noch im 19. Jahrhundert nicht in dieser Weise gekannte, breite Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit zukommen ließen. Fotografie, Film und Fernsehen waren wesentliche Träger der Herausbildung einer Kultur der Sichtbarkeit, die die historischen Ereignisse selbst und die Handlungsweisen ihrer AkteuerInnen beeinflussten und mitgenerierten. Ereignisse wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts durch Presse, Fotografie, Film und Radio zunehmend medial vermittelt und kommuniziert. Mit dem Fernsehen als Live-Medium, das Simultanität im Sinne einer unmittelbaren Referenz auf realweltliche Zusammenhänge ermöglicht, werden Ereignisse in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend für die Medien formatiert. Ende des 20.Jahrhunderts scheint der mediengeschichliche Wandel von der globalen Ausweitung kommerzialisierter Kommunikationsräume und einer zunehmenden Medienkonvergenz dominiert.
Am Beispiel ausgewählter diskursiver Felder und verschiedener Formen medialer Formatierung (J.Butler) von Ereignissen werden folgende Fragen bearbeitet: Wie werden Ereignisse historisch diskursiv zu Medien-Ereignissen? Inwiefern sind transnationale Medienereignisse geschlechtlich kodiert, welche Identitätspolitiken werden wirksam und wie konstituiert sich ihr Publikum? Welche Vorstellungen von Evidenz und Zeugenschaft werden in Medien-Ereignissen effektiv? Wie veränderten sich diese seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Im Zentrum des Interesses stehen Ereignisse, die transmedial und transnational wirksam wurden und sich in die Erfahrungen und kollektiven Bildgedächtnisse westlicher Industriegesellschaften eingeschrieben haben. (z. Bsp. Der Untergang der Titanic, Der 1. Weltkrieg, Die Olympischen Spiele 1936, die Ermordung/Begräbnis J. F. Kennedys 1962, der Tod von Prinzessin Diana 1997, der Anschlag auf das World Trade Center 2001, der Irak Krieg, ect.) Ausgewählte paradigmatischen Medien-Ereignisse des 20. und 21. Jahrhunderts werden in Hinblick auf ihre historischen Effekte, diskursive und machtpolitische Strukturierung und in Hinblick auf ihre medialen Voraussetzungen und Stile diskutiert.

Literatur (Auswahl):
Becker, Frank : Schneller lauter schöner? Die olympischen Spiele von 1936 in Berlin als Medienspektakel. in: Lenger, Friedrich / Nünning, Ansgar (Hg.): Medienereignisse der Moderne. Darmstadt 2008 95-114 Berghahn, Sabine (Hg.): Mythos Diana. Von der Princess of Wales zur Queen of Hearts. Gießen 1999 Bernold, Monika/Braidt Andrea/Preschl Claudia (Hg.) Screenwise. Film. Fernsehen. Feminismus. Marburg 2004 Bösch Frank: Transnationale Trauer und Technikkritik? Der Untergang der Titanic in: Lenger, Friedrich / Nünning, Ansgar (Hg.): Medienereignisse der Moderne, 2008, 79-95 >HA
Butler, Judith: Gefährdetes Leben, in: dies. Gefährdetes Leben. Politische Essays. Aus dem Englischen Karin Wördemann. Frankfurt/Main 2005, 154-179 >HA Dayan, Daniel/Katz Elihu: Medienereignisse. (übers. Christine Hanke) In: Adelmann, Ralf u. a. (Hg.): Grundlagentexte zur Fernsehwissenschaft. Theorie – Geschichte – Analyse, Konstanz 2002 (1987), 413-453 >HA
Doane, M. A. (1990). Information, Crisis, Catastrophe. In: Logics of Television. P. Mellencamp. (ed.) Bloomington: 222-238 >HA Geiger, Brigitte: Geschlechterverhältnisse als Medienereignis. Berichterstattung und mediale Diskurse zum österreichischen FrauenVolksBegehren. In: GEIGER, Brigitte/DORER, Johanna (Hrsg.): Feministische Kommunikations- und Medienwissenschaft. Ansätze, Befunde und Perspektiven der aktuellen Entwicklung. Wiesbaden 2002: 98-123 Gebhardt Winfried u.a.(Hg.) Events. Soziologie des Außergewöhnlichen. Opladen 2000 Leggewie, Claus :Der andere Elfte September Mediale Spiegelungen eines freundlich begrüßten Ereignisses . in: Lenger, Friedrich / Nünning, Ansgar (Hg.): Medienereignisse der Moderne, Darmstadt 2008, 192-205 Hall, Stuart: Das Lokale und das Globale. Globalisierung und Ethnizität, in: Stuart Hall: Rassismus und kulturelle Identität2 .übersetzt von Dorothe Bohle. Hamburg 1994 , 44-65 Hentschel Linda: Haupt oder Gesicht? Visuelle Gouvernmentalität seit 9/11 In: Linda Hentschel (Hg.) Bilderpolitik in Zeiten von Krieg und Terror. Medien, Macht und Geschlechterverhältnisse. Berlin 2008, 31- 49 > HA Hepp, Andreas (Hrsg.) Populäre Events. Medienevents, Spielevents, Spaßevents.Opladen. 2003 bes. 11-39 >
Liebes Tamar, James Curran (eds.) Media, Ritual and Identity. London 1998 Lenger, Friedrich / Nünning, Ansgar (Hg.): Medienereignisse der Moderne, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008 Löffelholz Martin (Hg.) Krieg als Medienereignis. Grundlagen und Perspektiven der Krisen kommunikation.Opladen 2008 Lubin, David: Shooting Kennedy. JFK and the culture of images. Berkeley 2003
Steinseifer, Martin, Zwischen Bombenterror und Baader Story. Terrorismus als Medienereignis: in: Klimke, Martin und Scharloth, Joachim (Hg.), 1968. Ein Handbuch zur Kultur- und Mediengeschichte der Studentenbewegung. Stuttgart 2007, S. 285-301.
Uhl, Heidemarie: Medienereignis Holocaust. Nationale und transnationale Dimensionen eines globalen Gedächtnisorts, Lenger, Friedrich / Nünning, Ansgar (Hg.): Medienereignisse der Moderne, Darmstadt 2008, 172-192 Weichert, Stephan:Die Krise als Medienereignis:über den 11. September im deutschen Fernsehen.Köln 2006 Wenk, Silke: Sichtbarkeitsverhältnisse: Asymmetrische Kriege und (a)symmetrische Geschlechterbilder. In: Linda Hentschel (Hg.) Bilderpolitik in Zeiten von Krieg und Terror. Medien, Macht und Geschlechterverhältnisse. Berlin 2008, 183-203 > Wheeler, Winston Dixon (Hg.): Film and television after 9/11. Illinois 2004 White, Hayden: Metahistory. Die historische Einbildungskraft im 19. Jahrhundert in Europa. (übers. Peter Kohlhaas) Frankfurt am Main 1991
Wanning S. :Media events or Media Stories. In. International Journal of Cultural Studies. , 4, 1, 2001, 25-44


140262 SE Critical Whiteness Studies: Schlüsseltexte
CS II 2 Stunde(n), 6,0 ECTS credits
Hanna Hacker
SR 2, Institut für Afrikawissenschaften, Spitalgasse 2, Hof 5 (Campus), 1090 Wien

Abhaltung:
Vorbesprechung:
Freitag, 16.10.2009, 16:30-18:00
Termine:
Samstag, 14.11.2009, 12:00-16:00
Samstag, 12.12.2009, 12:00-17:00
Samstag, 16.01.2010, 12:00-17:00
Samstag, 30.01.2010, 12:00-17:00

Online-Anmeldung von 25. September 2009 bis 6. Oktober 2009: UNIVIS
Beschränkte Teilnehmerzahl, max. 25

Inhalte:
Was ist weiß? Wie kommt es, dass Weiß so oft Macht bedeutet? Wie funktioniert Whiteness in Gesellschaften, die weiß dominiert sind, und wie in solchen, in denen das nicht der Fall ist? Kritische Whitenessforschung entstand, wie es meist heißt, Anfang der 1990er Jahre in den USA. Mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum "angekommen", wirft sie wiederum Fragen nach Geschichte und Gegenwart europäischer kolonialer und rassistischer Strukturen auf.
Zentraler inhaltlicher Bezugspunkt der LV ist die Verbindung des transdisziplinären Ansatzes der "Critical Whiteness Studies" mit Fragestellungen der feministischen Theorie und der Postcolonial, der Queer, der Disability Studies. Wir werden weitere verwandte Analyseansätze wie den der "Dominanzkultur" oder des "Kritischen Okzidentalismus" thematisieren und uns mit Verbindungen zwischen der theoretischen Kritik weißer Hegemonie einerseits und politischen Handlungsherausforderungen andererseits befassen.
Methoden: ausführlichere Inputs der LV-Leiterin; Durcharbeitung, Kurzreferate und Diskussion zu gemeinsamen Pflichttexten in Kleingruppen und im Plenum; Arbeit mit visuellem Material (Bilder, Film); Einzel- oder Gruppenpräsentationen der Teilnehmer_innen zu den Seminararbeitshemen evtl. in Form von Poster-Sessions; schriftliche Seminararbeit.
Ziele: Ziel ist es zunächst, zentrale Fragestellungen und Forschungsansätze der Critical Whiteness Studies kennenzulernen und sich mit Basistexten und wichtigen Argumentationsfiguren in diesem Bereich auseinanderzusetzen. Dabei soll begriffen werden, was "Critical Whiteness" als ein Paradigma von Hegemoniekritik leistet, und auch, wo seine Grenzen liegen.
Verschränkungen von Rassialisierung mit anderen gesellschaftlichen Markierungen (Geschlecht, Sexualität, Klasse, Ability, geopolitischer Ort) sollen beschreibbar und analysierbar werden.
Weiteres Ziel ist schließlich, dass die LV-Teilnehmer_innen die mögliche Einschreibung weißer Positionierungen in ihre eigenen Arbeits- und Forschungszugänge kritisch reflektieren können.
Art der Leistungskontrolle: kritische Durcharbeitung der Pflichttexte und kurze mündliche oder schriftliche Präsentation zu einem davon; Einzel- oder Gruppenreferat zum Seminararbeitsthema bzw. Vorbereitung und Präsentation eines Posters dazu; schriftliche Seminararbeit.
Vorausgesetzt: Anwesenheit, aktive Beteiligung am Diskussionsprozess, Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit englischsprachiger Literatur, Interesse an Fragestellungen der postkolonialen und feministischen Theorie.
Literatur: Ausführliche Literaturlisten werden den Teilnehmenden beim ersten LV-Termin und zusätzlich laufend während des Semesters zur Verfügung gestellt.


110215 SE Ausgewählte Themenfelder der Kulturwissenschaften / Cultural Studies
CS II 2 Stunde(n), 6,0 ECTS credits
Giovanni Leghissa

Informationen zu dieser Lehrveranstaltung (aktualisiert)

 


080033 LK Kulturtheorien
CS II 2 Stunde(n), 5,0 ECTS credits
Ove Sutter
MI wtl von 07.10.2009 bis 27.01.2010: 10.00-11.30 Uhr
Ort: Seminarraum 1 der Europäischen Ethnologie Hanuschgasse 3, 1010 Wien (2.Stock, rechts)

Beschränkte Teilnehmerzahl, max. 25
Anmeldung über Univis.

Inhalt:
Achtung: LV ist in Bearbeitung und kann sich von daher inhaltlich noch teilweise ändern!!!
Erstes Ziel des Lektürekurses ist es, theoretische Texte wissenschaftlich lesen und schriftlich wie auch mündlich wiedergeben zu lernen. Darüber hinaus soll gemeinsam ein erstes theoretisches Grundlagenwissen für die kritische und entsprechend den methodischen Zugängen der Europäischen Ethnologie auch empirisch fundierte Kulturanalyse symbolischer und sozialer Praktiken erarbeitet werden.
Europäische Ethnologie untersucht als historisch-vergleichende und ethnographisch forschende Alltagskulturwissenschaft die "Regeln und Praktiken gesellschaftlichen Zusammenlebens" sowie die "Orte und Situationen sozialen Erlebens" (Wolfgang Kaschuba).
Um über die Beschreibung hinaus zur Analyse kultureller Formen des alltäglichen Wahrnehmens, Deutens und Handelns sozialer Akteure zu gelangen, bedarf es theoretischer Konzepte symbolischer und sozialer Praktiken.
Nicht zuletzt, weil die Europäische Ethnologie bis dato nur über wenig eigene theoretische Ansätze verfügt, ist es für die kulturanalytische Arbeit im Fach sinnvoll, sich auch in den angrenzenden Disziplinen auf die Suche zu begeben.
In Anlehnung an die jüngsten Bemühungen des Kultursoziologen Andreas Reckwitz um eine Systematisierung unterschiedlicher Theorien vor allem sozialer Praktiken werden wir gemeinsam erste Lektüren einer kleinen Auswahl von "Klassikern" unter den theoretischen Konzepten symbolischer und sozialer Praktiken vor allem ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vornehmen.
Dabei werden wir das Wagnis eingehen, uns anhand sehr anspruchsvoller Primärliteratur in Schulen und Konzepte einzulesen, deren Ausgangspunkt u.a. direkt und/oder indirekt sowie auf kritische Weise in der marxistischen Gesellschaftsanalyse und/oder im Sprachmodell Ferdinand de Saussures liegt, als da wären: British Cultural Studies (Stuart Hall), Diskurs/Macht/Wissen/ Subjekt (Michel Foucault), Habitus/Kapital (Pierre Bourdieu), Performativität (Judith Butler), Akteur-Netzwerk-Theorie (Bruno Latour).
Im Fokus steht dabei immer wieder die Frage nach der "praxeologischen Ambivalenz" (Reckwitz): Sind symbolische und soziale Praktiken vor allem von Routinisiertheit und Wiederholung oder doch eher durch Innovation und Eigensinn geprägt?
Methoden: Intensive Textlektüre, Arbeitsgruppen, Diskussionen und Gruppenreferate.
Zeugnisanforderungen: Von den TeilnehmerInnen wird erwartet, dass sie sich nachweisbar sehr sorgfältig in die zu besprechende Literatur einarbeiten, aktiv an Plenums-Diskussionen und Kleingruppenarbeit beteiligen sowie aktiv den Gedanken-Austausch mit den anderen TeilnehmerInnen suchen (besonders gewünscht ist die Bereitschaft fortgeschrittener Studierender, den anwesenden StudienanfängerInnen Hilfestellung zu leisten). Statt einer abschließenden Hausarbeit sind im Laufe der Vorlesungszeit Aufgaben wie intensive Textlektüre, schriftliche Textzusammenfassungen sowie ein Gruppenreferat mit Handout zu bearbeiten, die am Ende in Ihrer Gesamtschau bewertet werden.

Literatur:
Reckwitz, Andreas: Eine Typologie des Kulturbegriffs. In: Ders.: Die Transformation der Kulturtheorien. Zur Entwicklung eines Theorieprogramms. Weilerswist 2000, S. 64–90.
Reckwitz, Andreas: Grundelemente einer Theorie sozialer Praktiken. eine sozialtheoretische Perspektive. In: Zeitschrift für Soziologie, 32 (2003) 4, S. 282–301.
Kaschuba, Wolfgang: Kulturalismus: Vom Verschwinden des Sozialen im gesellschaftlichen Diskurs. In: Zeitschrift für Volkskunde 91 (1995), S. 27–46.

 

 


CS III – ANWENDUNGEN


NEU:
070332 KU Von der Akteurin zu den Praktiken? Praxistheoretische Ansätze in den Gender Studies
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Monika Ankele
Seminarraum Geschichte 1 Hauptgebäude 1.OG

Termine:
FR 09.10.2009, 23.10.2009 und 30.10.2009: 11.00-12.30 Uhr
FR 13.11.2009, 27.11.2009, 18.12.2009, 15.01.2010 und 29.01.2010: 11.00-14.00 Uhr

Online-Anmeldung über UNIVIS: https://univis.univie.ac.at/as_anmeldung/?lvid=560191.28

Inhalt:
In Anlehung an den 2001 von Theodore Schatzki, Karin Knorr Cetina und Eike von Savigny in ihrem gleichnamigen Buch postulierten "practice turn" beobachten auch Karl H. Hörning und Julia Reuter, wie sie in der Einleitung zu ihrem 2004 publizierten Buch "Doing Culture - Neue Positionen zum Verhältnis von Kultur und sozialer Praxis" formulierten - in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen eine allgemeine Hinwendung zur "Kultur als Praxis" und damit verbunden einer "internationalen (Wieder-)Entdeckung praxiszentrierter Ansätze". (Hörning/Reuter 2004, S. 10) Das Lektüreseminar will diese Beobachtung aufgreifen und anhand ausgewählter Texte praxistheroetische Herangehensweisen in den Gender Studies (wieder-)entdecken. Dabei sollen Gemeinsamkeiten, aber auch Differenzen zum aktuellen Paradigma der Praxiswende aufgezeigt sowie die Möglichkeiten und Begrenzungen einer praxistheoretischen Perspektive für die Frauen- und Geschlechterforschung zur Diskussion gestellt werden. Was vermag jener "practice turn" im Bereich der Gender Studies zu leisten? Wie ist die mit dieser Wende einhergehende Verschiebung von den Akteurinnen zu ihren Praktiken zu bewerten? In Anbetracht der gegenwärtigen Popularität jenes "practice turn" stellt sich die Frage, ob eine Konzeptionierung von Kultur als Praxis sowie der Fokus auf alltägliche Handlungsweisen nicht bereits zentrale Elemente des Forschungsansatzes der frühen Gender Studies der 1970er Jahre bildeten. Rückte der Blick auf Praktiken von Frauen nicht spätestens mit dem Diktum der Zweiten Frauenbewegung, dass das Persönliche politisch sei, in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Analysen anhand derer die Konstitution, Ausformung und Funktion von Geschlechterdifferenzen sowie damit verbundene strukturelle Asymmetrien aufgezeigt werden sollten? Was stellt den "Mehrwert" der derzeit postulierten praxistheoretischen Ansätze dar? Anhand ausgewählter Lektüre zu unterschiedlichen Themenfeldern ("Doing/Performing Gender", "Erfahrungen und Sehepunkte", "'Where are the girls?' Girls Culture revisited", "Feminismus und Cultural Studies: Ein historischer Rückblick" u. a.) soll diesen Fragen in der gemeinsamen Diskussion im Seminar nachgegangen werden.
Prüfungsmodalitäten: Diskussionsbereitschaft, regelmäßige Teilnahme sowie die für jede Einheit schriftlich vorzubereitende Lektüre sind Voraussetzung für einen positiven Abschluss der Lehrveranstaltung.

Lektüreliste und Semesterplan (PDF) (aktualisiert am 9.10.2009)

Einführende Lektüre:
Theodore R. Schatzki/Karin Knorr Cetina/Eike von Savigny (Hg.), The Practice Turn in Contemporary Theory (London/New York 2001).
Sue Thornham, Feminist Theory and Cultural Studies. Stories of Unsettled Relations (London/New York 2000).

070045 VO Menschen und andere Tiere. Beziehungsgeschichten vom Altertum bis heute
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Mitchell Ash und Carola Sachse
DO wtl von 08.10.2009 bis 28.01.2010: 11.00-12.30 Uhr
Ort: Hörsaal 50 Hauptgebäude 2.Stock

Online-Anmeldung von 21. September 2009 bis 1. Oktober 2009

Inhalt:
Die lange Geschichte der Mensch-Tier-Beziehungen wird in dieser Vorlesung als zentrales Moment der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte auf mehreren Ebenen besprochen: unter den Stichworten Versachlichung - Tiere als Nutztiere, Versuchsgegenstände im Labor, Esswaren oder neuerdings als Ressourcen für Organtransplantate einerseits und Sentimentalisierung – Tiere als geliebte Mitbewohner im Haus, emotionsgeladene Symbole in Literatur, Kunst und Medien, oder zu schützende Mitlebenden, denen neuerdings eigene Rechte zugestanden werden sollen - andererseits. Zentrale Fragestellung dabei wird es sein, ob eine lineare Fortschrittsgeschichte von der Versachlichung zum Schutz der Tiere zu erzählen ist, oder ob nicht beide Beziehungsmöglichkeiten, Versachlichung und Sentimentalisierung, sich gegenseitig bedingt haben. Einzelthemen u.a.: Mensch und Tier in der alten Welt, im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit; Darwin und die Folgen; Entstehung der Tierschutz- und Anti-Vivisektions bewegung im 19. Jahrhundert; Tiergärten als „Natur“ in der Stadt; Tiere und Menschen als „Schädlinge“; Mensch und Tier im Nationalsozialismus; Primatologie; „Robotiere“ als Spielzeug und Mediengegenstand.
Leistungsnachweis: Schriftliche Prüfung, bestehend aus kurzen Stellungnahmen zu Themen, die aus einem vorgelegten Katalog zu wählen sind. Für Studierende in Master-Studien wird eine zusätzliche schriftliche Arbeit vorzulegen sein.

070033 KU Geschichte und Klischee: Visuelle Repräsentationen von Roma und Sinti in Europa
CS III 2 Stunde(n), 3,0 ECTS credits
Karin Berger
DI 14-tg von 13.10.2009 bis 19.01.2010: 09.00-13.00 Uhr
Ort: Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Online-Anmeldung von 21. September 2009 bis 1. Oktober 2009

Inhalte:
Seit der Ankunft von Roma und Sinti in Europa ist die Wahrnehmung ihrer Lebenswelt durch die ansässige Bevölkerung von Klischees geprägt. Im Laufe der letzten Jahrhunderte fanden Vorurteile und Stereotypen Eingang in Kunst, Wissenschaft und kollektives Bewusstsein, bis in die Gegenwart fungieren sie als in sich widersprüchliches Konstrukt für "das Andere". In diesem Kurs werden die Hintergründe für das Entstehen dieser Vorurteile analysiert und Fragen nach Repräsentationsformen von Roma und Sinti, nach Selbstbild und Fremdbild, nach Wunsch und Projektion gestellt. Der Schwerpunkt der Analyse liegt auf Formen der visuellen Repräsentation und hier auf dem europäischen Spiel- und Dokumentarfilm. (z.B.: Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin, R: Ernst Marischka, Ö/BRD 1957/Ich traf sogar glückliche Zigeuner, Aleksandar Petrovic, Jug 1967/Ceija Stojka - Porträt einer Romní, R: Karin Berger, Ö 1999 /Time of The Gypsies, Emir Kusturica, Jug 1989) Es werden aber auch Filme einbezogen, welche die aktuelle Lage der Roma und Sinti - vor allem in Osteuropa - thematisieren.
Neben den inhaltlichen Fragestellungen wird durch filmanalytische Zugänge das Thema der Beziehungen von Inhalt und Form, von Erzählperspektive, Dramaturgie und Struktur bezüglich ihrer Auswirkungen auf die Konstruktion von Bedeutungen analysiert. Hintergrund für diese Auseinandersetzung bildet die Diskussion sowohl filmtheoretischer als auch zeitgeschichtlicher Texte, die inhaltlich mit den ausgewählten Filmen verknüpft sind.
Ziele: Historische und aktuelle europäische Dokumentar- und Spielfilme mit sehr unterschiedlichen Erzählweisen zum Thema "Roma und Sinti" werden auf ihre Repräsentationsformen hin analysiert. Durch die inhaltliche Verbindung mit der Geschichte von Roma und Sinti und der historischen Entwicklung der Vorurteile gegenüber dieser Bevölkerungsgruppe in Europa, wird der analytische Blick auf die Konstruktion eines "Anderen" gerichtet und geschärft.

070035 VU Dokumentarfilme machen in der visuellen Zeit- und Kulturgeschichte II
CS III 2 Stunde(n), 3,0 ECTS credits
Karin Berger
DI 14-tg von 20.10.2009 bis 01.12.2009: 09.00-13.00 Uhr
Ort: Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Online-Anmeldung von 21. September 2009 bis 1. Oktober 2009

Inhalte:
Neben der Analyse bildlicher und schriftlicher Quellen und der Auseinandersetzung mit eigenen schriftlichen Arbeiten wird im Rahmen des kulturwissenschaftlichen Studiums auch das praktische Umsetzen theoretischer Erkenntnisse in das Medium Film ermöglicht. Die
Lehrveranstaltung geht den Möglichkeiten und Problemen der Transformation komplexer zeitgeschichtlicher, soziologischer, philosophischer Inhalte in ein audiovisuelles Medium nach: Inwiefern funktionieren filmische Repräsentationen als Produkte akademischer Expression? Welche filmsprachlichen Codes eignen sich für die Darstellung von theoretischen Figurationen, die eng mit dem Schriftmedium verbunden scheinen? Wie ist umfangreiches Material zu bändigen und adäquat zu den auf wissenschaftlichem Weg gewonnenen Erkenntnisse zu formen?
Der Schwerpunkt der Auseinandersetzung in diesem Semester liegt auf den Fragen von Bildsprache und Bildkomposition, auf Filmstruktur und Dramaturgie und auf den praktischen und theoretischen Fragestellungen in Bezug auf die Situation des Drehens.
Die praktische Arbeit ist über drei Semester konzipiert. Dieses Semester schließt an die Vorkenntnisse von "Dokumentarfilme machen in der visuellen Zeit- und Kulturgeschichte I" an. (im nächsten Semester folgt Teil III)
Ziele: Innerhalb eines offen gehaltenen zeit- und kulturgeschichtlichen Themenspektrums realisieren die TeilnehmerInnen eigene Dokumentarfilmprojekte (15-30 min). Auf der Basis von in Gruppen erarbeiteten Treatments wird in diesem Semester ein Drehkonzept erarbeitet und stehen Fragen des Drehens und die Arbeit mit den ProtagonistInnen im Mittelpunkt. Im Forschungspraktikum werden die laufenden Arbeiten, die Zwischenergebnisse sowie Fragen und Probleme theoretischen und praktischen Inhalts gemeinsam diskutiert. Hintergrund dafür bildet die gemeinsame Reflexion von auf die Praxis des Dokumentarfilmemachens konzentrierten Texten. Treatment und Drehkonzept bilden die Voraussetzung für einen Drehbeginn.


040.028
VO „Das, was wir Moderne nennen“
CS III
Sabeth Buchmann
Donnerstag 14tgl., Beginn: 15.Oktober 2009 um 15h (3st.)
Ort: Raum M 13, Akademie der bildenden Künste, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Schillerplatz 3, 1010 Wien

Eine LV des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Über die Rolle der französischen Malerei für die Begründung und (Selbst-)Deutung der modernen Kunst
„Das, was wir Moderne nennen, hat ohne Zweifel seinen Anfang in dem einsamen Entschluss eines französischen Malers (...).“ Dieser auf den (post-)impressionistischen Maler Paul Cézanne gemünzte Satz des englischen Kunsthistorikers Herbert Read, den die deutsche Kunsthistorikerin Monika Wagner im Vorwort der von ihr herausgegebenen Bände zur ‚Modernen Kunst’ zitiert, ist das Stichwort für die in der Vorlesung vorgesehene Betrachtung französischer Malerei seit dem späten 18. Jahrhundert. Sollen zum einen kanonische Positionen anhand exemplarischer Werke vorgestellt werden – von Jacques-Louis David, Théodore Géricault, Eugène Delacroix über Gustave Courbet, Éduard Manet, Berthe Morisot, Mary Cassatt, Edgar Degas bis hin zu Gustave Caillebot, Vincent van Gogh und Paul Cézanne – , dienen sie andererseits als Ausgangspunkt für die Frage nach der Definition und Lokalisierung des Ursprungs moderner Kunst . Ist die klassische Kunstgeschichtsschreibung diesbezüglich auf Paris als einer im 19. Jahrhundert aufstrebenden Industriemetropole fixiert, zeigen neuere, an Sozialgeschichte, Kulturwissenschaft und Geschlechterforschung orientierte Studien, dass die Bezugnahmen der Maler/innen auf außereuropäische und vormoderne Kunst die Moderne als einen komplexen Prozess mit multiplen Anfängen, heterogenen Erscheinungsweisen und verstreuten Orten lesen lassen.

LV-Nr? VO Die Kunst und die Künste
CS III
Diedrich Diederichsen
Ort wird noch bekanntgegeben.

Termine:
Einführung 7.10, 10 Uhr
Weitere Termine: Mittwoch 14.10., 21.10., 4.11., 25.11. , 9.12. 2009, 13.1., 27.1. 2010 je 10 – 13 Uhr

Eine LV des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Der Titel dieser Vorlesung bezieht sich auf einen klassischen Aufsatz des späten Adorno, in dem dieser der Frage nachgeht, ob es noch Unterschiede zwischen den Künsten gibt, oder ob sie sich in Formen wie Multimedia, Intermedia, Installation und wie die Begriffe damals, 1967, sonst geheißen haben mögen, langsam zu einer einzigen Praxis vermischen. Wie kann man noch dem modernistischen Ideal einer medien- und formatadäquaten Praxis entsprechen, wenn das Format nicht mehr bestimmt ist, ja die künstlerische Arbeit gezielt deren Auflösung betreibt.
Seit dem sind über 40 Jahre ins Land gegangen, aber auch die prozessual und relational, sozialtechnisch oder interventionisisch gewordene Praxis unserer Gegenwartskunst stellt sich die Frage, ob es ein je eigenes und spezifisches Territorium künstlerischer Arbeit gibt oder sie verdrängt diese Frage, indem sie sie individualisiert und zur persönlichen Präferenz herunterdimmt.
Diese Vorlesung will einerseits in Grundbegriffe künstlerischer Gegenwartspraxis einführen und die Scharniere der Diskurse herausarbeiten und benennen. Andererseits will sie die Geschichte einer sehr speziellen Debatte erzählen, deren Konturen zuerst im Übergang von Modernismus zu Postmodernismus scharf wurden. Heute scheint eine Bildende Kunst, die als Metakunst aller Künste auftritt und von deren konzeptuellen Feldherrnhügel die Produktion von Filmen ebenso möglich ist wie die von Möbeln (die aber jeweils etwas anderes sind als Filme, die von FilmerInnen und Möbel die von TischlerInnen oder Möbel-DesignerInnen hergestellt wurden) ebenso an eine Grenze gestoßen zu sein, wie der Essentialismus des Handwerks und der Medien, auf den sich viele der anderen Künste immer noch berufen. Schließlich findet die oft ungute Tradition des Gesamtkunstwerkgedankens ebenso neue Fürsprecher in so unterschiedlichen Milieus wie dem Theater einerseits und der digitalen Kultur andererseits.
Dabei geht die Vorlesung von der These aus, dass heutige Investments in oder Enttäuschungen über eine gesamtzuständige künstlerische Praxis im engen Verhältnis zu Befreiungen und Emanzipationen von Praktiken seit den 60er Jahren stehen. Es geht also nicht um alle Formen von Intermedialität und Interdisziplinarität, sondern um bestimmte und daraus entstandene bestimmte Folgediskurse und -problemlagen. Daher wird eine Abgrenzung von verschiedenen Gesamtkunststrategien thematisch und es sollen die Werke einzelner KünstlerInnen der 60er-Jahre-Generation, die heute wieder oder immer noch stark rezipiert werden, als exemplarische Projekte herangezogen werden: Tony Conrad, Yayoi Kusama, Richard Foreman, Robert Wilson, Jack Smith, Carmelo Bene.

Literatur:
- Theodor W. Adorno, Die Kunst und die Künste, in derselbe, Ohne Leitbild – Parva Aesthetica, in Gesammelte Schriften Band 10.1., Frankfurt/M: Suhrkamp 1977, S 432 – 453
- René Block et al, Der Hang zum Gesamtkunstwerk, Aarau/Frankfurt/M: Sauerländer 1983, S.16-103 (das sind die Aufsätze von Bazon Brock, Odo Marquard, Michael Lingner, Günter Metken, Werner Hofman, Jean Clair)
- Jürgen Claus, Expansion der Kunst – Action, Environment, Kybernetik, Technik, Urbanistik, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1970
- Gilles Deleuze, Ein Manifest weniger, in Karlheinz Barck et al (Hg.), Aisthesis – Wahrnehmung heute, Reclam Leipzig: Leipzig 1990, S. 379 – 405
- Miriam Dreysse/Florian Malzacher, Experten des Alltags – Das Theater von Rimini Protokoll, Berlin: Alexander Verlag 2007
- Stefan Hayn, Film und Malerei, in jour fixe initiative berlin (Hg.), Kunstwerk und Kritik, Münster: Unrast 2003, S.173 - 189
- G.W.F. Hegel, Das System der einzelnen Künste, in Vorlesungen über die Ästhetik Band II und Band III, Werke Band 14 und 15 (Hg. Von Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel, Frankfurt/M: Suhrkamp 1986
- Branden W. Joseph, Beyond the Dream Syndicate, New York: Zone Books 2007
- Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft, Hamburg: Meiner 1990, S.175 – 187 (§§ 51 – 53)
- Friedrich Kittler, Optische Medien – Berliner Vorlesung 1999, Berlin: Merve 2002
- Gotthold Ephraim Lessing, Laokoon. Oder: Über die Grenzen der Malerei und Poesie, Ditzingen: Reclam 1986
- Sylvére Lotringer, Es gibt eine Sprache, die universell ist. Interview mit Bob Wilson, in Barck, a.a.O., S.372- 378
- Niklas Luhmann, Die Kunst der Gesellschaft, Frankfurt/M: Suhrkamp 1997, S.165 - 214
- Jacques Ranciére, Die Aufteilung des Sinnlichen, Berlin: B_Books 2006
- Juliane Rebentisch, Ästhetik der Installation, Frankfurt/M: Suhrkamp 2003, S.82 -233

LV-Nr.? SE Videodenken
CS III
Diedrich Diederichsen
Ort wird noch bekanntgegeben.

Termine:
Einführung: 8.10., 10 Uhr
Weitere Termine: Donnerstag den, 15.10., 22.10., 5.11., 26.11., 10.12. 2009, 14.1., 28.1. 2010, je 10-13 Uhr

Eine LV des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Das Zeitalter des Videotapes scheint sich dem Ende zuzuneigen. Darum soll es in diesem Seminar um die Frage gehen, wie die Eigenheiten des Mediums und bestimmter mit ihm verbundenen Praktiken und Genres weiterleben zwischen altem Surrealismus und neuer Mash-Up-Kultur. Das Video hat, das wird gerade in der Stunde seiner Dämmerung deutlich, durchaus stabile Eigenschaften gehabt; obwohl man eine Fülle sehr unterschiedlicher Einsatzgebiete bestimmen und von einander abgrenzen kann, was in diesem Seminar auch geschehen soll: 1.Dokumentation, schnelles, mobiles Medium; 2. künstlerische Themenspezifik: Tagebuch, Spiegel, Zeit-Porträt etc.; 3.Surrealistisches Medium (in bildender Kunst wie beim kommerziellen Einsatz); 4. Feministisches Medium; 5.Musikalisches Medium (in Pop-Musik aber auch anderswo, selbst ohne Musik); 6.Nachfolge-Medium des Kurzfilmes; 7.Prototyp der Medienkunst, Testbildfunktion, Machbarkeitsästhetik.
Diese teilweise gegensätzlichen, aber auch einander überschneidenden Zugänge zum Medium und der Kunstform Video sollen in Verbindung gebracht werden mit philosophischen Thesen zum Videodenken als einem sicher fragwürdigen, aber als Arbeitshypothese fruchtbaren Substrat aus den unterschiedlichen Videopraktiken der letzten 40 Jahre; oft machen diese auch keinen Unterschied zwischen dem Medium Video und seinen diversen digitalen Fortsetzungen. Als zeitliche Grenze soll im Seminar das Verschwinden des Videotapes als Speicher und Aufzeichnungsmedium gelten, das Verschwinden des Musikfernsehens und das Ersetzen von Video-Monitoren durch Video-Installationen und Black Boxes in der zeitgenössischen Kunstausstellungsarchitektur.

Literatur:
- Klaus Biesenbach, Barbara London, Christopher Eamon, Video Acts – Works From The Collection Of Pamela and Richard Kraemlich and New Art Trust, New York: PS1, 2002
- Andrew Goodwin, Dancing In The Distraction Factory, Minneapolis: University Of Minnesota Press 1987
- Fredric Jameson, Video – Surrealism Without The Unconcscious, in ders., Postmodernism, Or, The Cultural Logic of Late Capitalism, London/New York: Verso 1991, S.67 - 96
- Maurizio Lazzerato, Videophilosophie – Zeitwahrnehmung im Postfordismus, Berlin: b_books 2002
- Ulf Poschardt, Look At Me – 25 Jahre Videoästhetik, Ostfildern-Ruit/Düsseldorf: Hatje Cantz/NRW Forum 2004
- Vivian Sobchak, Meta-Morphing – Visual Transformation and the Culture of Quick Change, Minneapolis: University Of Minnesota Press 2000
- Peter Weibel/Woody Vasulka, Buffalo Heads – Media Practice, Media Studies, Media Pioneers 1973 - 1990, Cambridge, Ma: MIT Press 2008
- Gene Youngblood, Expanded Cinema, Toronto: E.P.Dutton 1970

070344 (Uni Wien), 823.002 (Uni Klagenfurt)
VC Berufsfeldorientierung I
CS III 2 Std.
Gert Dressel / Silvia Hellmer
Ort: Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF), Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien

Termine:
Di, 13.10. 2009, 9.00 – 13.00 Uhr
Di, 20.10. 2009, 9.00 – 18.00 Uhr
Di, 27.10. 2009, 9.00 – 18.00 Uhr
Di, 03.11. 2009, 9.00 – 13.00 Uhr

Eine Veranstaltung der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF). Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).
Info und Anmeldung bis 8. Oktober 2009: bei: LehreIK@uni-klu.ac.at; inhaltliche Rückfragen bei Dr. Silvia Hellmer.

Inhalt und Methodik:
Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung wird auf Basis handlungsorientierter theoretischer Modelle aus den Kultur- und Sozialwissenschaften eine Verbindung zwischen Studium und (möglicher) eigener Berufspraxis hergestellt, um Schnittstellen zwischen den jeweiligen TeilnehmerInnen (Individuen im Sinne von AkteurInnen) und gesellschaftlichen Möglichkeiten und Barrieren (konkret des Arbeitsmarkts) herzustellen. Vor allem mit Formen eines reflexiven biografischen Zugangs (Biografiearbeit bzw. angewandte Biografieforschung) wird die Auseinandersetzung mit den eigenen bereits im Studium und anderswo erworbenen theoretischen, methodischen, fachlichen und sozialen Erfahrungen und Kompetenzen in den Mittelpunkt gestellt. Auf dieser Basis werden berufliche Perspektiven erarbeitet und nächste berufliche Schritte konkretisiert, um eine Orientierung für die weitere berufliche Perspektive in dem Sinne zu schaffen, dass Erfahrungen bzw. Kompetenzen in weitgehender Balance mit gesellschaftlichen beruflichen Angeboten stehen.
Die Lehrveranstaltung ist Teil des IFF-Lehrprogramms Interdisziplinäre Kommunikation, Wissensmanagement und soziales Lernen.
In einer daran anschließenden Lehrveranstaltung im SoSe 2010 sollen dann konkrete Bedingungen des aktuellen Arbeitsmarkts behandelt und Kontakte mit relevanten Institutionen (in Form von biografischen Interviews mit RepräsentantInnen von Berufsfeldern und Organisationen) geknüpft werden.
Voraussetzung für den Zeugniserwerb: aktive Mitarbeit, schriftliche Ausarbeitung und Präsentation der geforderten Produkte
Zertifikat: Wer mindestens 12 Semesterwochenstunden im Rahmen des Lehrprogramms Interdisziplinäre Kommunikation, Wissensmanagement und soziales Lernen absolviert, erhält ein Zertifikat.

Literatur:
Alheit, Peter: Transitorische Bildungsprozesse: Das „biographische Paradigma“ in der Weiterbildung. In: Mader, Wilhelm (Hg.): Weiterbildung und Gesellschaft. Theoretische Modelle und politische Perspektiven. 2. erw. Aufl., Bremen 1993, 343-416.
Bolles, Richard Nelson: Durchstarten zum Traumjob, Frankfurt/New York, 4. durchgesehene Auflage 2000.
Dressel, Gert: Erfahrung und Biografiearbeit. Schnittstellen zwischen Individuen und Gesellschaft. In: AK Wien & IFF Wien (Hg.): Verschlungene Wege. Von der Uni ins Berufsleben. Wien 2006, 29-38.
Giegel, Hans-Joachim, Strukturmerkmale einer Erfolgskarriere. In Wolfram Fischer-Rosenthal/Peter Alheit (Hrsg.), Biographien in Deutschland. Soziologische Rekonstruktion gelebter Gesellschaftsgeschichte. Opladen 1995, 213-231.
Sennet, Richard: Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin 1998.


070125
VO Geschichte des Konsumierens in Österreich im (späten) 19. und im 20. Jahrhundert
CS III 2 Stunden, 3,0 ECTS credits
Franz X. Eder / Susanne Breuss
MI, 18.00-19.30 Uhr (Beginn: MI, 14.10.2009)
Ort: Hörsaal C1 UniCampus Hof 2 2G-O1-03

Inhalt:
Unter "Konsum/ieren" wird in dieser Vorlesung nicht nur der ökonomische Ge- und Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen verstanden, sondern auch der soziale und kulturelle Umgang mit ihnen. "KonsumentInnen" erscheinen als Akteure/innen im Schnittpunkt wirtschaftlicher, sozialer, politischer und kultureller Anforderungen, Handlungsmöglichkeiten und Aneignungspraktiken. Die neue kulturwissenschaftliche Konsumgeschichte widmet sich verstärkt der symbolischen Bedeutungs- und Sinngebung des Kaufens, Gebrauchen und Verbrauchens von Produkten. Die Konsumgeschichte Österreichs im späten 19. und 20 Jahrhundert umfasst Zeiten des Mangels und der Not, neue Konsumvisionen und -verheißungen sowie die Entstehung und Durchsetzung der (Massen)Konsumgesellschaft. Wie in anderen westlichen Konsumgesellschaften ging nach dem Zweiten Weltkrieg der Anteil der Ausgaben für Ernährung, Wohnungserhaltung und Kleidung zurück, die Ausgaben für 'Annehmlichkeiten' wie Haushalts- und Unterhaltungsgeräte, Bildung und Erholung, Sport und Reisen, Verkehr und Transport stiegen an. Begleitet wurde diese Verschiebung von einer "Amerikanisierung" der Konsumkultur und international vermarkteten Bildern, Phantasien und Symbolen.
Prüfungsmodalitäten: 3 schriftliche Prüfungstermine

24.0107 SE „Das unternehmerische Selbst“. Gender und Kulturberufe im Postfordismus
CS III 2 Std.
Andrea Ellmeier
Ort: IKM, Karlsplatz 2/2/9, 1010 Wien (Seminarraum)

Termine:
Montag, 12.10.2009 v. 12.30-14.30 Uhr
Montag, 02.11.2009 v. 12.30-17.30 Uhr
Montag, 16.11.2009 v. 12.30-17.30 Uhr
Sprechstunde: Montag, 14.12.2009 ab 12.30 Uhr
Montag, 18.01.2010 v. 12.30-18.30 Uhr
Montag, 25.01.2010 v. 12.30-18.30 Uhr

Anmeldung:
Voraussetzung für die Teilnahme ist die schriftliche Anmeldung am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (E-Mail an: ikm-lehre@mdw.ac.at) und die Meldung als „MitbelegerIn“ in der Studien- und Prüfungsabteilung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien). Die Lehrveranstaltung ist für StudentInnen aller Universitäten zugänglich.

Kurzbeschreibung:
Die Maxime »Handle unternehmerisch!« ist der kategorische Imperativ (Kant) am Endes des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Ein unternehmerisches Selbst ist man/frau aber nicht, er/sie soll es werden, so Ulrich Bröcking in „Das unternehmerische Selbst“ (2007). Ein „unternehmerisches Selbst“ wird man, „indem man sich in allen Lebenslagen kreativ, flexibel, eigenverantwortlich, risikobewusst und kundenorientiert verhält. Das Leitbild ist zugleich Schreckbild. Was alle werden sollen, ist auch das, was allen droht. Der Wettbewerb unterwirft das unternehmerische Selbst dem Diktat fortwährender Selbstoptimierung, aber keine Anstrengung vermag seine Angst vor dem Scheitern zu bannen.“ (Verlagsklappentext zu Bröckling 2007). Dieses „unternehmerische Selbst“ taucht zugleich in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen auf und reflektiert einen Wandel vom Fordismus zum neoliberalen Projekt des Postfordismus (Bührmann). Es braucht aber hier nicht mehr den liberalen Unternehmer – wie er z.B. von Max Weber, implizit auch von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer eindringlich beschrieben worden war –, es braucht vielmehr eine Subjektivierungsweise, die Menschen dazu befähigt sich selbst zu managen, sich selbst als Unternehmen zu begreifen und entsprechend zu führen. Menschen scheinen nun in nachmodernen Gesellschaften von diesen – unternehmerischen – Anforderungen weitgehend unabhängig von Strukturkategorien wie Klasse, Ethnizität und auch Geschlecht betroffen zu sein. Ob das so ist bzw. sein kann, wird kritisch zu befragen sein.
Im Seminar soll auf der Grundlage der Monographie von Ulrich Bröckling nach den aktuellen Konturen des Berufs der Künstlerin und des Künstlers im Besonderen, den gesellschaftlichen Strukturbedingungen für Kulturberufe im Allgemeinen gefragt werden.
- In welcher Weise ähneln sich, wo differieren Anforderungen an das „unternehmerische Selbst“ mit Anforderungen an das „künstlerische Selbst“? (Bologna, Bröckling, Gottschall/Voss, von Osten)
- In welchen gesellschaftlichen Feldern, von wem und weshalb ist das Leitbild des unternehmerischen Selbst hervorgebracht worden und wie konnte es hegemonial werden?
- Welche Konsequenzen hat dieses „unternehmerische Leitbild“ für die gegenwärtigen Macht- und Herrschaftsverhältnisse in nachmodernen Gesellschaften im allgemeinen, für den Kunst- und Kulturbereich im besonderen?
- Wie verändert sich (grosso modo) die Struktur von Kunst- und Kulturberufen in einem solchen Kontext?
- Wie gestalten sich konkret die Arbeitsbedingungen für Künstlerinnen, Künstler und für „Kreative“ im Zeitalter des „unternehmerischen Selbst“? (Eichmann et al., Haak, Kock)
- Ist Gender eine soziale Kategorie, die im Kunst- und Kulturbereich nach wie vor Relevanz hat und woran lässt sich das erkennen? (Ellmeier, Kock, Mayerhofer).
Konkrete Kultur und Kunstberufe sollen im Seminar näher dahin gehend befragt werden, in welcher Weise die Maxime „Handle unternehmerisch“ eine alte und zugleich neue Anforderung an das Profil der (bildenden, darstellenden, medien-) KünstlerIn, MusikerIn und LiteratIn bzw. KulturarbeiterIn und der Kreativen ist. Sind KünstlerInnen Role Models zukünftiger Arbeitsmärkte(von Osten)?.
Insbesondere wird von Interesse sein, in welcher Weise konkrete Künstlerprofile gegendert werden müssen, um eine adäquatere Beschreibung der An- und Herausforderungen des Künstler/innen/berufs der Gegenwart treffen zu können: Generation Praktikum, Prekarisierung der Erwerbsarbeit, die soziale Situation von Künstlerinnen und Künstlern etcetera können Themenfelder der Recherche und Diskussion sein.


230 168 UK Vertrauen, Betrug und wissenschaftliche Integrität: Wissenschaftliches Arbeiten unter veränderten Rahmenbedingungen
CS III 2 SSt (5 ECTS)
Ulrike Felt
Termin: Dienstag 10:00 – 12:00 Uhr (Vorbesprechung 13.10.2009, 10:00-11:30 Uhr)
Ort: Seminarraum Institut für Wissenschaftsforschung, Sensengasse 8 (EG)

Online-Anmeldung über univis.univie.ac.at
Weitere Informationen

Inhalt:
In den letzten Jahren hat eine Reihe von Betrugsfällen, in denen Daten manipuliert oder ethische Grenzen überschritten wurden, das Wissenschaftssystem erschüttert. In den meisten Fällen haben die Qualitätssicherungsmechanismen der Wissenschaft erst recht spät, wenn überhaupt, Alarm geschlagen. Dies hat eine Diskussion über Veränderungen in der Wissenschaftskultur und insbesondere über das Versagen von klassischen Kontrollstrukturen in der Wissenschaft mit sich gebracht, aber auch konkret zur Gründung neuer Institutionen wie der Österreich weiten „Kommission für wissenschaftliche Integrität“ geführt. Gleichzeitig ist es wichtig zu verstehen, dass Wissenschaft immer auf Vertrauen in die Qualität der Erkenntnisse anderer ForscherInnen beruht.
Vor diesem Hintergrund stellen sich eine Reihe von Fragen: Welche Veränderungen im gesellschaftlichen Kontext und Stellenwert von Wissenschaft lassen sich ausmachen, die einen solchen Wandel erklären könnten? Wie zieht man die Grenze zwischen gerade noch erlaubtem Umgang mit Daten und einem forschungsethisch nicht mehr vertretbarem? Warum überschreiten WissenschaftlerInnen die von der Scientific Community gesetzten Grenzen? Sind klassische Gutachtersysteme überhaupt geeignet, betrügerisches Verhalten aufzudecken? Welche anderen Möglichkeiten gibt es, Betrug und Fälschung in den Griff zu bekommen? Warum nehmen Betrugsfälle scheinbar in den letzten Jahren ständig zu? Wie ist der Trend zu einer immer stärkeren Formalisierung forschungsethischer Regeln auch in der studentischen Praxis (Stichwort: Plagiat) zu interpretieren?
Um diese Fragen diskutieren und beantworten zu können ist es erforderlich, sich eingehend mit den sozialen Regeln des Wissenschaftssystems auseinanderzusetzen. In diesem Universitätskurs (Mischform aus Vorlesung und Übung) werden anhand einer Reihe von Betrugsfällen grundlegende Facetten dessen diskutiert, was man als Wissenschaftskultur bezeichnen könnte. Wir werden fragen, welche "Grundregeln" es in der Wissenschaft gibt und wie diese festgelegt werden. Wir werden gemeinsam analysieren, wie das Kommunikationssystem der Wissenschaft funktioniert und welche Rolle es in den Karrieren einzelner ForscherInnen spielt. Weiters werden wir kritisch hinterfragen, was "ethisches Verhalten" in der wissenschaftlichen Praxis bedeutet, und werden dies selbst anhand einiger kleiner Fallbeispiele diskutieren. Schließlich werden wir uns damit auseinandersetzen, ob diese Fälle "nur" als Vergehen einzelner zu sehen sind, oder ob sie als Anzeichen für größere Veränderungen in der Wissenschaft zu interpretieren sind.
Im Kurs werden diese Fragen anhand von Inputs der Lehrveranstaltungsleiterin, durch gemeinsames Lesen von grundlegenden Texten und durch das Aufbereiten einzelner Betrugsfälle in Kleingruppen behandelt.

140296 UE Interkulturalität: Begriff - Ansätze - Einsätze
CS III 2 Stunde(n), 6,0 ECTS credits
Hakan Gürses
DI wtl (ab 13.10.2009) 15.30-17.00 Uhr (pünktlich!)
Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06

Online-Anmeldung von 25. September 2009 bis 6. Oktober 2009: UNIVIS
Beschränkte Teilnehmerzahl, max. 25

Weitere Informationen

Inhalte:
Das Adjektiv "interkulturell" erfreut sich einer weit verbreiteten Verwendung als durchaus positiv besetztes Wort, und es gibt heute eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Ansätzen und Methoden, die sich dieses Adjektivs bedienen. Doch scheinen die Begriffe "interkulturell" und "Interkulturalität", bei all ihrer inflationären Verwendung, selbst den blinden Fleck dieser Methoden und Ansätze zu bilden.
Zum praktischen Alltag gehört Interkulturalität bereits seit Längerem in der Wirtschaft, im Konfliktmanagement und in der Kommunikation. Hier liegt der Fokus auf "Fremdverstehen" und "kulturkonform handeln", was die Größe "Kultur", verstanden als Entität bzw. System, ins Spiel bringt und somit die erwähnte Begriffskonfusion verdichtet. Interkulturell orientierte Lern- und Weiterbildungskonzepte stoßen zudem - gerade aufgrund ihrer Verbindung zu starren Kulturkonzepten - auf Kritik.
Über Konzepte zu reflektieren, ist eine wesentliche Aufgabe der Geistes- und Kulturwissenschaften. In dieser LV wird daher der Begriff der Interkulturalität im Zentrum stehen. Um diesen herauszuarbeiten, werden verschiedene Theorieansätze, praxisorientierte Konzepte und Methoden der Interkulturalität sowie deren Einsatzgebiete (wissenschaftliche Disziplinen und Berufsfelder mit den dazugehörigen Zielsetzungen und Erwartungen), ebenso aber die Kritik daran unter die Lupe genommen.
Methoden: Vorträge des LV-Leiters; Lektüre, Referat und gemeinsame Diskussion von Texten durch die Studierenden; Übungen.
Ziele: Ausgehend von Modellen, die in den letzten Dekaden in der Interkulturellen Philosophie entwickelt wurden, und anhand von plastischen Beispielen (aus den Bereichen EZA, Interkulturelle Bildung, Anti-Rassismus ...) soll das Thema Interkulturalität im Rahmen der LV reflektiert werden. Die anleitende Frage der LV lautet: Kann Interkulturalität als ein Modus der Kultur- und Machtkritik betrachtet werden?
Das Ziel der LV ist eine vertiefende und kritische Beschäftigung mit den Begriffen & Konzepten Interkulturalität und Kultur, die gerade in den EZA-Zusammenhängen, aber auch in rezenten öffentlichen Debatten über Migration, Rassismus, Globalisierung etc. zunehmend wichtig werden.
Art der Leistungskontrolle: Die Bewertung der Leistung setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Referat; ständige Mitarbeit; schriftliche Arbeit ab Semesterende (Details werden in der ersten Einheit bekanntgegeben).

Literatur:
Eine umfangreiche Literaturliste, ausführliche Informationen (auch zu den Zeugnismodalitäten) und Stundenplan werden ab Semesteranfang auf der Homepage des LV-Leiters zu finden sein.
Ebenfalls am Semesteranfang werden die Referatstexte als Kopiervorlagen zur Verfügung gestellt.

LV-Nr.? SE Liebe in der Frühen Neuzeit. Analyse von Geschlechterverhältnissen in Kunst, Theorie und Alltag
CS III 4 SSt.
Doris Guth / Elisabeth Priedl
Mittwoch, 14.30-17.30 Uhr (Beginn: 14. Oktober 2009)
Ort: Raum M 13, Akademie der bildenden Künste, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Schillerplatz 3, 1010 Wien

Eine LV des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Der Liebesdiskurs der Frühen Neuzeit nimmt in zahlreichen philosophischen, literarischen und medizinischen Traktaten sowie in theologischen Schriften eine prominente Rolle ein. Er spiegelt darin zentrale Fragestellungen der Zeit wider: Das Verhältnis zwischen den Geschlechtern, zwischen Privatem und Öffentlichem, zwischen den gesellschaftlichen Institutionen wie Justiz, Kirche, Universität und dem humanistischen Bürgertum. Alleine im Laufe des 16. Jahrhunderts wurden über achtzig Abhandlungen über die Liebe und deren sexuelle Komponente verfasst, wobei auch männliche und weibliche Identitätskonstruktionen verhandelt wurden. In der Frühen Neuzeit ist noch das Ein-Geschlechter-Modell dominant, d.h. die Grenzen des biologischen Geschlechts sind fließend. Daher ist eine stärkere Differenzierung auf der sozialen Rollenebene zwischen Männlichem und Weiblichem notwendig, um die "Ordnung der Geschlechter" aufrecht zu erhalten. Eine weitere Konsequenz ist die Definition des Weiblichen als defizitäre Abweichung des Männlichen. Für die Darstellung der Liebe in profanen, biblischen, mythologisch/allegorischen Kontexten ergeben sich daher folgende Fragestellungen: Inwiefern spielt die Vorstellung eines Ein-Geschlechtermodells in der Frühen Neuzeit eine Rolle für Visionen der Liebe und ihre bildliche Darstellungstradition? Welche Zeugnisse weiblicher Autorenschaft gibt es zu Liebes- und Geschlechterverhältnissen in der Renaissance? Gab es neben der Dominanz heterosexueller Konzepte auch andere, queere Modelle? Welche Formen visueller Repräsentation waren dafür möglich? Welche Liebesbeziehungen waren aufgrund gesellschaftlicher und religiöser Bedingungen überhaupt lebbar, welche waren darstellbar?
Anforderungen: Referat, mündliche Mitarbeit, schriftliche Arbeit oder künstlerische Arbeit (nach Rücksprache), Moderation.

LV-Nr.? VO Künstlermythen, Autorschaft und Geschlecht
CS III 2 SSt.
Doris Guth
Dienstag, 14.30-16 Uhr; Beginn: 13.10.2009, Einführung (ausnahmsweise) von 14-15 Uhr
Ort: Raum M 13, Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien/Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften

Eine LV des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
„Was ist ein Autor?“ fragt Michel Foucault 1969 in seinem gleichnamigen Aufsatz. Darin widmet er sich dem Begriff der AutorIn als Fokus einer Individualisierung in der Geistes- und Literaturgeschichte. Anstelle der Originalität und Authentizität des einzelnen Subjekts stellt er die Bedeutung der AutorIn für die Funktionsweise des Diskurses in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Seine Kritik an der traditionellen Autorschaft sind u.a. wichtige Ausgangspunkte für feministische Ansätze (Wenk, Hoffmann-Curtius, Kampmann, Christadler u.a.), die zeigen wie die Kategorie Geschlecht mit den Konzeptionen von Autorschaft, Kreativität und Werk verbunden ist. Sie unterstreichen die Fokussierung des kunsthistorischen Kanon auf das weiße, heterosexuelle, männliche Subjekt und die Mythen einer als männlich gedachten Autorschaft auf. Die mythischen Muster der Künstlerbeschreibung erwirken eine scheinbar natürliche Verbindung der kulturellen Produktion mit der Sphäre des „authentisch männlichen“. Die Verschleierung des kulturell Gemachten als Natürliches (Roland Barthes) ist eines der zentralen Aufgaben des Mythos, der in den Künstlerbildern wie z.B. des Genie, Schöpfers etc. seinen Niederschlag findet.
Anhand zweier filmischer Genres, Spielfilme zum Leben und Werk der KünstlerInnen (Biopics) und der KünstlerInnendokumentation, wird konkret die Konstruktion von Autorschaft und Geschlecht thematisiert. Vergleiche zwischen mehreren Dokumentationen zu einer KünstlerIn sollen beispielsweise nicht nur die scheinbare Objektivität dieses Genre zur Diskussion stellen, sondern auch nach der Bedeutung der Biographie für die Stereotypisierung von KünstlerInnenbilder fragen. Die Analyse von Biopics fragt nach divergierenden Narrationsmuster für Künstler und Künstlerinnen und den Begehrenstrukturen, die durch entsprechende Darstellungweisen bestätigt und erfüllt werden.

070343 (Uni Wien), 823.001 (Uni Klagenfurt)
VC Interdisziplinäre Forschung: Von Projektplanung bis Evaluation
CS III 2 Std.
Willi Haas / Barbara Smetschka
Ort: IFF, 1070 Wien, Schottenfeldgasse 29

Termine:
Dienstag, 06.10.2009, 13:00 - 17:00 Uhr
Dienstag, 20.10.2009, 13:00 - 17:00 Uhr
Dienstag, 03.11.2009, 13:00 - 17:00 Uhr
Dienstag, 10.11.2009, 13:00 - 17:00 Uhr
Dienstag, 01.12.2009, 13.00 - 17:00 Uhr
Dienstag, 15.12.2009, 13:00 - 17:00 Uhr
Dienstag, 19.01.2010, 13:00 - 17:00 Uhr

Eine Veranstaltung der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF). Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).
Anmeldung: persönliche Anmeldung bei barbara.smetschka@uni-klu.ac.at

Inhalt / Methodik / Didaktik:
Befriedigende interdisziplinäre Forschung zu bewerkstelligen ist beides gleichzeitig: nicht trivial und spannend. Die Spezialisierung der Wissenschaft in Disziplinen hat zu einem systematischen "Ausblenden" des jeweils anderen geführt. Theoretische Modelle, methodische Werkzeuge und die dabei entwickelte Sprache trennen wissenschaftliche Disziplinen. Problemorientierte Forschung zur Bearbeitung gesellschaftlich relevanter Themen braucht interdisziplinäre Forschung, als Ort, an dem über die Grenzen der Disziplinen hinweg gemeinsam an Lösungen gearbeitet wird. Die Qualität von interdisziplinärer Kommunikation ist dabei entscheidend. Erst durch die Reflexion von Differenzen zwischen den Disziplinen z.B. mit dem Konzept „Wissenschaftskulturen“ und das Erkennen von Kommunikationsbarrieren können Lösungen zu ihrer Überwindung in Forschungsprojekten erarbeitet werden. In diesem Seminar sollen interdisziplinäre Forschungssituationen erlebbar werden und das Interesse für das theoretische Verstehen der Kommunikationsbarrieren und dem produktiven Umgang mit ihnen geweckt werden.
Methodisch bedienen wir uns des Action Learning: d.h. der zyklisch wiederkehrenden Schritte: Planen, Tun und Reflektieren. Angewandt wird das an die verschiedensten Phasen der projektförmig organisierten Forschung in Form eines Mini-Projektes: Entwicklung eines Forschungsdesigns, Arbeiten im Team, interdisziplinäre Forschung, Präsentation, Abschluss bzw. Evaluation. Mit theoretischen Einschüben zu relevanten Themen werden die dabei gemachten Erfahrungen ergänzt und vertieft. Die Lehrveranstaltung wird durch eine Website begleitet. Die gemeinsame Arbeit in räumlich getrennten Projektteams kann in einem „virtual common workspace“ geübt werden.
Voraussetzung für den Zeugniserwerb: aktive Mitarbeit, schriftliche Ausarbeitung und Präsentation der geforderten Produkte
Zertifikat: Wer mindestens 12 Semesterwochenstunden im Rahmen des Lehrprogramms Interdisziplinäre Kommunikation, Wissensmanagement und soziales Lernen absolviert, erhält ein Zertifikat.

Literatur:
Becher, Tony (1989): Academic Tribes and Territories: Intellectual Enquiry and the Cultures of Disciplines. Buckingham: Open University Press
Arnold, Markus, Fischer, Roland (2004): Disziplinierungen. Kulturen der Wissenschaften im Vergleich. Wien: Turia+Kant
Gibbons, Michael, Limoges, Camille, and Nowotny, Helga (1994): The New Production of Knowledge. The Dynamics of Science and Research in Contemporary Societies. London: Sage
Klein, Julie T. (1996): Crossing Boundaries: Knowledge, Disciplinarities & Interdisciplinarities. Virginia: University Press
Loibl, Marie C., (2005): Spannungen in Forschungsteams. Hintergründe und Methoden zum konstruktiven Abbau von Konflikten in inter- und transdisziplinären Projekten. Heidelberg: Carl-Auer Verlag
Winiwarter, Verena and Wilfing, Harald (2002): Historische Humanökologie: interdisziplinäre Zugänge zu Menschen und ihrer Umwelt. Wien: Facultas
Weingart, Peter (1997): Interdisziplinarität: der paradoxe Diskurs. In: Benseler, Frank (Ed.): Ethik und Sozialwissenschaften: Streitforum für Erwägungskultur. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, pp. 521-528


LV-Nr.?
SE Kunst und Politik (Cultural Studies)
CS III 2 Std.
Daniela Hammer-Tugendhat
Ort: Hörsaal 4 (Altbau, 1. Stock)

Termine:
Beginn: vorauss. Freitag, 23. Oktober 2009, 13:00-17:00 Uhr
Freitag, 27. November 2009, 13:00-18:00 Uhr
Samstag, 28. November 2009, 10:00-17:00 Uhr
Samstag, 5. Dezember 2009, 10:00-17:00 Uhr
Sonntag, 6. Dezember 2009, 10:00-14:00 Uhr

Eine LV der Abt. Kunstgeschichte an der Universität für Angewandte Kunst. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Im Seminar soll den komplexen und widersprüchlichen Beziehungen zwischen Kunst und Politik nachgegangen werden. Ausgangspunkt sind die Kunst und die Kunstdiskurse nach 1945 in der BRD und der DDR, deren Voraussetzungen im NS bzw. der Weimarer Republik und die Nachwirkungen bis in die Gegenwart. Weiter sollen aktuelle Strategien und Möglichkeiten politisch engagierter Kunst im deutschsprachigen und internationalem Raum diskutiert werden. Fragen, denen wir nachgehen wollen sind u.a.: Was ist politische Kunst? Gibt es eine Autonomie der Kunst? Ist (abstrakte) Kunst unpolitisch? Wie verändert ein konkreter gesellschafltlicher und kultureller Kontext die jeweilige Bedeutung von Kunst? Was kann Repräsentation leisten, was künstlerische Intervention? Wenn wir davon ausgehen, dass Politik auf bestimmten Vorstellungen aufbaut, von bestimmten Bildern (über die Welt, das Ich und die anderen etc.) geprägt ist, wie kann dann Kunst herrschende Vorstellungen affimieren bzw. in Frage stellen und verändern? Kann Kunst zu einer differenzierteren Wahrnehmung und dadurch zu einem reflektierteren Politkverständnis beitragen?
Prüfungsmodus: mündliche und schriftliche Arbeit (Abgabe bis 15. März 2010)
Teilnahmevoraussetzungen: Nachweis über den positiven Abschluß von zwei Proseminaren und einer Vorlesung in Kunst- oder Kulturgeschichte

253.037 VO Die Stadt als kultureller Schauplatz
CS III 2.0h
Sigrid Hauser

Ort & Zeit:
Institut für Kunst und Gestaltung – TU Wien, Karlsgasse 11, 1040 Wien
Blocktermin 12.-16. Oktober 2009, 14-18 Uhr (Medienlabor, Souterrain) Schlussveranstaltung: 20. November 2009, 14-18 Uhr (Seminarraum 1, Hochparterre)

Eine Veranstaltung im Rahmen des Moduls Visuelle Kultur an der Technischen Universität Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Die Lehrveranstaltung ist eine architekturtheoretische Auseinandersetzung mit bestimmten Orten der Stadt anhand verschiedener Themen:
- Schnitte und Schichten, horizontal und vertikal, zeitlich und räumlich, kulturell und sozial.
- Städtebauliche Identitäten und touristische Attraktionen: Identität durch Ereignis, Ereignis durch veränderte Rezeption.
- Der repräsentative Blick auf die Stadt: Stadtwahrnehmung im Film, in der Literatur und bildender Kunst, in der Werbung und in der Realität.
- Der Ort in seiner kulturellen Veränderung: der filmische Blick, der touristische Blick, Denkmäler und Erinnerung.
- Kult, Religion, Kunst: die Kunst auf ihrem Weg vom Kult zum Selbstzweck und weiter – der Kunstbegriff als Kunst.
- Die Kunst und ihre Auseinandersetzung mit den Orten des Alltags.
- Die Rolle der Architektur in der Kunst am Beispiel Film.
Die Lehrveranstaltung besteht aus Vorlesungen, Referaten, Filmvorführungen und Diskussionen.
Die Beiträge der Studierenden konzentrieren sich auf das interdisziplinäre Begreifen von speziellen Orten in der Stadt mit Hilfe von Fotodokumentationen und Textanalysen, sowie mit Beispielen aus Literatur, Film oder Kunst.
In der Schlussveranstaltung werden diese Beiträge in Form von Referaten präsentiert und diskutiert.
Im Rahmen der Einführungsvorlesung werden die Aufgabenstellung und ihre Inhalte ausführlich besprochen, Anleitungen werden am zweiten Termin verteilt und mitgegeben.

LV-Nr.? SE Widerständige Kulturen I
CS III 2 std.
Roman Horak
Dienstag, 14.00 Uhr – 16 Uhr (Blocktermine), Vorbesprechung am 13. Oktober 2009, 14.00 Uhr
Ort: Hörsaal 3 (Neubau, Erdgeschoss), Oskar Kokoschka Platz 1, 1010 Wien

Eine LV der Abt. Kunst- und Kultursoziologie an der Universität für Angewandte Kunst. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Ausgehend von Stuart Halls Feststellung, dass relevante Kulturstudien vom Interesse die Untersuchung von symbolischen Formen und Bedeutungen mit jener von Macht zu kombinieren, geleitet sein sollten, wird die sich LV der Schnittstelle von Kultur und Politik zuwenden. Dabei soll es nicht so sehr darum gehen, allgemeine Betrachtungen zum Verhältnis des Kulturellen und des Politischen anzustellen. Geplant ist vielmehr in kulturellen Feldern die in ihnen wirksamen Momenten von Politik dingfest zu machen.
Kultur als umkämpftes Terrain (mit ästhetischer und politischer Relevanz) soll dabei sowohl an Hand von bestimmten Beispielen als auch generell untersucht werden. Das reicht von einer Debatte des Karnevalesken (Bachtin) bis hin zur Beschäftigung mit bestimmten Formen kultureller Praxis, an denen die Taktiken der Machtlosen als Antwort auf die Strategien der Mächtigen (De Certeau) demonstriert werden können.
Methodisch soll die Auseinandersetzung mit theoretischen Texten mit der Diskussion empirischer Beispiele aus der Alltagswelt kombiniert werden.


LV-Nr.?
PS Filmanalyse I
CS III 3st.
Gabriele Jutz
Mittwoch, 10.00 (pünktlich) bis 12.30 Uhr (Achtung neu: Beginn: 14. Oktober)
Hörsaal 4, Universität für angewandte Kunst, Oskar-Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien

Eine LV der Universität für Angewandte Kunst. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Ziel dieses Proseminars ist die Vermittlung von film- bzw. medienanalytischer Kompetenz.
Am Beispiel der Frühzeit der Kinematographie (ca. 1895 bis 1915) und des Classical Hollywood Cinema (ca. 1915 bis 1960) soll zum einen ein Überblick über die ersten beiden repräsentativen Epochen der Filmgeschichte vermittelt werden. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage nach der genuinen „Andersheit“ des Early Cinema und wie sich aus einem in seinen Anfängen „exhibitionistischen“ Kino der narrative Film mit seiner Strategie des „invisible storytelling“ entwickeln konnte. Neben diesem narratologischen Ansatz stehen aber auch Zugänge aus den Bereichen gender studies und Semiotik auf dem Programm.
Zum anderen sollen anhand ausgewählter Filme filmanalytische Verfahren erprobt und ihr methodischer Hintergrund zur Diskussion gestellt werden. Gemeinsam wird ein „Leitfaden“ für die Filmanalyse entwickelt, der sowohl dem Film als „Text“ als auch seinem „Kontext“ Rechnung trägt.
Teilnahmevoraussetzungen: Fähigkeit und Bereitschaft, englischsprachige theoretische Texte zu lesen.
Beurteilung:
– Anwesenheit
– Mitarbeit
– Schriftliche Proseminararbeit

 


040.085 VO Die Kritik der Kultur. Einführung in Kultursoziologie, Cultural Studies und Estudios Culturales.
CS III 2 Std.
Jens Kastner
Raum M 13a, Akademie der bildenden Künste, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Schillerplatz 3, 1010 Wien

Termine:
Di 20.10.2009 10:00 - 14:00
Di 3.11.2009 10:00 - 14:00
Di 17.11.2009 10:00 - 14:00
Di 12.1.2010 10:00 - 14:00
Di 26.1.2010 10:00 - 14:00

Eine LV des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Die Kritik an einem zu starren und ahistorischen Kulturbegriff ist den verschiedenen kulturtheoretischen Strömungen der letzten Dekaden – der deutschsprachigen Kultursoziologie, den britischen Cultural Studies und den lateinamerikanischen Estudios Culturales – gemeinsam. Nicht mehr nur Werte, Normen und Werke einer (national formierten) Gesellschaft, sondern der Kampf um Bedeutungsproduktion, die Institutionalisierung und Instituierung sowie alltägliche Praktiken gerieten in den Fokus der Kulturtheorien. In der Frage allerdings, ob und/oder inwiefern aus einer Kritik am Kulturbegriff auch eine Kritik mit Kultur an gesellschaftlichen Verhältnissen wurde, differieren die Ansätze oft erheblich. Entlang des Verhältnisses von Kultur und Macht werden in der Vorlesung die Gemeinsamkeiten und Differenzen der verschiedenen Ansätze anhand zentraler Begrifflichkeiten (Identität, Hybridität etc.) vorgestellt.


040.082
SE Kollektivität und Postmoderne
CS III 2 Std.
Jens Kastner
Raum M 13a, Akademie der bildenden Künste, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Schillerplatz 3, 1010 Wien

Termine:
Di 13.10.2009 10:00-13:00
Di 27.10.2009 10:00-13:00
Di 10.11.2009 10:00-13:00
Di 24.11.2009 10:00-13:00
Di 19.1.2010 10:00-13:00

Eine LV des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
KünstlerInnenkollektive und Gemeinschaftskonzeptionen von den 68er Jahren bis zur Gegenwart stehen im Zentrum dieses Seminars. Ein „Collectivism after Modernism“ (Stimson/ Sholette) ist nicht nur im künstlerischen Feld entstanden, auch im Kontext von sozialen – häufig feministischen – Bewegungen und im Rahmen gesellschaftstheoretischer Ansätze wurden Formen von Gemeinschaft und Kollektivität als potenzielle Gegenmodelle gegen den liberalistischen Individualismus wie auch gegen die sozialtechnologischen und homogenisierenden Effekte der Moderne neu verhandelt. Ausgehend von der These, dass es um 1968 zu einer grundsätzlichen Neubestimmung dessen kam, was Kollektivität ausmacht und warum und wie sie – im politischen aber auch im künstlerischen Kontext – praktiziert und eingesetzt werden kann, werden anhand von soziologischen und kulturtheoretischen Schlüsseltexten Konzepte von Kollektivität und Gemeinschaft erörtert.

140117 PS Proseminar: Literatur und Postkolonialität
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Martina Kopf
DO 14-tg von 22.10.2009 bis 17.12.2009 15.00-18.00 Uhr, Vorbesprechung am 15.10.2009 von 15.00-16.30 Uhr
Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12

Online-Anmeldung von 25. September 2009 bis 6. Oktober 2009 per e-mail an martina.kopf@univie.ac.at
Beschränkte Teilnehmerzahl, max. 25

Inhalte:
Im Mittelpunkt dieses Proseminars stehen Werke junger afrikanischer SchriftstellerInnen der letzten sechs Jahre. Sie verkörpern eine neue Generation von KünstlerInnen und Intellektuellen, die mit der Unabhängigkeit aufwuchs, in mindestens zwei Ländern, meist auf verschiedenen Kontinenten, zuhause ist und deren Werke sich als Ausdruck einer literarischen Renaissance lesen lassen. Ob sie sich fiktional auf Ahnensuche begeben, Chaos und Dynamik der Megastadt zelebrieren, die Verhältnisse spielerisch umdrehen und europäische MigrantInnen vor den Toren einer Weltwirtschaftsmacht Afrika auflaufen lassen, oder dem bedrückenden Klima unter Diktatur und autoritärem Regime Ausdruck verleihen - Globalisierung, Urbanität und Migration fließen ebenso selbstverständlich in ihre Texte ein wie Geschlechter- und Generationenkonflikt und die Suche nach Selbstbestimmung.
Methoden: Im ersten Teil werden verschiedene theoretische Zugänge zu afrikanischer Literatur behandelt und Konzepte und Themen erläutert, die in der postkolonialen Literaturkritik von Bedeutung sind. Dazu werden an Textbeispielen und -auszügen Methoden der Erzählanalyse geübt (Einzel- und Gruppenarbeiten). Im zweiten Teil werden die Romane hinsichtlich einer selbst formulierten Themenstellung analysiert und interpretiert. Mündliche Präsentation und schriftliche Arbeit. Ziel ist neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema allgemein die Übung in der Praxis literaturwissenschaftlichen Arbeitens.
Voraussetzung: Englischkenntnisse, Französisch von Vorteil

Primärliteratur:
Adichie, Chimamanda Ngozi (Nigeria). 2003. Purple Hibiscus.
Übers. 2005. Blauer Hibiskus. München: Luchterhand Literaturverlag.
Atta, Sefi (Nigeria). 2005. Everything Good Will Come.
Übers. 2008. Sag allen, es wird gut. Wuppertal: Peter Hammer.
Forna, Aminatta (Sierra Leone/England). 2006. Ancestor Stones.
Übers. 2007. Abies Steine. Berlin: Berlin Verlag.
Waberi, Abdourahman A. (Djibouti/Frankreich). 2006. Aux États Unis d'Afrique.
Übers. 2008. In den Vereinigten Staaten von Afrika. Hamburg: Nautilus.
Wainaina, Binyavanga (Kenia/Südafrika). 2003. Discovering Home.

264.012 VO Architektur- und Bildwelten: Garden as Community
CS III 2.0h
Elke Krasny
Seminarraum 1, Institut für Kunst und Gestaltung – TU Wien, Karlsgasse 11, 1040 Wien

Termine:
6 Blocktermine: jeweils Mo 10-14 Uhr: 19.10.2009, 07.12.2009, 14.12.2009, 11.01.2010, 18.01.2010, 25.01.2010

Eine Veranstaltung im Rahmen des Moduls Visuelle Kultur an der Technischen Universität Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Vom Schrebergarten über die von Otto Neurath organisierte Wiener Siedlungsbewegung nach dem Ersten Weltkrieg bis zu den Victory oder War Gardens, vom Community Garden bis zum Guerilla Gardening, vom Nachbarschaftsgarten bis zum interkulturellen Garten, wird das Gärtnerische als eigenständige Praxis einer Raumgenerierungsstrategie, einer Landnahme im urbanen Kontext und eines Antriebs sozialer (Selbst)Organisationsformen, die sich wiederum räumlich ausdrücken, vorgestellt.
In der Verbindung von historischen Linien und Denkfiguren mit aktuellen Entwicklungen werden sich im städtischen Handeln des Gärtnerischen auf der mikropolitischen Ebene die großen Bewegungen und die kollektiven Bildungproduktionen widerspiegeln und so eine Ideengeschichte dieser Formation des Gärtnerischen erzeugen: Krieg, Armut, Körperertüchtigung, Landnahme, Selbstorganisation, Nutzen, Informalität, Schönheit, Freiheit, Nachbarschaftlichkeit, Verantwortung, Verein, Pädagogik, Bottom Up, Top Down, Transversalität, Regeln, Grenzen, Überschreitungen, Illegalität, Partizipation, Globalisierung, Migrationsbewegungen, Kollaboration, Allianzen, Ökologie, Ökoästhetik.
In der Lehrveranstaltung werden internationale Entwicklungen der selbstorganisierten Landnahme und der Auswirkungen dieser informellen Stadterweiterung auf urbane Gefüge und soziale Konstellationen vorgestellt ebenso wie internationale künstlerische und aktivistische Praxen, die das Gärtnerische als kollektivierende und stadtraumtransformierende Langzeitstrategie initiieren, einsetzen, aber auch institutionalisieren.
Besuche bei Wiener Projekten und Diskussionen/Präsentationen durch deren AkteurInnen (wie Nachbarschaftsgarten Heigerlein - gartenpolylog, Selbsternte, erster Gemeindebau Nachbarschaftsgarten im Oscar Helmer Hof; Macondo in Simmering)
Ziele der Lehrveranstaltung: Gruppenthemen zu Fragen von Bild und Architektur sollen ein vertieftes Verständnis zur Interaktion zwischen dem Allgemeinen und dem Spezifischen, dem Theoretischen und Empirischen erzeugen. Das Gärtnerische als kollektivierende und raumaneignende Praxis eröffnet dabei Perspektiven auf landnehmende Raumvorstellungen, Organisationsformen selbstorganisierten Handelns, gouvernmentale Interessen, informellen Urbanismus und die Rolle von Architektur als Erzeugungsmodus sozialer Beziehungen.

LV-Nr.? VO Koloniale und postkoloniale Reisebilder
CS III 2 Std.
Christian Kravagna
DI, 13 – 15 Uhr, Beginn: 20. Oktober 2009
Raum M 13, Akademie der bildenden Künste, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Schillerplatz 3, 1010 Wien

Eine LV des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Die Jahrhunderte des Kolonialismus waren von einer reichen Bildproduktion gekennzeichnet, die einem europäischen Publikum Vorstellungen von Andersheit und Fremde vermittelte. Die von Forschungsreisenden, WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen im kolonialen Raum produzierten Bilder ferner Länder und ihrer Bewohner machten (neben den schriftlichen Berichten) diesen kolonialen Raum überhaupt erst vorstellbar. In ihnen manifestieren sich koloniale Oppositionen von Zentrum und Peripherie, Zivilisation und „Barbarei,“ Fortschritt und „Primitivität.“ Selbst scheinbar harmlose Landschaftsbilder, die in Übersee gemalt wurden, konnten den Drang, diese „leeren“ Landstriche zu bevölkern und nutzbar zu machen, befördern. Seit den anti-kolonialen Befreiungsbewegungen unterliegt diese Form der Bildproduktion einer Kritik ihrer machtpolitischen Dimensionen.
Reisebilder sind eine besondere und zugleich paradigmatische Kategorie jener Bilder, die Konzepte von Identität und Differenz festigen oder untergraben. Sie füttern Exotismen und Rassismen, können ihnen aber auch den Boden entziehen. Sie überbrücken, zumindest im selben Ausmaß wie sprachliche Repräsentationen, den Raum zwischen dem Hier und dem Dort, zwischen Eigenem und Fremden, und sie sind letztlich auch beteiligt an der Produktion dieses Raums der Differenz. Dennoch sind diese Bilder wandelbar und können, je nach ihren historisch-politischen Rahmenbedingungen, unterschiedliche Formen annehmen. Je fester ein Wahrheitsregime gefügt ist, um so geringer ist die Varianz der Bilder; je brüchiger es wird, um so variantenreicher und widersprüchlicher werden die Bilder, denen sich dann auch meist schon ein Teil der ideologischen Bruchstellen verdankt.
Die Vorlesung konzentriert sich auf visuelle Repräsentationen des kolonialen Raums in der Moderne und fokussiert dabei auf künstlerische Reisebilder des 19. und 20. Jahrhunderts – vom Orientalismus Delacroix’ über den Exotismus Gauguins bis zu den Primitivismen des Expressionismus und Surrealismus. Künstlerische Bilder werden dabei mit ethnographischen und populärkulturellen Bildern sowie literarischen und philosophischen Texten ihrer Zeit in Beziehung gesetzt. Die Vorlesung zielt jedoch vor allem darauf ab, die Möglichkeiten einer visuellen postkolonialen Kritik der kolonialen Weltbilder zu diskutieren. Sie widmet sich jenen Ansätzen der modernen und zeitgenössischen Kunst, die dominante Repräsentationen des Anderen in Frage stellen, dekonstruieren und sie mit visuellen Gegenentwürfen konfrontieren. Dabei werden sowohl Varianten westlicher Selbstkritik berücksichtigt als auch die aus den Dekolonisierungsbewegungen hervorgehenden Umwertungen des kolonialen Motivs der Reise in ein postkoloniales Motiv der Migration.


NEU:
LV-Nr? VO Avantgarde und Politik (Cultural Studies)
CS III 2 Std.
Verena Krieger
Dienstag, 16:30-18:00 Uhr (Beginn: Dienstag, 13. Oktober 2009)
Hörsaal 1, Universität f. Angewandte Kunst, Altbau, Erdgeschoß

Eine LV der Abt. Kunstgeschichte an der Universität für Angewandte Kunst. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Künstlerische Avantgarden streben nach der Entgrenzung und Überschreitung der Kunst ins Gesellschaftliche hinein. Damit stehen sie in der Tradition der Romantik und von Wagners Idee des Gesamtkunstwerks. Die Avantgarden der 1920er/30er Jahre – Futurismus, russische Avantgarde, Surrealismus – verbanden sich eng mit zeitgenössischen politischen Strömungen. Die Neo-Avantgarden der 1960er/70er Jahre knüpften mit Materialassemblagen, Happenings und institutionskritischen Ansätzen an die Entgrenzungsideale der historischen Avantgarden an. Die Postmoderne brachte eine antiavantgardistische Wende, doch auch heute wird – etwa von Jonathan Meese oder Christoph Schlingensief – das avantgardistische Ideal des Gesamtkunstwerks immer wieder aufgegriffen.
In der Vorlesung geht es um Fragen wie: Was sind die Merkmale von künstlerischen Avantgardebewegungen? Inwiefern ist die Verbindung von Kunst und Politik in der Moderne etwas Ungewöhnliches? Wieso konnten die italienischen Futuristen den Faschismus und die russischen Futuristen die bolschewistische Oktoberrevolution begrüßen und sich trotzdem beide als Teil derselben Bewegung begreifen? Kann es auch heute noch Avantgarden geben oder ist das Scheitern der Avantgarde an ihrem gesellschaftlichen Gestaltungsanspruch zwangsläufig?
Prüfungsmodus: Klausur


NEU:
LV-Nr.? VO Gender in der Populärkultur (Gender und Cultural Studies)
CS III 1+1 Std.*
Verena Krieger
Mittwoch, 18:00-20:15 Uhr (Beginn: 14. Oktober 2009)
Ort wird noch bekanntgegeben*

Eine LV der Abt. Kunstgeschichte an der Universität für Angewandte Kunst. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

* Informationen zur Abhaltung:
Vortragsreihe über 2 Semester mit je 5 Terminen pro Semester, ergibt insgesamt eine 2stündige Lehrveranstaltung und wird mit einer schriftlichen Prüfung abgeschlossen. Das Zeugnis wird für das Sommersemester 2010 ausgestellt. Informationen unter
www.angewandtekunstgeschichte.net/lehre/2009w/gender_der_populaerkultur

Programm:

WS 2009/10
14.10.2009 >> Rosa Reitsamer: Einführung in die Cultural Studies
28.10.2009 >> Isabella Terkl: Konstruktion und Dekonstrukion heteronormativer und subversiver Geschlechtszuschreibungen am Beispiel von Big Brother & Co
11.11.2009 >> Jana Sotzko: Wonder Woman has landed – Bemerkungen zu Gender im Comic
09.12.2009 >> Milena Prekodravac: Gender – Pop – Nation. Perspektiven post-jugoslawischer Popmusik in Bezug auf Geschlechterstereotype, Nationalismus und Subversion
13.01.2009 >> Martin Seeliger: Intersektionelle Repräsentationen – Zur symbolischen Konstruktion von Identifikationsangeboten am Beispiel von Gangstarap

SS 2010
10.03.2010 >> Hacker Hanna: "It's a femme!" Lesbian Gender(s) vor und nach dem Queer Turn in den Cultural Studies
14.04.2010 >> Sven Grampp: "Yeah, Buffy, what are we gonna do now?" Gender und die Entropie der Form in der TV-Serie Buffy the Vampire Slayer
12.05.2010 >> Hanne Loreck: Camouflage – Mode und Geschlecht
09.06.2010 >> Doris Allhutter: Die Inszenierung von Sexualität und Geschlecht in computergenerierter 3D-Pornografie
16.06.2010 >> Abschlussklausur

070114 KU Praxis der wissenschaftlichen Kommunikation
CS III 2 Stunde(n), 6,0 ECTS credits
Christina Lutter / Elisabeth Gruber
Zeit: Dienstag, 14.00-16.00, Beginn 6.10.2009
Hörsaal des Instituts für Ö. Geschichtsforschung (1. Stock, Hauptgebäude)

Beschränkte TeilnehmerInnenzahl: maximal 25
Infos unter www.univie.ac.at/igl.geschichte/lutter/

Inhalt:
Die Lehrveranstaltung hat das Ziel, folgende Inhalte und Kompetenzen geschichtswissenschaftlichen Arbeitens sowie Aspekte disziplinenübergreifender kulturwissenschaftlicher Kommunikation zu vermitteln:
• Strukturprinzipien und Verfahren wissenschaftlicher Darstellungen;
• Fähigkeit, Forschungsergebnisse mündlich und schriftlich klar und nachvollziehbar zu kommunizieren;
• Fähigkeit, die eigene wissenschaftliche Arbeits- und Kommunikationspraxis kritisch zu reflektieren.

Theoretisch gilt den kontextuellen Bedingungen der Produktion von wissenschaftlichem Wissen besonderes Augenmerk.
Praktisch sollen die Studierenden
1) das kritische Lesen und Bearbeiten geschichts- bzw. kulturwissenschaftlicher Texte lernen (z.B. Kriterien eines wissenschaftlichen Textes; Exzerpieren und Kommentieren; Kurzzusammenfassung und Rezension);
2) in einem zweiten Schritt sollen Kompetenzen der wissenschaftlichen Recherche und Konzepterstellung erworben werden (Themen und Fragestellungen; Literaturrecherche und Dokumentation; Grundbegriffe der Quellenrecherche; Stichworte und Konzept; Zitieren;
3) in einem dritten Schritt wird das Verfassen eigener wissenschaftlicher Texte geübt (Verfassen einer Seminararbeit).
4) Wesentlichen Stellenwert wird auch das Erlernen von Präsentationstechniken einnehmen.
Diese Kenntnisse werden in mehreren, aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten anhand eines gemeinsamen Rahmenthemas, Die Stadt als Handlungsraum: Städte im historischen Österreich 1200-1600, konkretisiert und geübt.

Prüfungsmodalitäten: Der Kurs besteht aus Lerneinheiten (Oktober-Dezember) und vier Präsentationseinheiten im Jänner, bei der die während des Semesters erarbeiteten Themen von den Studierenden präsentiert werden.
Die Beurteilung setzt sich aus regelmäßiger Teilnahme und aktiver Mitarbeit, kontinuierlicher Vorbereitung der Termine (mündliche und schriftliche Übungsarbeiten), Präsentation (+ 1-2 Seiten Thesenpapier) sowie einer schriftlichen Arbeit im Umfang von ca. 10 Seiten Text zusammen.

070225 SE Stadt - Raum - Kloster am Beispiel von Wien
CS III 2 Stunde(n), 6,0 ECTS credits
Christina Lutter / Barbara Schedl
Donnerstag, 11.00– 12.30 s.t., ab 22.10.2009, teilgeblockt (Blockveranstaltung 29./30.1.2010)
Seminarraum 2 Geschichte, Hauptgebäude, Stiege 9

Beschränkte TeilnehmerInnenzahl: maximal 25
Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über das UNIVIS-ONLINE Anmeldesystem der GESCHICHTE.

Inhalt und Ziele:
Bedingt durch das starke Bevölkerungswachstum kam es in Wien gegen Ende des 12. Jahrhunderts zu einer massiven Stadterweiterung und in der Folge auch zur Errichtung einer neuen Befestigungsanlage. Die neu gewonnenen Baugründe innerhalb der Stadtmauer in geschützter Lage ermöglichten nicht nur einen siedlungsmäßigen Ausbau von Bürgerhäusern, sondern auch die Stiftung von zahlreichen religiösen Gemeinschaften.
Damit existierten auf engstem Raum zwei scheinbar gegensätzliche Lebensformen – die monastische und städtische – nebeneinander.
Jedoch bekunden landesfürstliche, adelige und bürgerliche Stiftungen die große Beliebtheit der Konvente im Leben unterschiedlicher Menschen. Sie bezeugen ein gewaltiges Bauvolumen in Wien und lassen vielgestaltige Frömmigkeitsformen der Stadtkultur erkennen.
In diesem Seminar soll anhand von unterschiedlichem Quellenmaterial disziplinenübergreifend und aus kulturwissenschaftlicher Perspektive der Frage nachgegangen werden, wie die Kommunikation zwischen „Kloster“ und „Welt“ funktionierte. Welche baulichen Konzepte sind im öffentlichen oder sakralen Raum zu erkennen? Welche Andachtsformen wurden praktiziert? Welche Medien (Texte, Bilder, Musik) halfen bei der Umsetzung und Anwendung? Wer konnte sie „lesen“ und wer investierte in ihre Herstellung und Verwendung? Welche Gruppen nutzten die gemeinsamen Räume „Stadt“ und „Kloster“ und wie stellten sie sich in ihnen dar?
Methoden und Leistungsnachweis: Das Seminar besteht aus mehreren regulären Terminen und einer Blockveranstaltung, bei der die während des Semesters erarbeiteten Themen präsentiert werden. Nach einer gemeinsamen Lektüre und Diskussion einiger Basistexte werden anhand ausgewählter Quellenbeispiele und Basisliteratur die Referatsrahmenthemen vorgestellt. Die Ausarbeitung der einzelnen Referatsthemen erfolgt bis zur Blockveranstaltung (Workshop mit Präsentation und Kommentar) am 29./30. Jänner 2010.
Die Beurteilung setzt sich aus regelmäßiger Teilnahme, Diskussion, kontinuierlicher Vorbereitung der Termine, Präsentation beim Blockseminar (+ 1-2 Seiten abstract) sowie einer schriftlichen Arbeit im Umfang von 15-20 Seiten Text zusammen.
Erforderlich ist die Bereitschaft zur Arbeit im Team (2-3 Personen) sowie zur Auseinandersetzung mit lateinischen (Grundkenntnisse notwendig) und mittelhochdeutschen Texten (mit Übersetzung) sowie mit bildlicher und architektonischer Überlieferung.

Basisliteratur:
Ferdinand OPPL, Christoph SONNLECHNER, Wien im Mittelalter: Aspekte und Facetten (Veröffentlichungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs, B, Ausstellungskataloge 77).- Wien 2008; Ferdinand OPPL, Leben im mittelalterlichen Wien.- Wien: Böhlau 1998; Ferdinand OPPL (Hg.), Nachrichten aus dem mittelalterlichen Wien. Zeitgenossen berichten.- Wien: Böhlau 1995; Klaus SCHREINER, Soziale, visuelle und körperliche Dimensionen mittelalterlicher Frömmigkeit, in: Ders., (Hg.), Frömmigkeit im Mittelalter. Politisch-soziale Kontexte, visuelle Praxis, körperliche Ausdrucksformen.- München: Wilhelm Fink 2002, S. 9-38.

240079 VO Ritual - Medien - Gender
CS III 2 Stunde(n), 5,0 ECTS credits
Elke Mader
DO wtl (ab 15.10.2009) 13.30-15.00 Uhr
Hörsaal III NIG Erdgeschoß

Infos zur Lehrveranstaltung entnehmen Sie bitte:
www.univie.ac.at/ksa/html/inh/stud/studaktu.htm bzw. dem Aushang am Institut.

Diese Vorlesung ist auch für das Erweiterungscurriculum KUWI/CS anrechenbar.

Inhalt:
Die Studierenden sollen verschiedenen Kompetenzen in Hinblick auf ein Spezialgebiet der Ritualforschung (Ritual Studies), der Schnittstelle von Riten und Medien, erwerben. Die Vorlesung wird zum einen Grundwissen über verschiedene theoretische und methodische Zugänge vermitteln, zum anderen eine Reihe von Fallbeispielen präsentieren und diskutieren. Die Studierenden sollen weiters lernen, gender-relevante Fragen in diesem Forschungsfeld zu verorten und zu analysieren.
Lehrinhalt und Methode: Die Vorlesung umfasst mehrere thematische Schwerpunkte/Felder: - Grundlagen der Ritual Forschung (Ritual Studies) - wichtige theoretische Positionen Ritual/Medien - Fallbespiele aus unterschiedlichen Forschungskontexten und Kulturen Die Lehrinhalte werden einerseits von den Studierenden auf der Basis von Pflichtlektüre selbständig erarbeitet, andererseits in den Vorlesungseinheiten durch die Präsentation und Diskussion von spezifischen Fragestellungen und Fallbeispielen erweitert und vertieft. Grundkenntnisse in der Gender Studies werden vorausgesetzt.
Leistungsnachweis,Prüfungsmodalitäten: Die VO umfasst 5 ECTS, der Leistungsnachweis setzt also 125h studentische Arbeitszeit (student workload) voraus. Er umfasst eine schriftliche Prüfung zum Inhalt der VO und zur Pflichtliteratur sowie eine schriftliche Hausarbeit (max. 10 Seiten) zu einem empirischen Fallbeispiel. Die Hausarbeit ist bei der schriftlichen Prüfung abzugeben.

Literatur:
Grimes, Ronald 2006: Rite out of Place. Ritual, Media, and the Arts. Oxford, Oxford University Press. Fahlenbrach, K., Brück, I. & Anne Bartsch (Hg.)2008: Medienrituale. Rituelle Performanz in Film, Fernsehen und Neuen Medien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften Hughes-Freeland Felicia (Hg.) 1998: Ritual, Performance, Media. , London/New York: Routledge Peterson, Mark A. 2003: Anthropology & Mass Communication. Media and Myth in the New Millenium. New York/Oxford: Berghahn Books


230 169 UK Technologie als Praxis und Kultur: Sozialwissenschaftliche Reflexionen zum Verhältnis von techno-wissenschaftlichen Entwicklungen und sozialer Ordnung
CS III 2 SSt (5 ECTS)
Astrid Mager
Seminarraum Institut für Wissenschaftsforschung, Sensengasse 8 (EG)

Termine:
Do, 15.10.2009, 12:30-14:00 Uhr (Vorbesprechung); dann jeweils Donnerstag geblockt bis 17.12.2009, 12:30 – 14:30 bzw. 15:30 Uhr

Online-Anmeldung über univis.univie.ac.at
Weitere Informationen

Inhalt:
Techno-wissenschaftliche Entwicklungen wie die Gentechnologie oder Informations- und Kommunikationstechnologien prägen unsere gegenwärtigen Wissensgesellschaften. Sie ordnen das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft neu und haben Einzug in unser Leben gehalten. Technologien wie das Internet, Mobiltelefone oder der IPod verändern unseren Alltag und machen uns zunehmend zu Cyborgs, zu Hybridwesen zwischen Mensch und Maschine. Aber wie entstehen neue Technologien eigentlich? Die Wissenschafts- und Technikforschung hat gezeigt, dass Technologien nicht von außen auf unsere Gesellschaft einwirken, sondern vielmehr selbst in gesellschaftlichen Praxen hervor gebracht werden. Damit sind Technologien und Kulturgüter wie Brücken, Sicherheitsgurte und Google untrennbar mit sozio-politischen Werten, die in ihre Gestalt „eingeschrieben“ werden, verbunden. „Technology is society made durable“, wie Bruno Latour gemeint hat. Technologiepolitik wird damit zur Gesellschaftspolitik. Als Gesellschaft müssen wir uns daher fragen wie wir mit zukünftigen Technologien z.B. im Bereich der Gen- oder Nanotechnologie und deren möglichen Risiken umgehen und wie wird diese Entscheidungsprozesse gestalten wollen.
Dieser Kurs möchte sich anhand von Konzepten der Wissenschafts- und Technikforschung mit folgenden Fragen auseinander setzen:
• Wie verändert sich das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft im Zeitalter moderner Technowissenschaften?
• Wie beeinflussen neuen Technologien (z.B. Informations- und Kommunikations-technologien) soziale Ordnungen?
• Wie entstehen neue Technologien und welche Rolle spielen dabei „imaginierte“ und „reale“ UserInnen, Genderstereotype und Medien?
• Wie werden sozio-politische Normen, Werte und Ideologien in Technologien „eingeschrieben“ und damit über Raum und Zeit hinweg materiell stabilisiert?
• Soll und kann Technologiepolitik demokratisch sein? Wie können Entscheidungs-prozesse über zukünftige Technologien und deren Risiken gestaltet werden, und wer soll dabei eine Stimme erhalten?
Der Universitätskurs (Mischform aus Vorlesung und Übung) soll Sozial- und KulturwissenschaftlerInnen dazu befähigen eigene Fragestellungen und Positionen zu diesen Themen zu entwickeln, sowie Texte kritisch lesen und reflektieren zu können. Impuls-Referate, gemeinsame Diskussionen von Texten, sowie das Absolvieren schriftlicher und mündlicher Übungsaufgaben werden zentrale Bestandteile des Seminars sein.


24.0103 SE Einführung in die Kulturwissenschaften I
CS III 2-stündig
Siegfried Mattl
IKM, Karlsplatz 2/2/9, 1010 Wien (Seminarraum)

Termine (Achtung, eine Änderung!):
Freitag, 09.10.2009 v. 10-11-30 Uhr (Vorbesprechung)
Freitag, 23.10.2009 v. 10-13 Uhr
Freitag, 06.11.2009 v. 10-13 Uhr
Freitag, 27.11.2009 v. 10-13 Uhr
Freitag, 04.12.2009 v. 10-13 Uhr
Freitag, 18.12.2009 v. 10-13 Uhr
Freitag, 15.01.2010 v. 10-13 Uhr

Anmeldung:
Voraussetzung für die Teilnahme ist die schriftliche Anmeldung am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (E-Mail an: ikm-lehre@mdw.ac.at) und die Meldung als „MitbelegerIn“ in der Studien- und Prüfungsabteilung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien). Die Lehrveranstaltung ist für StudentInnen aller Universitäten zugänglich.

Inhalt:
Die Lehrveranstaltung bietet an Hand von klassischen und aktuellen Grundlagentexten einen Überblick über die Entwicklung der Kulturwissenschaften in Theorie und Praxis. Im Zentrum steht die Erläuterung des Übergangs der Geistes- und Humanwissenschaften zu kulturwissenschaftlichen Disziplinen, die einen hohen methodischen und epistemischen Pluralismus aufweisen. Insbesondere wird der Differenzierung zwischen den anglo-amerikanischen „cultural studies“, die sich auf die Tradition der gesellschaftspolitischen Kulturkritik beziehen, und den Kulturwissenschaften im deutschen Sprachraum, die sich nachhaltiger mit paradigmatischen binnenwissenschaftlichen „turns“ verknüpfen, ein hoher Stellenwert zukommen. Neben konzeptionellen Texten (wie Auszügen aus Raymond Williams „Culture and Society“) werden Fallbeispiele aus einzelwissenschaftlicher Perspektive (wie Michael P. Steinberg: Opera and Cultural Analysis: The case of Hans Pfitzner´s Palestrina Gegenstand einer wechselseitig erläuternden Lektüre sein.

264.046 VU Urban_Format_Material: Global Crisis
CS III 2.0h
Helge Mooshammer
Medienlabor am Institut für Kunst und Gestaltung – TU Wien, Karlsgasse 11 (Souterrain), 1040 Wien

Termine:
4 Blocktermine (jeweils Mi 14-20 Uhr): 28. Oktober 2009, 25. November 2009, 16. Dezember 2009, 20. Jänner 2010

Eine Veranstaltung im Rahmen des Moduls Visuelle Kultur an der Technischen Universität Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Die LVA Urban_Format_Material beschäftigt sich mit den generativen Möglichkeiten Visueller Kultur anhand der komplexen Verwicklungen unterschiedlichster Erzähl- und Abbildungsformate und deren architektonischer Materialisierung. Schauplatz dieser Untersuchungen ist der urbane Raum als Ort des konzentrierten Austauschs einer Vielzahl an Bildwelten und sozialen Ökonomien.
Im Boom des letzten Jahrzehnts wurden Architektur und die Neuerrichtung ganzer Städte zu materiellen Platzhaltern in den Dynamiken des weltweiten Geldhandels. Angetrieben von Wachstumsimpulsen und Expansionsstreben zählte die kommunizierbare Oberfläche mehr als die gebaute Realität. Der Wert dieser Architekturen und Städte liegt in ihrer Repräsentation der börsengehandelte Aktie und weniger in ihrem alltäglichen Gebrauch. Die aktuelle weltweite Wirtschaftskrise entzieht nun aber vielen dieser Spekulationen den Boden und konfrontiert uns mit Fragen nach dem Vermächtnis dieser Architekturwelten und nach der Nachhaltigkeit ihrer Entwürfe. Was passiert mit und in diesen Architekturen, wenn die Blase der Spekulation an den Finanzmärkten platzt? Antwortet der in den Kulturwissenschaften diskutierten Krise der Repräsentation eine Repräsentation der Krise?
Anhand einer Reihe an Beispielen von unterschiedlichen Orten und Zeiten (u.a. Dubai 2009, Perlflussdelta Südostchina 2009, Salton Sea Kalifornien 1960–1990) untersucht die Lehrveranstaltung a.) die dynamischen Wechselbeziehungen zwischen den Ebenen der Repräsentation und der gelebten Realität von Architektur und b.) die gleichzeitig entstehenden Nischen unkontrollierbarer Aneignung von Raum und kulturellem Ausdruck. Auf dieser kritischen Analyse aufbauend fragt die Lehrveranstaltung insbesondere nach dem zukünftigen Potential des Lebens in diesen architektonischen Vermächtnissen der globalen Krise.

Auswahlbibliografie:
Giorgio Agamben, Potentialities (Stanford University Press, 1999)
Marc Augé, The War of Dreams: Studies in Ethno Fiction (Pluto Press, 1999)
Zygmunt Baumann, Wasted Lives: Modernity and its Outcasts (Polity Press, 2004)
Thomas J. Campanella, The Concrete Dragon: China’s Urban Revolution and What it Means for the Worlds (Princeton Architectural Press, 2008)
Mike Davis und Daniel Bertrand Monk (Hg.), Evil Paradises: Dreamworlds of Capitalism (New Press, 2008)
Keller Easterling, Enduring Innocence: Global Architecture and Its Political Masquerades (MIT Press, 2005)
Peter Mörtenböck und Helge Mooshammer (Hg.), Networked Cultures: Parallel Architectures and the Politics of Space (NAi Publishers, 2008)
Aihwa Ong, Flexible Citizenship: The Cultural Logics of Transnationality (Duke University Press, 1999)
Aihwa Ong, Neoliberalism as Exception: Mutations in Citizenship and Sovereignty (Duke University Press, 2006)
Jacques Rancière, The Politics of Aesthetics: The Distribution of the Sensible (Continuum, 2004)
Kim Stringfellow, Greetings from the Salton Sea: Folly and Intervention in the Southern Californian Landscape, 1905-2005 (University of Chicago Press, 2005)
Kazys Varnelis (Hg.), The Infrastructural City: Networked Ecologies in Los Angeles (Actar, 2008)
Steven Vertovec, Transnationalism (Routledge, 2008)

258.026 UE Research Lab: Informelle Märkte
CS III 4.0h
Peter Mörtenböck
Ort: Bibliothek, Institut für Kunst und Gestaltung – TU Wien, Karlsgasse 11, 1040 Wien

Termine:
Blocktermine (Di, 14-20 Uhr): 20. Oktober 2009, 3. November 2009, 24. November 2009, 15. Dezember 2009, 19. Jänner 2010

Eine Veranstaltung im Rahmen des Moduls Visuelle Kultur an der Technischen Universität Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Die Lehrveranstaltung versteht sich als ein Labor experimenteller Raumpraxis.
Im Wintersemester 09/10 untersuchen wir aus künstlerischer und architektonischer Perspektive das Phänomen von informellen Märkten* an konkreten Schauplätzen in Wien. Wie funktioniert ein Schwarzmarkt? Welche Akteure spielen eine Rolle? In welchem Raum findet Schwarzhandel statt und wie gestaltet sich das Umfeld eines solchen Marktes?
Mithilfe von selbst erstellten Aufzeichnungen, Karten, Diagrammen, Interviews, Recherchen, Film- und Fotodokumentationen produzieren wir ein wachsendes Archiv der Architekturen, Kreisläufe und Netzwerke informeller Märkte in Wien.

* Die Bezeichnung ‚informeller Markt’ bezieht sich als Sammelbegriff auf verstreut agierende Phänomene des Handels, deren Dynamiken und räumliche Materialisierungen recht unterschiedlichen Charakter haben, wenngleich sie meist mit politischer oder ökonomischer Transformation verbunden sind. Informelle Märkte bezeichnen die unkontrollierten Aktivitäten von großräumigen Pendelunternehmen wie dem osteuropäischen ‚Kofferhandel’ ebenso wie die mobilen und grenzüberschreitenden Netzwerke des Kioskhandels oder die wuchernden Agglomerationen von temporären Grau- und Schwarzmärkten, die als Zwischennutzung von freiwerdendem Gelände allerorts Raum beziehen. Angetrieben vom neuen Imperativ der sozialen Mobilität und im Sog der Ausbreitung transnationaler Räume haben sich informelle Marktformen gebildet, die aus lokalen Gelegenheiten heraus zu neuartigen und extremen physischen Konfigurationen geführt haben. Diese räumlichen Strukturen sind Zwischenzonen, auf die verschiedene Interessensgruppen, lokale wie globale, kapitalstarke wie kapitalschwache, formelle wie informelle gleichermaßen zugreifen. Sie transferieren nicht nur Gegenstände, sondern auch Bilder, Gedanken und Werte zwischen unterschiedlichen Welten.

258.025 VO Visuelle Kulturen: Networked Cultures
CS III 2.0h
Peter Mörtenböck
Ort: Seminarraum 1, Institut für Kunst und Gestaltung – TU Wien, Karlsgasse 11, 1040 Wien

Termine:
4 Blocktermine (jeweils Di und Mi 10.15-13.00 Uhr): 20. und 27. Oktober 2009, 24. und 25. November 2009, 15. und 16. Dezember 2009, 19. und 20. Jänner 2010

Eine Veranstaltung im Rahmen des Moduls Visuelle Kultur an der Technischen Universität Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Netzwerke sind die prägende Gestalt räumlicher Organisation des 21. Jahrhunderts: Sie dominieren die heutigen Strukturen von kultureller, ökonomischer und militärischer Macht. In dieser Lehrveranstaltung untersuchen wir Netzwerke als Organisationsform, als Politik des Operierens und als Prozess des Erzeugens und Akkumulierens. Auf allen diesen Ebenen rücken Netzwerke die Beziehungen zwischen Objekten in den Vordergrund, und nicht Objekte selbst. Die konfliktreichen Ströme an Waren, Menschen und Informationen und die gleichzeitigen Wucherungen an Sonderzonen, Kontrollgebieten und Gated Communities zeigen, dass wir nicht länger von einer Ablöse räumlicher Organisationsformen oder einer Dichotomie zwischen Territorium und Netzwerk ausgehen können. Die mit einer Untersuchung von Netzwerken verbundene Herausforderung liegt vielmehr darin, der strategischen Allianz zwischen beiden Formen nachzuspüren, Politiken der Expansion von Macht aufzuzeigen und im Wirken dieser Politiken nach Handlungsräumen zu suchen. Wie sehen im Speziellen die Verstrickungen von Kunst, Architektur und Politik aus, die sich in Netzwerken bilden? Welche Kräfte können diese Begegnungen freisetzen und welche Chancen geben sie der Bildung selbstbestimmter Handlungsweisen und Kollaborationen? Welche Freiräume können sich also inmitten einer alles umfassenden Netzwerksituation entwickeln und wie verhält sich solche räumliche Kreativität zur Situation von künstlerischer und architektonischer Produktion?
In der Lehrveranstaltung untersuchen wir diese Fragen entlang der vier Themenfelder Netzwerkkreativität, Streiträume, Handelsplätze und Parallelwelten: Zum einen über eine Diskussion von Videoaufzeichnungen aktueller Gespräche mit TheoretikerInnen, KuratorInnen, KünstlerInnen und ArchitektInnen wie Eyal Weizman, Stefano Boeri, Irit Rogoff, Marjetica Potrc, Kyong Park, Florian Schneider, Ursula Biemann, Ricardo Basbaum oder Vasif Kortun. Zum anderen über eine Reihe von Diskussionen mit eingeladenen Gästen im Rahmen der internationalen Forschungsplattform Networked Cultures.

Begleitende Literatur:
Mörtenböck/Mooshammer (eds.) Networked Cultures: Parallel Architectures and the Politics of Space. NAi Publishers, Rotterdam (2008).
www.networkedcultures.org


180297 VO Grenzen, Räume, Zeiten - Die spatiale Wende im Kontext einer transkulturellen Philosophie
CS III 2 Stunde(n), 3,0 ECTS credits
Wolfgang Müller-Funk

Abgesagt!


NEU:
100014 VO Die Wiederentdeckung der Stadt in der österr. Literatur vor und nach 1989
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Wolfgang Müller-Funk
MI 13.30-15.00 (Beginn: 07.10.2009)
Hörsaal 50 Hauptgebäude 2.Stock

Anmeldung zur LV über UNIVIS

Programm:
07.10. Einführung in die Lehrveranstaltung

14.10. Stadtforschung, Urbanität, Literatur als „Medium“. Die Stadt Wien  in der österreichischen Literatur seit Beginn des 19. Jahrhunderts (Grillparzer, Saar, Stifter, Musil, Doderer, Bachmann)
Handout

21. 10. Robert Schindel, Gebürtig. Mit einem Exkurs zu Peter Henischs Der Mai ist vorbei.
Handout

28. 10. Lilian Faschinger „Wiener Passionen“. Mit einem Seitenblick auf  Stadt der Verlierer.
Handout

04.11.  Wien für deutsche Leser: Eva Menasse.
Handout

11.11. Peter Rosei, Metropolis: Das Grau der Nachkriegszeit.
Handout

18.11. Franz Schuh, Der Stadtrat. Doron Rabinovici, Ohnehin.
Handout

25.11. Thomas Bernhard Gehen. Mit einem Blick auf Barbara Markovic Ausgehen.
Handout

02.12. Die Stadt, das Heterogene und die Nicht-Orte: Dimitre Dinev Engelszungen
Handout

09.12.  Außenansichten von Wien in Vergangenheit und Gegenwart.
Handout

16.12. Gerhard Roth: Stadtarchäologie (Eine Reise in das Innere von Wien) und  Manfred Chobot: Stadtgeschichten.
Handout

07.1.   Wolf Haas. Wien im Format des Kriminalromans (Komm süßer Tod)

14.1. Die leere Stadt. Thomas Glavinic Die Arbeit der Nacht.
Handout

LV in der Alten Schmiede
Einige Thesen im Gespräch mit Peter Rosei und Lilian Faschinger

21.1. Wiederholung und Probeklausur

28.1. Klausur.

Zweite Klausur:
03.03.2010, 10.00-11.30 Ort: Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9

Literatur:
a.) literarische Texte
Robrt Schindel, Gebürtig, Frankfurt/Main. Suhrkamp 1992.
Peter Henisch, Der Mai ist vorbei, Frankfurt/Main. Fischer 1978.
Lilian Faschinger, Wiener Passionen, Köln: Kiepheuer & Witsch 1999.
Lilian Faschinger, Stadt der Verlierer, München: Hanser 2007.
Eva Menasse, Vienna, Köln: Kiepenheuer & Witsch 2005.
Peter Rosei, Metropolis, Stuttgart: Klett-Cotta 2005.
Franz Schuh, Der Stadtrat, Klagenfurt: Ritter 1995
Thomas Bernhard, Gehen, Frankfurt/Main: Suhrkamp 1971.
Barbara Markovic, Ausgehen, Frankfurt: Suhrkamp 2009
Dimitre Dinev, Engelszungen, Wien: Deuticke 2003.
Gerhard Roth, Eine Reise in das Innere von Wien. Essays, Frankfurt/Main: Fischer 1991.
Gerhard Roth, Die Stadt. Entdeckungen im Inneren von Wien, Frankfurt/Main. Fischer 2009.
Wolf Haas, Komm süßer Tod. Reinbek. Rowohlt 1998.
Manfred Chobot, Stadtgeschichten, Weitra: Verlag der Provinz 1998.
Thomas Glavinic, Die Arbeit der Nacht, München: Hanser 2006.
b.) literaturwissenschaftlich
Friedbert Aspetsberger, Hubert Lengauer (Hg.), Zeit ohne Manifeste. Zur Literatur der 70er Jahre in Österreich, Wien 1987.
Robert Menasse, Das Land ohne Eigenschaften. Essay zur österreichischen Identität, Wien 1992.
Wolfgang Müller-Funk, Komplex Österreich. Fragmente zu einer Geschichte der modernen österreichischen Literatur, Wien 2009.
Wendelin Schmidt-Dengler, Bruchlinien. Vorlesungen zur österreichischen Literatur 1945-1990, Salzburg 1995.
Klaus Zeyringer, Österreichische Literatur seit 1945. Überblicke, Einschnitte, Wegmarken, Innsbruck 2008.
b.) kulturwissenschaftlich-urbanistisch:
Marc Augé: Orte und Nicht-Orte. Vorüberlegungen zu einer Ethnologie der Einsamkeit. Frankfurt/Main 1994.
Bernd Henningsen u.a. (Hg.), Die inszenierte Stadt. Zur Praxis und Theorie kultureller Konstruktionen, Berlin: Berlin Verlag 2001.
Heinz  Fassmann(Hg.): Wien verstehen - Wege zur Stadt. Wien 2004
Wolfgang Kos, (Hg.), Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war, Wien 2004.
Elisabeth Lichtenberger,: Wien - Prag. Metropolenforschung, Wien 1993
Rolf: Lindner Die Entdeckung der Stadtkultur. Soziologie aus der Erfahrung der Reportage. Frankfurt/Main 1990
Wolfgang Maderthaner, Lutz Musner, Masse, Kultur und Politik im Wiener Fin de Siècle. Wien 1999
Gertraud Marinelli-König/Nina Pavlova (Hg.), Wien als Magnet? Schriftsteller aus Ost-, Ostmittel- und Südeuropa, Wien: Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1996.
Saskia Sassen: Metropolen des Weltmarktes. Frankfurt/Main 1997
Klaus R.  Scherpe (Hg.): Die Unwirklichkeit der Städte. Großstadtdarstellungen zwischen Moderne und Postmoderne. Hamburg 1988.
Georg Simmel: Die Großstädte und das Geistesleben. Frankfurt/Main 2006
Michael Peter Smith: Transnational Urbanism. Locating Globalisation. Oxford 2001
Monika Sommer (Hg.): Imaging Vienna: Innensichten, Außensichten, Stadterzählungen, Wien 2006


NEU:
180214 VO Moral und Religion im modernen Verfassungsstaat
2 Stunde(n), 3,0 ECTS credits
Herta Nagl
DI wtl von 06.10.2009 bis 26.01.2010 09.30-11.00
Hörsaal 42 Hauptgebäude 2.OG

Inhalt:
Theoretiker des liberalen, demokratischen Verfassungsstaats gehen vom „Faktum der Pluralität“ aus: Es sei heute in jedem Land damit zu rechnen, dass in Bezug auf grundlegende Sinnfragen sehr unterschiedliche Überzeugungen vertreten werden. Um die darin angelegten Konflikte zu unterbinden, wird eine „neutrale“ Ebene konzipiert - Entscheidungen über die Ordnung des Gemeinwesens werden einer von allen geteilten „öffentlichen Vernunft“ überantwortet, die eine „für alle Bürger rational akzeptable Begründung“ von Verfassungsgrundsätzen und damit kompatiblen spezifischen Regelungen zu leisten vermag. Zu den zentralen Elementen der auf diese Weise legitimierten Ordnung gehört das Prinzip der Gewissens- und Religionsfreiheit, das den divergierenden Weltsichten einen (rechtlich begrenzten) Freiraum für ihre Entfaltung zusichert. Die „umfassenden Lehren“ religiöser bzw. weltanschaulicher Art werden damit in die „Hintergrundkultur“ verwiesen. In der Vorlesung soll diese Konzeption in ihrer Formulierung durch John Rawls und Jürgen Habermas vorgestellt und – unter Einbeziehung ausgewählter Werke aus der jüngsten Debatte - kritisch untersucht werden. Erörtert wird insbesondere die Frage, ob der rechtstheoretische Begriff der „öffentlichen Vernunft“ die Gefahr eines Reduktionismus mit sich bringt – sowohl hinsichtlich des Verständnisses von Moral, als auch der Bestimmung des Verhältnisses von Religion und Vernunft.
Eine Erläuterung zur prüfungsrelevanten Literatur erfolgt in der ersten Vorlesung. Für die schriftliche Prüfung zu dieser VO werden vier Termine (im Jänner, März, Juni und Oktober) zur Verfügung stehen. Details dazu werden auf der Homepage des Instituts für Philosophie bekannt gegeben.

Literatur zur Einführung:
John Rawls, Die Idee des politischen Liberalismus. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1992
John Rawls, Politischer Liberalismus. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2003
Jürgen Habermas, Zwischen Naturalismus und Religion. Philosophische Aufsätze. Frankfurt a.M. 2005
Jürgen Habermas, Die Einbeziehung des Anderen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1996
Michael Reeder und Josef Schmidt (Hg.), Ein Bewusstsein von dem, was fehlt. Eine Diskussion mit Jürgen Habermas. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2008
Rudolf Langthaler und Herta Nagl-Docekal (Hg.), Glauben und Wissen. Ein Symposium mit Jürgen Habermas. Wien: Oldenbourg – Berlin: Akademie Verlag 2007

 

264.032 VO Informelle und formelle Spiele
CS III 2.0h
Robert Pfaller / Ernst Strouhal
Seminarraum 1, Institut für Kunst und Gestaltung – TU Wien, Karlsgasse 11, 1040 Wien

Termine:
6 Blocktermine (jeweils Fr 11-14 Uhr): 16.10.2009, 30.10.2009, 13.11.2009, 27.11.2009, 11.12.2009, 15.01.2010

Eine Veranstaltung im Rahmen des Moduls Visuelle Kultur an der Technischen Universität Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Die Lehrveranstaltung untersucht Bedingungen und Grenzen des Spiels: Was ist das Minimum an Regelung, das notwendig ist, um eine "Spielsphäre" zu eröffnen? Und unter welchen Umständen werden Menschen unfähig, diese wieder zu verlassen? Befinden sich z. B. Amokläufer im Bann von Computerspielen, oder eher in dem einer von Medienfaktoren geprägten Hyperrealität? Woher rührt die Lust des Spiels? Und woher sein Zwang?


210089 VO Visuelle Politik Visualität und Wissen - Zum Verhältnis von Politik und Populärkultur
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Andreas Pribersky / Petra Bernhardt
DO wtl (ab 15.10.2009) 18.00-19.30 Uhr
Hörsaal II NIG Erdgeschoß

Online-Anmeldung : http://spl.univie.ac.at/index.php?id=10228

Inhalte:
Bilder sind in unserer Kultur allgegenwärtig und gewinnen deshalb auch für die und in den Wissenschaften zunehmend an Bedeutung. Dementsprechend war in den vergangenen Jahrzehnten auch wiederholt von iconic, pictorial oder visual turns, also von so genannten "Wenden" zu Bild und Visualität die Rede.
Auch in der Politikwissenschaft ist die Bedeutung des Visuellen (v.a. für politische Kommunikation) wiederholt thematisiert worden.
Die Vorlesung nimmt diese kultur- und sozialwissenschaftlichen Ansätze zum Ausgangspunkt, um einen Überblick zur politischen Funktion visueller Phänomene und ihrer Analyse zu geben. Neben aktuellen Fragestellungen der Bildtheorie werden dabei vor allem das Spannungsfeld von Politik und Populärkultur sowie die vielfältigen Schnittstellen mentaler und materieller Bilder und die damit verknüpften Wissenspraktiken thematisiert. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der beispielorientierten Vermittlung konkreter Anwendungsgebiete im Forschungsbereich der Politikwissenschaft (z.B. Politische Kommunikationsforschung, Visual History, etc.).
Methoden: - Vortrag durch die LV-LeiterInnen;
- Diskussion von ausgewählten Bildbeispielen im Plenum.
Ziele: Die Vorlesung richtet sich an Studierende der Sozial- und Kulturwissenschaften, die sich - gerne mit Vorwissen - einen Überblick über das bildwissenschaftliche Forschungsfeld verschaffen wollen.
Art der Leistungskontrolle: Schriftliche Prüfung oder Abgabe einer Hausarbeit.

Literatur:
Bernhardt, Petra/Hadj-Abdou, Leila/Liebhart, Karin/Pribersky, Andreas 2009: EUropäische Bildpolitiken. Politische Bildanalyse an Beispielen der EU-Politik, Wien: wuv.
Weiterführende Literatur wird im Rahmen der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.


210121 SE Geheimdienste: Der Kalte Krieg in "Action und Fiction"
CS III 4 Stunde(n), 12,0 ECTS credits
Andreas Pribersky / Sándor Kurtán
MI 14-tg (ab 14.10.2009) 13.15-16.30 Uhr
Hörsaal 3 (D212), NIG 2. Stock

Online-Anmeldung: http://spl.univie.ac.at/index.php?id=27932
Beschränkte Teilnehmerzahl, max. 50

Inhalte:
James Bond, der Held des Kalten Krieges? Diese Frage findet sich in einer Vielzahl von internationalen Texten, von Filmkritiken bis zu wissenschaftlichen (historischen, kulturanalytischen) Untersuchungen dieser Periode. Und die Frage scheint zumindest in mancher Hinsicht berechtigt, sind doch mit dem Ausbleiben einer unmittelbaren, "heißen" Auseinandersetzung zwischen den Blöcken vor dem Hintergrund der nuklearen Bedrohung Spionage und Verrat ins Zentrum des Geschehens gerückt, sozusagen zur Hauptfront geworden: Damit ist das "Wissen vom Feind" zu einer zentralen Kategorie der Kalten Kriegsführung geworden.
Diese Dominanz der "Feind-Aufklärung" gegenüber allen übrigen Strategien hat im großen und ganzen die Gesellschaften der Blockgegner zum Kriegsschauplatz und damit auch zum Ort von Propaganda, Feindbildern und Heldenmythen gemacht. Es ist diese - teilweise erreichte, jedenfalls aber angestrebte - Durchdringung des sozialen Imaginären, auf deren Grundlage sich eine politische Populärkultur des Kalten Kriegs entwickelt hat, die selbst zum Teil der Auseinandersetzung wurde: der Kalte Krieg ließ sich - mangels militärischer Ereignisse - medial bzw. mentalitätsbezogen nur mit den Mitteln der Populärkultur führen. Daher gewannen Belletristik und Film (häufig als verfilmter Spionageroman) als Medium der internationalen politischen Auseinandersetzung in dieser Epoche einen neuen Stellenwert - nur über seine fiktionalen Narrative konnte der Kalte Krieg zur gesellschaftlichen Realität werden.
In der wissenschaftlichen Analyse des Kalten Krieges wurde diese kulturelle Dimension erst in jüngster Zeit aufgegriffen: Im FoP soll diese Dimension deshalb im Zentrum der Diskussion stehen.
Ein Internet-Lernplattform mit Texten und Literaturliste zum FoP wird eingerichtet.
Zeugnis aufgrund von Referat und Seminararbeit (Fallstudie, Film- und/ oder Literaturanalyse)

Programm

 

070034 KU Gemachte Geschichte! Zur Konstruktion von Geschichtsbildern in Dokumentarfilm und Fernsehdokumentationen.
CS III 2 Stunde(n), 3,0 ECTS credits
Klaudija Sabo
DI 14-tg (ab 13.10.2009) 13.00-17.00 Uhr
Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Inhalte:
Der Dokumentarfilm, der sich immer mehr zu einem wichtigen Medium historischer Erinnerung im 20. Jahrhundert entwickelt, prägt zunehmend unsere Vorstellung von geschichtlichen Ereignissen. Diese unterschiedlichen Formen der Re-Konstruktionen und Re-Inszenierungen von Geschichtsbildern sollen anhand von exemplarischen Filmbeispielen in der Lehrveranstaltung analysiert werden. Neben klassischen Dokumentarfilmbeispielen soll der fiktive Dokumentarfilm (Mockumentary), welcher scheinbar reale Vorgänge inszeniert oder auch wahrhaftige dokumentarische Ausschnitte in einen fiktiven Zusammenhang stellt, weiterführend betrachtet werden.
Ziel sollte sein, einen analytischen und kritischen Blick für die verschiedenen Repräsentationsformen des Dokumentarfilms, in Hinblick auf die Wiedergabe von geschichtlichen Ereignissen, zu entwickeln.
Neben dem Theoretischen beschäftigt sich die Lehrveranstaltung auch mit der praktischen Umsetzung des Dokumentarfilms. Dabei sollen in dem Kurs die Arbeitsschritte von der wissenschaftlichen Recherche bis hin zum fertigen Treatment erläutert werden. Anschließend werden in einer Dreh-Übung erste eigene Versuche zum dokumentarischen Arbeiten ausprobiert.

Literatur:
Hohenberger, Eva; Keilbach, Judith (Hrsg.): Die Gegenwart der Vergangenheit. Dokumentarfilm, Fernsehen und Geschichte. Berlin, 2003

LV-Nr? IKP Was ist queere Kunst. What could it be. Künstlerische und theoretische Perspektiven
CS III
Stefanie Seibold / Johanna Schaffer
Raum M 20, Akademie der bildenden Künste Wien, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaft, Schillerplatz 3.

Termine:
Geblockt, 5 x 13.00 – 19.00 Mittwochs: 21.10., 4.11., 18.11., 2.12., 16.12.

Eine LV des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Studierende der Uni Wien müssen sich innerhalb der allgemeinen Zulassungsfrist in der Prüfungsabteilung dieser Universität als MitbelegerIn anmelden (Studienausweis mitnehmen!).

Inhalt:
Was ist queere Kunst? What could it be? Sollen\müssen queere Arbeiten queere Körper oder Lifestyles repräsentieren bzw. affirmieren? Ist es möglich, dass auch einzelne Werke einer Künstler_in queer sind, und andere ihrer Arbeiten überhaupt nicht? Was ist mit Louise Bourgeois? Warum sollten als queer gelesene Arbeiten überhaupt irgendetwas mit Sexualität und dem Sexuellen zu tun haben? Wie kann queer als eine Praxis des Queren und des Queerens -- also des Verkomplizierens, Veruneindeutlichens, des Ver- oder Zer- oder Unformens -- (vieler) normativer und herrschaftlicher Verhältnisse (auch des Kunstmarktes) gedacht werden?
Mit und über Helio Oiticica, John Cage, Yvonne Rainer, Louise Bourgeois, Nao Bustamante, Rana Hamadeh, Chicana Art Movement, Henrik Olesen, Cathy Wilkes, Michael Clark, Andy Warhol´s Factory etc.
Eigene Beiträge und Beispiele der LV- Teilnehmer_innen sind ausdrücklich erwünscht, sowie vorbereitendes Lesen einiger Texte, Beteiligung an den Diskussionen während der Lehrveranstaltung und schließlich eine Abschlussarbeit.

120036 VO Making Movies Mean. An Introduction to the Conventions of Cinema.
CS III 2 Stunde(n), 5,0 ECTS credits
Monika Seidl
DO wtl (ab 08.10.2009) 15.00-16.30 Uhr
Hörsaal C2 UniCampus Hof 2 2G-K1-03

Inhalt:
The ability to analyse film and a critical understanding of film are both integral parts of literacy. This lecture course will help you understand the complex and dense language of moving image texts, which we have all learned to “read” while not being necessarily aware of this skill. We will explore the basic codes of film with the aim of unpacking the layers of meaning encoded in conventions. You should come to understand how everything in a film is saying something, while at the same time contributing to the film’s overall meaning. We will explore the visual language of frames, dismantle the editing process and learn about the importance of sound. The overall aim of this lecture will be to denaturalise what seems
natural and make the invisible visible.
Requirement: 90minute written examination

070198 VO Sozial- und kulturwissenschaftliche Theorie für HistorikerInnen
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Reinhard Sieder
FR wtl (ab 09.10.2009) 10.00-12.00 Uhr
Hörsaal 7 Hauptgebäude Hochparterre

Online-Anmeldung, Teilnehmerzahl max. 140
Plattform Fronter: Hier werden Schlüsseltexte sowie Power-Point-Folien zur Vorlesung verwaltet.

Diese Vorlesung ist auch für das Erweiterungscurriculum KUWI/CS anrechenbar.

Inhalt:
Die Vorlesung führt in einige Theorie-Komplexe der Sozial- und Kulturwissenschaften ein. Sie akzentuiert die historischen Zusammenhänge und Konvergenzen zwischen Sozial- und Kulturwissenschaften und hat folgenden Aufbau:
1. Vier Innovationen in der Theoriegeschichte des sozial-kulturellen (symbolischen) Handelns (Weber, Parsons, Bourdieu, Laclau u. Mouffe).
2. Kulturell-soziales Handeln erzeugt „gesellschaftliche“ (soziale, politische, ökonomische, religiöse usw.) „Strukturen“ und „sozial-kulturelle Systeme“ (Giddens, Luhmann).
3. Soziale Praxis ist kulturell: Kulturelles, soziales und ökonomisches Kapital als Symbolisches Kapital (Pierre Bourdieu).
4. Theorien sozial-kultureller Gruppen (Durkheim, Simmel, Cooley, Riesman, Eisenstadt, Erikson)
5. Die kulturelle Dimension der "sozialen Klassen": Status, Statussymbol, Geschmack, „feine Unterschiede“ (Homans, Merton, Veblen, Bourdieu)
6. Theorien der sozial-kulturellen Interaktion (Simmel, Mead, Blumer)
7. Theorien der personalen, sozialen und kulturellen Identität (Mead, Erikson, Riesman, Goffman, Park, Erikson, Freud, Krappmann, Berger, Berger, Kellner, Bauman)
8. Theorien des Subjekts von der „Frühmoderne“ bis in die "Postmoderne" (Rousseau, Goethe, Weber, Foucault, Gay, Joyce, Freud, Adler, Marcuse, Riesmann, Beck, Ricoeur, Bruner, Bauman, Reckwitz)
9. Die Transformation der Kultur-Theorien seit dem 18. Jahrhundert (Adelung, Herder, Tylor, Gehlen, Parsons, Cassirer, Gramsci, Bourdieu, Reckwitz)
10. Verstehen und Interpretieren: Phänomenologie und Hermeneutik (Husserl, Heidegger, Gadamer, Ricoeur, Schütz, Luckmann, Soeffner)
11. Analysieren und Dekonstruieren: Französischer Strukturalismus und Poststrukturalismus (Saussure, Levi-Strauss, Lacan, Foucault, Žižek, Irigaray)
12. Sprachspieltheorie, Semiotik und (nordamerikanischer) Pragmatismus (Wittgenstein, Peirce, Eco)
13. Sozialer Konstruktivismus und Symbolischer Interaktionismus (Schütz, Mead, Blumer, Steinert)
Schriftliche Prüfung

180239 SE Technik als Produktivkraft und Ideologie
CS III 2 Stunde(n), 6,0 ECTS credits
Mona Singer
DI 14tägig (ab 13.10.2009) 14.00-17.00 Uhr
Hörsaal 3F, Institut für Philosophie, NIG 3.Stock

Beschränkte Teilnehmerzahl, max. 25
Anmeldung: siehe VVZ Philosophie

Inhalte:
Erfahrung und Wissen – vom Wissen über die Welt bis hin zu den intimsten körperlichen Erfahrungen – sind am Ausgang des 21.Jh. zutiefst mit Technik und neuen Technologien verwoben. In diesem Seminar sollen kritische Theorien der Technik diskutiert und ins Verhältnis gesetzt werden zu aktuellen technowissenschaftlichen Entwicklungen. Zur Debatte steht, ob Technik als neutral und unschuldig, als Fortschritt versprechende Produktivkraft oder als eine Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln und als Instrument von Herrschaft zu verstehen ist.
Art der Leistungskontrolle: Pflichtlektüre; Referate, ausgearbeitet in Kleingruppen; Verfassen von Textkommentaren bzw. Essays zu den einzelnen Einheiten.

Literatur:
Anders, Günther: Die Antiquiertheit des Menschen, München 1980
Habermas, Jürgen: Technik und Wissenschaft als ¿Ideologie¿, Frankfurt/Main 1968
Haraway, Donna: Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen, Frankfurt/M./New York 1995.
Latour, Bruno: Der Berliner Schlüssel, Berlin 1996
Marcuse, Herbert: Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft, Frankfurt/Main 1967
Scharff, Robert /Dusek, Val (Hg.): Philosophy of Technology. The Technological Condition, Malden/Oxford 2003

180238 PS Kulturelle Identität und Identitätspolitik
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Mona Singer
Zeit: Mittwoch 14–17h, 14tägig, ab 14. Oktober 2009
Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Inhalte:
Die Frage der kulturellen Identität ist in den letzten Jahrzehnten politisch höchst brisant geworden. Aber was bedeutet kulturelle Identität? Was zeichnet ein kulturelles Kollektiv aus?
In diesem Proseminar sollen Konzepte und Positionen diskutiert werden, die für die Auseinandersetzung um Kultur und Identität in der gegenwärtigen kulturphilosophischen und -wissenschaftlichen Diskussion leitend sind. Zur Debatte stehen u.a. Charles Taylors Verteidigung und Susan Moller Okins Kritik des Multikulturalismus, Samuel Huntingtons These vom 'Kampf der Kulturen', Stuart Halls Konzept von 'new ethnicities', Seyla Benhabibs und Slavoj Zizeks Kritik einer kulturellen Identitätspolitik.
Art der Leistungskontrolle: Pflichtlektüre; Referate, ausgearbeitet in Kleingruppen; Verfassen von Textkommentaren oder Essays zu dem Thema der jeweiligen Einheit

Literatur:
Benhabib, Seyla: Die Rechte der Anderen, Frankfurt/Main 2008
Eagleton, Terry: Was ist Kultur? Eine Einführung, München 2001
Hall, Stuart: Rassismus und kulturelle Identität, Ausgewählte Schriften Bd. 2, Hamburg 1994
Huntington, Samuel P.: The Clash of Civilisations? Foreign Affairs, 72 (1993) 3.
Okin, Susan Moller: Is Multiculturalism Bad for Women? Princeton 1999
Taylor, Charles: Multikulturalismus und die Politik der Anerkennung, Frankfurt/Main 1993.
Zizek, Slavoj: Ein Plädoyer für die Intoleranz, Wien 2001

090050 VO Sozialverhalten und Kult in Griechenland
CS III 2 Stunde(n), 3,0 ECTS credits
Edith Specht
DO wtl (ab 08.10.2009) 17.00-18.30 Uhr
Hörsaal 34 Hauptgebäude Hochparterre

Online-Anmeldung

Fragestellung:
Inwieweit dienten Charakteristik und Verhaltensweise einer Gottheit als Norm für die Gesellschaft? Welche Kulttraditionen dienten der Implemetierung von Wohlverhalten gegenüber Menschen und Gottheiten?

24.0105 SE Musik, Medien und Jugendkultur
CS III 2-stündig
Regina Sperlich
IKM, Karlsplatz 2/2/9, 1010 Wien (Seminarraum)

Termine:
Freitag, 09.10.2009 v. 13.15-15.15 Uhr (Vorbesprechung)
Freitag, 23.10.2009 v. 13.15-16.00 Uhr
Freitag, 06.11.2009 v. 13.15-16.00 Uhr
Freitag, 20.11.2009 v. 13.15-16.00 Uhr
Freitag, 04.12.2009 v. 13.15.16.00 Uhr
Freitag, 11.12.2009 v. 13.15-16.00 Uhr
Freitag, 15.01.2010 v. 13.15-16.00 Uhr
Freitag, 22.01.2010 v. 13.15-16.45 Uhr

Anmeldung:
Voraussetzung für die Teilnahme ist die schriftliche Anmeldung am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (E-Mail an: ikm-lehre@mdw.ac.at) und die Meldung als „MitbelegerIn“ in der Studien- und Prüfungsabteilung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien). Die Lehrveranstaltung ist für StudentInnen aller Universitäten zugänglich.

Inhalt:
Musik wird von Jugendlichen vorwiegend über Medien genutzt, wobei diese Einheit von Musik und Medien für Identität zur Identifikation oder Abgrenzung verwendet wird. Die Schwerpunkte dieses Seminars liegen auf der Musik/-Mediennutzung und -aneignung mit Hauptaugenmerk auf der jüngeren sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung. Wesentliche Themen stellen Musik/-mediensozialisation und Identität; Subkultur vs. „Allgemein Orientierte Jugendkultur“ (Neumann-Braun) sowie spezifische Musikmedienkulturen: Musikradio, TV-Musik-Casting-Shows, Musikvideo und Gender, sowie iPod und Internet dar. Neben der kontinuierlichen Textlektüre und Mitarbeit werden Literaturexzerpte, ein Referat mit Handout und ein Abschlussessay verlangt.


210088 RVO Sport Studies
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Georg Spitaler et al.
DO wtl (ab 15.10.2009) 19.00-20.30 Uhr
Hörsaal 7 Hauptgebäude Hochparterre

Prüfungsanmeldung: http://spl.univie.ac.at/index.php?id=10228
Achtung: Die Vorlesung entspricht inhaltlich weitgehend der Ringvorlesung 'Macht Bewegung' aus den Wintersemestern 2007/08 und 2008/09. Studierende, die diese Lehrveranstaltung bereits absolviert haben, können leider keinen Schein für die Vorlesung erhalten.

Diese Vorlesung ist auch für das Erweiterungscurriculum KUWI/CS anrechenbar.

Inhalte:
Die Vorlesung bietet eine Einführung in zentrale Ansätze und Themenfelder sozial- und kulturwissenschaftlich orientierter Sport Studies. Damit wird eine transdisziplinäre Betrachtungsweise gewählt, die den vielfältigen gesellschaftlichen Manifestationen des Handlungsfeldes Sport gerecht wird.
Methoden: Leitthema der Vorlesung ist die Frage der Macht, die höchst selten im Zusammenhang mit sportlichen Ausdrucksformen gestellt wird, und die die verschiedenen Untersuchungsbereiche des Sports, also ökonomische, politische und kulturelle Wissensgebiete, wie ein roter Faden durchzieht.
In einigen Themenfeldern wird das Programm der Vorlesung durch Filmanalysen erweitert.
Themen:
1. Geschichte: Zur Formierung des sportlichen Feldes
2. Gender und Sport
3. Medien und Sport
4. Ökonomie und Sport
5. Politik und Sport
6. Körper, Gewalt und Sport
Ziele: Die gesellschaftliche Bedeutung des Sports erschließt sich aus der Korrespondenz von Erkenntnissen aus verschiedenen akademischen Bereichen, wie etwa Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte oder Cultural-, Media- und Gender Studies.
Art der Leistungskontrolle: Schriftliche Klausur, erster Prüfungstermin am 28.1.2009

Detailliertes Programm

Literatur: Matthias Marschik/Rudolf Müllner/Otto Penz/Georg Spitaler (Hg.): Sport Studies. Eine sozial- und kulturwissenschaftliche Einführung, Wien 2009: facultas UTB

 

070068 FPR (Post-)Koloniale Geschichte/n in Film und Fotografie - Kamera und Schnitt
CS III 2 Stunde(n), 8,0 ECTS credits
Frank Stern / Marietta Kesting
Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, 1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Termine:
Di, 13.00 – 17.00 Uhr, Blocklehrveranstaltung, 14-tägig, Beginn: 20. Oktober
Wochenendkurs/Kamera: Fr, 8.1. und Sa, 9.1., 11.00 – 18.00 Uhr

Inhalte:
Das Seminar wird sich zentral mit der Funktion der bildlichen und schriftlichen Quellen der (Post-) Kolonialgeschichte beschäftigen und mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Wer zeigt oder spricht über wen? In welchem wissenschaftlichen Kontext? Was unterscheidet audiovisuelle Quellen von Textquellen?
Es werden Film- und Fotobeispiele im Kontext von Afrika und Europa analysiert, anhand derer werden Theorie und Praxis der audiovisuellen Beobachtung des ¿Eigenen' und des ¿Fremden' behandelt.
Dabei besteht für die Studierenden die Möglichkeit entweder eine schriftliche Arbeit oder in Gruppenarbeit nach der Abgabe eines schriftlichen Treatments ein kurzes Filmprojekt (15-30 min) im Einklang mit dem Oberthema der LV zu produzieren. Im zweiten Teil wird hierfür eine Einführung in die digitale Kameratechnik (DV/HDV Video) geboten.

Literatur:
Literatur u.a.: Young, Robert C. Postcolonialism - An historical Introduction. Wiley Blackwell 2001.
Rabiger, Michael: Dokumentarfilme drehen. Frankfurt a. M. 2000.
Building bridges. The cinema of Jean Rouch, Wallflower Press 2007. ISBN-13: 978-1905674473
Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung, von Castro Varela, María do Mar; Dhawan, Nikita; Cultural Studies Bd.12 2., 2009 transcript, ISBN 978-3-8376-1148-9
Can the Subaltern Speak? von Spivak, Gayatri Chakravorty; Postkolonialität und subalterne Artikulation, Einl. v. Hito Steyerl. 2008, Turia & Kant, ISBN 978-3-85132-506-5

070046 VO Religion und Krisenerfahrung im internationalen Film
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Frank Stern
Mo, 18.00 - 20.00 Uhr, Erster Termin: 12.10.2009
Hörsaal C1, UniCampus Hof 2 2G-O1-03

Inhalt:
Die kulturgeschichtliche Vorlesung widmet sich der wechselseitigen Einwirkung von gesellschaftlichen, kulturellen und medialen Praktiken, diskutiert die hegemonialen und subversiven Bedeutungen unterschiedlicher Repräsentationsformen von Religion und Krisenerfahrung im internationalen Film. Der Schwerpunkt liegt auf durchaus widersprüchlichen Visualisierungen der christlichen, jüdischen und islamischen Religionen im Spielfilm, im Dokumentarfilm und in Comics, die in unterschiedlichen nationalen Kulturen und politischen Herrschaftssystemen im 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts produziert worden sind. In der Analyse der visuellen Quellen geht es sowohl um historische und globale Kontextualisierungen als auch um narrative und ästhetische Repräsentationen monotheistischer Religionen, um Bilderverbot und säkularisierte Religion. Religiöse Traditionen in ihren zeitgeschichtlichen Instrumentalisierungen und Brüchen, migrationsbeeinflußte Akkulturation, Kulturtransfer, Identität, Alterität, Körpergeschichte und Gender, religiöse Tabus und die visuelle Entzauberung der Welt sind zentrale Felder in der Diskussion des visuellen Materials.

070038 VU Wendepunkte und Geschichtsbilder
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Frank Stern
Di wtl., 14.00 – 15.30 Uhr, Erster Termin: 13.10.2009
Hörsaal 42, Hauptgebäude 2.OG

Inhalt:
In der Lehrveranstaltung werden Grundbegriffe, Methoden und Bereiche historisch- kulturwissenschaftlich orientierter zeitgeschichtlicher Analyse vorgestellt, durch Lektüre und Filmanalyse vertieft. Der Gang durch die Zeitgeschichte wird an thematischen und historischen Wendepunkten eingeübt, wobei politische, gesellschaftliche, kulturelle und mentalitätsgeschichtliche Aspekte im Zentrum stehen. Geschichtsbewusstsein und Geschichtsbilder werden zu historischen Ereignissen, raumübergreifenden Entwicklungen und Theorien in Beziehung gesetzt. Diskutiert werden die zeitgeschichtlichen Ausprägungen von Gender, Identität und Alterität, Sexualität und Herrschaft, von hegemonialen Strukturen im Kontext von Demokratie und Diktatur, (Ent-) Kolonialisierung, demokratischer und antidemokratischer Bestrebungen, Rassismus und Fundamentalismus. Zentrale Aspekte sind hierbei die auf der Visualisierung von Geschichte basierenden Geschichtsbilder, die Wechselwirkung von Medien, Kultur und Kulturtransfer sowie deren ästhetische Repräsentationen im internationalen Film im Hinblick auf eine kritische Reflexion dieser Geschichtsbilder.
Grundlage für die Benotung: Regelmäßige Teilnahme, zwei kleinere (max. 4 Seiten) Hausarbeiten, wobei eine Arbeit die in der LV diskutierten Quellen themenspezifisch analysiert und eine Abschlussklausur, die zur Hälfte aus einer kleineren schriftlichen Hausarbeit besteht, die bei der Klausur abgegeben wird. Die Themen der Hausarbeiten müssen per e-mail von Veranstaltungsleiter oder TutorIn bestätigt sein. Lesematerialien und Hausarbeiten werden über einen Fronter verwaltet.


230 171 SE (Über)Morgen. Zur Ko-Konstruktion von technowissenschaftlichen Zukünften und Gesellschaft
CS III 2 SSt (5 ECTS)
Michael Strassnig / Claudia Schwarz
Seminarraum Institut für Wissenschaftsforschung, Sensengasse 8 (EG)

Termine:
Do, 15.10.2009, 10:00-12:00 Uhr (Vorbesprechung), dann jeweils Donnerstag 9:00/10:00 – 12:00 Uhr; 22.10., 29.10., 05.11., 12.11., 19.11., 26.11., 03.12., 10.12. u. 17.12.2009

Online-Anmeldung über univis.univie.ac.at
Weitere Informationen

Inhalt:
Imaginationen über das „Morgen“ und die Vorstellungen von Zukünften spielen vielfältige Rollen in der Art und Weise wie wir leben und wie wir Entscheidungen in der Gegenwart treffen. Dies trifft ganz besonders für jene Praktiken und Institutionen zu, die mit den Technowissenschaften verbunden sind. Gegenwärtige Diskussionen über Wissenschaft und Technologie beinhalten immer auch ein konstitutionelles Moment der Konstruktion von möglichen Zukünften. Das heißt, wie wir uns technowissenschaftlichen Entwicklungen gegenüber positionieren, steht in einem engen Zusammenhang mit den unterschiedlichen Erwartungen, die wir an diese Technologien haben. Umgekehrt beinhalten Wissenschaft, Forschung und Technologien immer auch Versprechungen, die an die Gesellschaft gerichtet werden. In der Verhandlung von gesellschaftlichen Erwartungen und Verheißungen, die uns die Technowissenschaften geben, ergibt sich eine „Ökonomie des Versprechens“, in welcher Zukünfte auf verschiedenste Weise gegenwärtig gemacht werden müssen.
In diesem Seminar wollen wir der Frage nachgehen, wie unterschiedliche Zukünfte konstruiert werden, welche Rolle sie insbesondere bei technowissenschaftlicher Entscheidungsfindung spielen und welche Rolle Erwartungen als konstitutives Element in der Gesellschaft spielen. Dabei geht es nicht nur um Zukünfte, die als „real“ konstruiert werden, sondern ebenso sehr um fiktive Zukünfte, die sich vor allem in der Science-Fiction-Literatur artikulieren. Gerade hier spielt die Abgrenzungsarbeit, was „Fakt“ und was „Fiktion“ ist, eine entscheidende Rolle in der Gestaltung kollektiver Zukünfte.
Didaktisch steht die Erarbeitung von zentralen Fragestellungen an das Thema „Zukunft“ im Zusammenhang mit Technowissenschaften und Gesellschaft im Vordergrund. Auf Basis gemeinsam zu lesender Texte aus der interdisziplinären Wissenschaftsforschung und anderen sozial- und kulturwissenschaftlichen Feldern werden die Fragestellungen in Diskussionen im Plenum, in Kleingruppenarbeit und mittels selbständig zu erarbeitender Präsentationen erarbeitet.

110045 VO Serialidad en literatura, cine y televisión
CS III 2 Stunde(n), 4,0 ECTS credits
Jörg Türschmann
MI wtl (ab 21.10.2009) 11.30-13.00 Uhr
Seminarraum ROM 6 (3B-O1-10A) UniCampus Hof 8

E-Learning: Information
E-Learning: zur Plattform Fronter

Inhalte:
Serialität ist laut Umberto Eco ein Phänomen, das in der Kulturwissenschaft als geeignet gilt, die Trennung von Hoch- und Popularkultur zu überwinden. Denn Serielles gab es immer schon. Mit der Säkularisierung im ausgehenden 18. Jahrhundert, mit der französischen Revolution und mit der Industriellen Revolution findet allerdings eine Dichotomisierung statt. Kunst und Kommerz gehen eine Verbindung ein, deren Grundlage das Serielle geradezu notwendig zu sein scheint. Dagegen ist das Kriterium der Originalität und der Innovation der Hochkultur vorbehalten. Wenn also in der Kulturwissenschaft das Serielle dennoch den Brückenschlag zwischen Höhenkamm- und Unterhaltungskultur gestattet, dann in einer diachronischen Längsperspektive. Doch auch in der Kultur selbst näherten sich spätestens seit den Avant-Garden des frühen 20. Jahrhunderts beide einander an. Die Vorlesung wird den Abständen und Nahebeziehungen zwischen Kanon und Kommerz vor allem seit dem 19. Jahrhundert gewidmet sein. Die Strukturen des Seriellen lassen sich hierfür genau beschreiben und erklären.
Gute spanische Sprachkenntnisse sind Voraussetzung für einen erfolgreichen Besuch der Vorlesung, die auch als Ergänzung zum Seminar "Series televisivas" zu verstehen ist.
Methoden: Narratologie, Semiotik, Theorien zum kulturellen Gedächtnis
Ziele: Kenntnis der Beziehung zwischen Literatur und Medien seit dem 19. Jahrhundert, Verständnis eines erweiterten Kanonbegriffs
Art der Leistungskontrolle: schriftliche Prüfung in der Sitzung der letzten Semesterwoche, einmaliger Besuch des medienwissenschaftlichen Tutoriums

Literatur: s. Fronter

LV Nr.? UE Kulturwissenschaftliches Englisch
CS III 2 SSt
Peter Waugh
Montag, 10:00-11:30 Uhr
Seminarraum Kultur- und Geistesgeschichte (Expositur: Franz-Josefs-Kai 5/1/9, 1010 Wien)

Bei Fragen: peter.waugh@uni-ak.ac.at

Eine LV der Abt. Kultur- und Geistesgeschichte an der Universität für Angewandte Kunst. Studierende anderer Universitäten müssen sich in der Studien- und Prüfungsabteilung (Oskar-Kokoschka-Platz 2, Ferstel-Trakt [Altbau] Erdgeschoß) als MitbelegerIn eintragen, um ein Zeugnis bekommen zu können. Bitte Studentenausweis sowie Studienblatt mit Gültigkeitsvermerk der jeweiligen Uni mitbringen!

Inhalt:
The aim of this student-oriented course is to help improve the participants’ knowledge of the English language, in particular in the specialist field of the applied arts, and to enhance their general linguistic abilities through practical work on the following skills:
1) Conversation: discussion of art works, written texts, videos, projects and exhibitions. Assistance with vocabulary and pronunciation.
2) Reading: examination of a range of specialist texts relevant to those fields of the applied arts in which students are working, as well as general texts on the visual and applied arts, art history, art theory and cultural studies. Assistance with vocabulary. Advice and correction will be also given in grammar and pronunciation.
3) Writing: short text production (free form) on set topics, art works, texts read, current projects (whether pursued at the university or outside), work in other courses of university study, exhibitions visited. Also abstracts, applications and CVs. Correction and evaluation of submitted work.
The course also includes possible visits to art and design exhibitions currently showing in Vienna, with a view to notemaking and subsequent text production.
The end-of-semester evaluation is based on a combination of class attendance and written work done at home.

LV Nr.? SE "WIR und/vs. DIE ANDEREN". Kulturhistorische und kultursemiotische Analyse von Ausgrenzung und Dialog
CS III 2 SSt
Gloria Withalm
Tag und Zeit steht noch nicht fest.
Seminarraum Kultur- und Geistesgeschichte (Expositur: Franz-Josefs-Kai 5/1/9, 1010 Wien)

Bei Fragen: gloria.withalm@uni-ak.ac.at

Eine LV der Abt. Kultur- und Geistesgeschichte an der Universität für Angewandte Kunst. Studierende anderer Universitäten müssen sich in der Studien- und Prüfungsabteilung (Oskar-Kokoschka-Platz 2, Ferstel-Trakt [Altbau] Erdgeschoß) als MitbelegerIn eintragen, um ein Zeugnis bekommen zu können. Bitte Studentenausweis sowie Studienblatt mit Gültigkeitsvermerk der jeweiligen Uni mitbringen!

Inhalt:
„Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.“ (Universal Declaration of Human Rights, Artikel 2, UN-Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948)
„Abendland in Christenhand“ (Plakat der FPÖ, EU-Wahlkampf 2009)
„Was unsern Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut. Seid auf der Hut. 3. Weltkrieg - 8. Kreuzzug“ (Schmieraktion auf der Außenmauer der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen, 2009-02-12)
“The British National Party stands for the preservation of the national and ethnic character of the British people and is wholly opposed to any form of racial integration between British and non-European peoples.” (Constitution of the BNP, 9th Edition 2005)
Angriffe auf TeinehmerInnen einer Gedenkveranstaltung in Ebensee, Antisemitische und islamophobe Schmieraktionen, Wahlkampf-Parolen anläßlich der Wahlen zum EU-Parlament im Frühjahr 2009 innerhalb und außerhalb von Österreich – all dies hat einmal mehr gezeigt, daß Ausgrenzung nicht mehr leise oder im kleinen Kreis hinter vorgehaltener Hand stattfindet.
Menschen wurden und werden diskriminiert, an den Rand gedrängt, verfolgt und sogar ermordet weil sie als “anders” definiert werden: sie haben eine andere Religion, eine andere Hautfarbe, sie lieben nicht (nur) das jeweils andere Geschlecht, sie kommen schlicht aus einem anderen Land – sei es, daß sie hier Schutz vor Verfolgung in ihrer Heimat suchen oder daß sie arbeiten wollen.
Anhand von visuellen und verbalen Quellen sowie der Darstellung der Thematik in verschiedenen Texten (Literatur, Film, Dokumentation, …) werden wir uns im Seminar exemplarisch mit einigen Gruppen beschäftigen, die in Vergangenheit und Gegenwart Opfer von Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Genozid wurden und werden. Alte und neue visuelle und verbale Strategien der Ausgrenzung werden ebenso analysiert wie mögliche Gegenstrategien.

24.0131 VO Zum Verhältnis von Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik
CS III 2-stündig
Tasos Zembylas
IKM, Karlsplatz 2/2/9, 1010 Wien (Seminarraum)

Termine:
Dienstag, 13.10.2009 v. 9.30-12.30 Uhr
Dienstag, 20.10.2009 v. 9.30-12.30 Uhr
Dienstag, 03.11.2009 v. 9.30-12.30 Uhr
Dienstag, 24.11.2009 v. 9.30-12.30 Uhr
Dienstag, 01.12.2009 v. 9.30-12.30 Uhr
Dienstag, 15.12.2009 v. 9.30-12.30 Uhr
Dienstag, 19.01.2010 v. 9.30-12.30 Uhr

Anmeldung:
Voraussetzung für die Teilnahme ist die schriftliche Anmeldung am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (E-Mail an: ikm-lehre@mdw.ac.at) und die Meldung als „MitbelegerIn“ in der Studien- und Prüfungsabteilung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien). Die Lehrveranstaltung ist für StudentInnen aller Universitäten zugänglich.

Inhalt:
Die Kulturbetriebslehre beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Organisation der Produktion, Distribution und Rezeption bzw. Konsumation von Kulturgütern. Diese Prozessmomente sind in entstandenen sozialen, ökonomischen und politischen Strukturen eingebettet, die sich wechselseitig konstituieren und beeinflussen. Die Lehrveranstaltung nimmt Bezug auf aktuelle Diskussionen über
• die Beziehung zwischen Kultur und sozialer Praxis
• die Auslegung der Kulturgüter als nicht standardisierte, kreative Leistungen
• die vielfachen Funktionen von Kulturgütern
• den Transformationsprozess von Kulturgütern zu Wirtschaftsgütern
• Ordnungsmodelle des Kunstbetriebs
• Strukturen und Prozesse in Kulturorganisationen
• die Gestaltung der kulturpolitischen Rahmenbedingungen für die Kulturarbeit
• Marktstrukturen und Globalisierung